Archiv der Kategorie: Schneeschuhtour

Schneeschuhwanderung Splügen – Panell – Sufers – Splügen

Heute eine etwas leichtere Runde – im ersten Teil auf einem Schneeschuhtrail, im zweiten Teil über einen Winterwanderweg. Sportlich nichts aufregendes, dafür bot das frühlingshafte Winterwetter viel! Der Einstieg auf den markierten Schneeschuhtrail lag bei der ersten Kurve an der Splügenpassstrasse; noch im Schatten liegend, aber bei angenehmer Temperatur. Leicht der Aufstieg durch den Fugschtwald auf einer von Fussgängern total malträtierten Schneeschuhspur – die armen mussten mindestens knietief eingesunken sein. Kurz vor dem Wendepunkt dann die ersten Sonnenstrahlen, welche hinter dem Mittagshorn hervorlugten. Bei Panell dann der heute höchstgelegene Punkt; jetzt gings talwärts, um den Rütigutsch herum. Vorbei am im Göriwald gut getarnt gelegenen «Pavillon» mit zugehöriger Feuerstelle, an heissen Sommertagen bestimmt ein besonders schöner Punkt – im Winter etwas unwirtlich. Wir liefen weiter, leicht absteigend, etwa hundert Meter über der A13, welche weder zu sehen noch zu hören war. Im Göriwald bei 1478 m.ü.M. folgte die Wende am heute östlichst gelegenen Punkt. Nach etwa fünfhundert Metern erreichten wir die alte Strasse Nr. 13 («Italienische Strasse» genannt) – fertig lustig! Ab jetzt mit auf den Rücksäcken aufgebundenen Schneeschuhen, liefen wir ein paar Meter zur Brücke über den Hinterrhein hinunter, dort wo dieser in den Sufnersee mündet. Beim Wissbach folgte dann der kurze, vereiste Aufstieg zum Winterwanderweg Sufers-Splügen. Fast oben angelangt, steht ein wunderschöner Steinmann an einer ebensolchen Trockensteinmauer – ein sonniger Platz für unsere Mittagsrast, deutlich zu hören die Beschallung von der wenige Meter unter uns durchführenden A13. Nach dieser Erholung dann auf dem beinahe lieblich angelegten Römerweg, über den wir die Burgruine Splügen erreichten. Bim Schloss heissen die Häuschen am Weg. Das Dorf Splügen einen Kilometer vor uns, welches wir oberhalb der Kirche erreichten. Auf dem Bodaweg hinunter durch den alten Dorfkern am Sustabach schnurstraks zur «Tankstelle» (Sonnenterrasse Hotel Bodenhaus).

Fazit:
Eine abwechslungsreiche Wanderung bei wiederum frühlingshaften Bedingungen.

Wetterverhältnisse:
100% Sonne (auf der Sonnenseite…), Temperatur beim Start -2° bis 10° im Tagesverlauf. Gute Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke, kaum Wind.

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, Kartenmaterial/GPS

Parameter:
Tourdatum: 29. Januar 2024
Schwierigkeit: WT1/T1
Strecke: 8.4 km: Splügen-Süd (P nahe Talstation, 1460 m) – P.1492, bei der ersten Kurve an der Splügenpassstrasse – Fugschtwald – P.1589 – Walda – Stralatobel – P.1653 (Panell) – Göriwald (P.1478) – Rütitobel – Rütistutz (P.1429) – Pflanzgarten – kurzer Stück entlang der alten Strasse, Brücke über den Hinterrhein – Unterquerung Autostrasse – Aufstieg zur Wissbachstrasse (1438 m) – auf dem Winterwanderweg durch den Grüeniwald – vorbei an der Burgruine (1504 M) – In der obera Böda – Kirche Splügen – auf dem Bodaweg hinunter durch den alten Dorfkern am Sustabach bis zur «Tankstelle» (Sonnenterrasse Hotel Bodenhaus)
Aufstieg: ca. 310 m
Abstieg: ca. -320 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 40 Min.
Tageszeit: 10:30 bis 14:25 Uhr

Schneeschuhtour am Schamserberg: Zwölfihorn (ca. 2250 m)

Ziel unserer Schneeschuhtour: das Zwölfihorn – ein Ausläufer auf dem östlich des mächtigen Piz Beverins gelegenen Bergkamms. Auch wenn die Schneelage für Tourenskifahrer nicht gerade anmächelig war (Harst), mit Schneeschuhen war das gut zu machen. Das nach Süden ausgerichtete Gelände am Muntogna da Schons oberhalb Wergenstein, Mathon und Lohn ist ein prächtiges Schneeschuhtourenparadies. Das gut besetzte Postauto brachte uns in einer halbe Fahrstunde von Andeer hoch ins Dörfchen Lohn GR. Auf einen Startkafi in der Dorfbeiz (Pizzeria Orta) mussten wir verzichten – dauerhaft geschlossen… Also Schneeschuhe anschnallen und los gings! Gleich oberhalb, am westlichen Dorfrand, überquerten wir auf ruppigem Gelände den Dorfbach Plattera, um dann aber nordwestlich zu halten – ziemlich steiles Alpgelände! Bei der Hütte auf Palideias auf ca. 1800 m.ü.M. blieben wir rechts des Bachs, um P.1890 (Mischnos) zu erreichen. Direkt über uns der Rappakopf (2196 m), wo eine verführerische Spur über die Farcletta da Dasch hochführte. Davos Nodras und weiter oben Alp Vioms heisst das Gelände. Kaum Spuren, aber dennoch wenig kräftezehrend, weil die überfrorene Unterlage meist gut trug – ab und zu sanken wir ca. zehn Zentimeter ein. Oberhalb Alp Vioms plötzlich die Erlösung – ein Gipfelkreuzchen auf ca. 2250 m.ü.M. Laut GPS standen wir auf einem Nebengipfel des Zwölfihorns. Tolle Sicht zum etwa fünfhundert Meter tiefer liegenden Heinzenberg und zu den umliegenden Gipfel – allen voran natürlich den schönen Piz Beverin, den wir am 30.09.2014 bestiegen haben. Der Hauptgipfel des Zwölfihorn liegt vierhundert Meter weiter westlich und knapp siebzig Meter höher. Auf die Besteigung verzichteten wir, weil nach einem Zwischenabstieg ein erneuter Steilaufstieg zu machen war (auf den Fotos gut zu erkennen). Erst zuhause, bei der Auswertung des GPA-Tracks, bemerkten wir, wohl richtig entschieden zu haben; irgendwie rätselhaft, dass der Weg dorthin mit einer zickzackigen Schneeschuhspur «markiert» war, obschon das (offene) Gelände dort zum Wildschutzgebiet Beverin zählt, also nicht begangen werden darf (Schutzzeit 01.01.-31.12.) – auf Swisstopo gut zu erkennen. Nach dem Genuss des Gipfelpanoramas zwang uns der Wind zum Abstieg. Etwa eine halbe Stunde später fanden wir an einer geschützten Stelle etwas unterhalb P.2225 den idealen Platz für unsere Mittagsrast – bei bester Weitsicht. Für den weiteren Abstieg entschieden wir freeride-mässig über kaum verspurtes Gelände ordentlich steil «abzufahren». Bei Davos Nodras hielten wir uns etwas westlich der Aufstiegsroute und des Dorfbachs Plattera. Oberhalb Dros querten wir den Bach erneut, um bei den Hütten von Palideias unsere Aufstiegsstrecke zu erreichen. Wieder einmal merkten wir, wir tückisch solche Schneeverhältnisse sein können – mal wenig, mal tief, mal überfroren, mal weich. Die 250 Hm bis nach Lohn hinunter gelangen sturzfrei. Schön der alte Dorfkern mit der reformierten Kirche, einmalig die Lage auf der Sonnenterrasse. Und klar – ein Abschluss ohne Schlussumtrunk, weil die Dorfbeiz halt leider geschlossen war. Das Warten auf das Postauto verbrachten wir dennoch an der Sonne – was sehr gut auszuhalten war.

Fazit:
Eine sehr lohnende und feine Gipfeltour bei bestem Bergwetter.

Wetterverhältnisse:
Heute 100% Sonne, Kaiserwetter, Temperatur beim Start -4°, im Tagesverlauf bis 8°(!). Gute Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 50 bis 80 cm Pulver/Harst), wenig Wind (nur auf dem Gipfel)

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2, mässig

Parameter:
Tourdatum: 28. Januar 2024
Schwierigkeit: WT2+
Hinfahrt: Postauto ab Andeer GR bis Lohn GR
Rückfahrt: Postauto ab Lohn GR bis Andeer GR
Strecke: 6 km: Lohn GR (1591 m) – Palideias – P.1890 (Mischnos) – Dasch – Alp Vioms – Zwölfihorn (ca. 2250 m) – Abstieg über Raguta – Dros – Palideias – Lohn Dorf
Aufstieg: ca. 680 m
Abstieg: ca. -680 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 10:15 bis 15:05 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2024 Val Müstair 6|6: Wellnesstour zur weissen Weite Jufplaun

Wieder einmal erlebten wir eine winterliche Tourenwoche im Val Müstair bei ideal schönem Wetter – kein Wunder in diesem schneereichen Winter. Und die schöne Unterkunft und die tolle Verpflegung im Landgasthof und Hotel Staila Fuldera liessen keine Wünsche offen, und das Programm mit fünf geführten Tagestouren (WT2-3) bot einige durchaus anspruchsvolle Tourenerlebnisse, verbunden mit viel Spass. Danke herzlich dem ganzen Team des Staila und allen Leitern und Beteiligten für die tolle Kameradschaft.

Während «unsere» Gruppe unter Führung von Suse und Roland heute die Piz Terza-Tour machten (WT3, 1000 Hm), schlossen wir uns Severin und Heinz an. Die abschliessende Genusstour zur Hochebene Jufplaun mit Start ab Buffalora an der Ofenpassstrasse und an der Grenze zum Schweizerischen Nationalpark versprach Natur pur. Nach einer kurzen Postautofahrt über den Ofenpass starteten wir um 10:10 Uhr beim geschlossenen Berggasthaus Buffalora. Nach Überquerung der eingeschneiten Ova dal Fuorn nutzten wir unsere Spuren von gestern in Richtung Alp Buffalora. Östlich der Alpgebäude traten wir ein ins schattige und deshalb sehr kalte Val Murtaröl – in diesem im Winter sehr reizvollen Tälchen lag viel Schnee und auf unserer gestrigen Spur legten wir die Strecke bis an die Sonne (ca. 1 km, 100 Hm) zügig zurück. Dennoch fanden wir Gefallen an den wunderschönen Schneeskulpturen, und zu unserer Überraschung entdeckten wir sogar eine sich im Wasser tummelnde Jungforelle. Am oberen Ausgang des Tälchens erwartete uns die Sonne – hier liegt im Sommer eine moorige Ebene, im Winter ein unberührtes weisses Paradies. Vor uns der gestrige Gipfel, der Munt Buffalora. Nach Überquerung der Ebene folgte der Anstieg zur Döss da las Plattas. Erst spekulierten einige auf eine Rast bei der nahen Chasa da Cunfin – doch Severin, der im Val Müstair alle Winkel kennt, führte uns an einen noch schöneren und geschützten Platz auf Jufplaun. Mittagsrast! Und Severin stellte sein Fernrohr auf, um uns etwas Unerwartetes zu zeigen: ein Bartgeier-Horst in den Felsen der Ostwand des Munt Buffalora. Und – von blossem Auge nicht auszumachen – ein brütendes Exemplar dieses fantastischen Vogels (siehe Bild). Im April oder Mai dieses Jahres wird der Nachwuchs erwartet; unglaublich schön! Vom Erlebnis beeindruckt, vergassen wir beinahe, die vom Staila gefertigten Brote zu verzehren. Nach dieser Sensation wurden wir von Severin und Heinz etwas aufsteigend (auf neuer Spur selbstverständlich!) näher an den Fuss des Piz Daint geführt – erstaunlicherweise waren weder Aufsteiger noch Abfahrer zu beobachten. Unterhalb Döss da las Plattas betraten wir wieder Wald, wo wir unsere eigene Spur weiterziehen durften – besonders reizvoll der Abschnitt im winterlichen Arven- und Föhrenwald. Etwas flacher dann die erneute Querung der Moorlandschaft. Am Eingang zum Val Murtaröl angekommen, genossen wir nochmals eine Trinkpause. Nun folgten wir der Abstiegsspur entlang der Aua da Murtaröl. Auf der Alp Buffalora wieder angekommen und die Alpstrasse überquerend, durchliefen wir die Ebene in Richtung Berggasthaus Buffalora Parkplatz P10. Eine Einkehrmöglichkeit bestand leider nicht. Während der Wartezeit bot sich Kurzweil mit dem Anblick einer in ca. 170 m Entfernung leicht erhöht und jenseits der nahen Nationalparkgrenze im Schnee liegenden Gams, welche sich absolut bewegungslos verhielt. Ein wunderbarer Abschluss eines weiteren fantastischen Tourentags.

Fazit:
Zum Abschluss dieser schönen Tourenwoche heute nochmals ein Tag bei Kaiserwetter – ein richtiger Genuss obendrein!

Dank:
Dem familiären Team des Landgasthof und Hotel Staila Fuldera danken wir von Herzen. Unseren Guides Heinz, Severin, Suse und Roland gehört ebenfalls unser herzliches Dankeschön. Und allen Mitwanderern danken wir für die tolle Kameradschaft – mit euch wars wieder wunderbar! Wir sehen uns wieder im Januar 2025!

Wetterverhältnisse:
Sonnig, Temperatur beim Start -14°. Beste Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 80 bis 120 cm Pulver), kaum Wind.

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2, mässig

Parameter:
Tourdatum: 12. Januar 2024
Schwierigkeit: WT2
Hinfahrt: Postauto ab Fuldera Cumün bis Buffalora
Rückfahrt: Postauto ab Buffalora bis Fuldera Cumün
Strecke: 8.9 km, Buffalora P10 (1967 m) – Alp Buffalora (2032 m) – Buffalora (2195 m) –  Döss da las Plattas (2260 m) – Jufplaun, Wendepunkt kurz vor Chasa da Cunfin – Döss da las Plattas (2296 m) – Aua da Murtaröl – Alp Buffalora – Buffalora P10
Aufstieg: ca. 380 m
Abstieg: ca. -380 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 40 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 15:25 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2024 Val Müstair 5|6: Munt Buffalora 2627 m

Bei so schönem Bergwetter lockt die Besteigung des Munt Buffalora – für uns schon zum dritten Mal. Nach der Postautofahrt nach Buffalora (P10) starteten wir kurz nach zehn Uhr – bei eisiger Kälte (-14° C). Nach dem Neuschneezuwachs der vergangenen Tage war mit Spurarbeit zu rechnen, welche unsere bewährten «Vorspurer» Suse und Roland übernahmen. Als Paparazzo durfte ich den einfachsten Part übernehmen – meist am Ende der Kolonne eingereiht. Hart an der Nationalparkgrenze, dort wo die beiden Bäche Ova dal Fuorn und Aua dal Murtaröl zusammenfliessen, überquerten wir die zugeschneiten Bäche, um die siebzig Meter höher gelegenen Alp Buffalora zu erreichen. Erst an der Sonne, wurde es nach den Alpgebäuden wieder schattig und kalt. In der folgenden Steilstufe erreichten wir dann die Betriebstemperatur; nach 700 m (+140 Hm) dann eine Trinkpause nahe einer grossen Arve. Wenige Meter weiter die Verzweigung bei Wegpunkt 2195; die Hütte steht mindestens anderthalb Meter im Schnee. An der Verzweigung hielten wir halbrechts, um in Richtung Minieras da Fiern zu halten; einige Skispuren waren verfügbar, aber unsere Guides packte der Ehrgeiz. Bis zum Gipfel waren es lediglich 1000 m Luftlinie, aber 400 Höhenmeter Aufstieg. Einige Serpentinen spurend, gewannen wir rasch an Höhe, und bald hatten wir die Nationalparkgrenze erreicht auf etwas über 2500 m.ü.M. Jetzt folgte der Gipfelsturm, «nur» noch 100 Hm, jedoch ziemlich steil; immer gleichmässig ruhig aufsteigend, standen wir bald auf dem Munt Buffalora – für den Aufstieg benötigten wir 2 Std. 5 Minuten (ohne Pausen). Wir durften zufrieden sein und freuten uns am beeindruckenden Super-Panorama (siehe Bilder). Klare Weitsicht, weit und breit keine Wolke, alles blau (ausser unserer Muskeln, hihihi….). Bei solchen Verhältnissen macht eine Gipfelrast doppelt Lust, allerdings besser mit Handschuhen… Der Abstieg in der Direttissima glich schon beinahe einer Abfahrt, jedenfalls erreichten wir die bei P.2195 sehr sonnig gelegene Alphütte nach 45 Minuten wieder. Ab hier wanderten wir nicht auf der steilen Alpstrasse zur Alp Buffalora hinunter, sondern wir wählten die Strecke in östlicher Richtung in die erst liebliche Fläche des Aua da Murtaröl und weiter in einer Linkskurve durch das hochwinterlich verschneite, wunderschöne Murtaröl-Tälchen hinunter, bis die östlich der Alp Buffalora liegende weite Landschaft wieder erreicht war. Nach der Überquerung der eingeschneiten Aua dal Murtaröl und Ova dal Fuorn erreichten wir das leider wegen eines Murgangs seit 25.07.2022 dauerhaft geschlossene Berggasthaus Buffalora an der Ofenpassstrasse. So konnten wir die allerdings kurze Wartezeit bis zum Eintreffen des Postautos nicht mit einer Einkehr überbrücken.

Fazit:
Eine wie immer lohnende und feine Gipfeltour bei erwartet bestem Bergwetter.

Wetterverhältnisse:
Sehr viel Sonne (6 Std. Sonnenschein), Kaiserwetter, Temperatur beim Start -14°. erstklassige Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 80 bis 100 cm Pulver), wenig Wind (nur auf dem Gipfel)

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2, mässig

Parameter:
Tourdatum: 11. Januar 2024
Schwierigkeit: WT2-3
Hinfahrt: Postauto ab Fuldera Cumün bis Buffalora
Rückfahrt: Postauto ab Buffalora bis Fuldera Cumün
Strecke: 8.5 km: Buffalora (1967 m) – Alp Buffalora (2032 m) – P.2195 – Minieras da Fiern – Munt Buffalora (2627 m) – Fop da Buffalora – P.2195 – Aua da Murtaröl – Alp Buffalora – Buffalora
Aufstieg: ca. 685 m
Abstieg: ca. -685 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 50 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 15:20 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2024 Val Müstair 4|6: zum namenlosen Gipfel auf Punkt 2445 (Piz Rolando)

Mittwoch, noch kein Bilderbuchwetter, aber immerhin zwischendurch Sonne und blauer Himmel. Mit dem Postauto hoch nach . Ab Dorfmitte legten wir die ersten Laufmeter bis Lü Daint ohne Schneeschuhe zurück. Die drei Kilometer bis zur Alp Champatsch galten dem Einlaufen – ja nicht zu schnell (wurde uns von Roland eingetrichtert). Bis zur Einkehr in der Alpwirtschaft La Posa mussten wir uns gedulden. Zuerst der Gipfel, dann das Vergnügen… Eine kurze Trinkpause lag drin, dann folgte der Aufstieg über die gepistete Bergstrasse bis zur 100 m höher liegenden Alp, wo die Piste in Richtung Alp da Munt abzweigt. Betriebstemperatur erreicht! Vom Gipfelziel war noch nichts zu sehen, dafür hielten in den Felsen oberhalb der Alp Gämsen ihre Turnübungen ab – toll diese Show! Der Aufstieg nach Murters da Champatsch war zwar moderat, «dank» hüfttiefem Pulverschnee aber anstrengend – vor allem für Roland und Suse. Auf einer Höhe von 2300 m.ü.M. dann (endlich) der Blick zum Gipfelziel – was für ein schöner, zu Unrecht namenloser Berg! Nicht jeder Bergführer hat seinen eigenen Gipfel, Roland schon – den Piz Rolando eben. Der direkte Aufstieg zur Senke unterhalb des Gipfels wagten wir nicht, auch wenn dort eine allerdings ziemlich abenteuerliche Abstiegsspur (Schneeschuhe) auszumachen war. Das Couloir dort ist mindestens 40° steil und lawinengefährdet; vielleicht im Abstieg zu machen, mal sehen. Richtigerweise wichen wir in östlicher Richtung aus, um die Senke von oben zu erreichen. Nach einem kurzen Zwischenabstieg gelangten wir zum Gipfelaufbau – felsig und steil. Hundert Meter Aufstieg vor uns, anspruchsvoll und fordernd, aber gut machbar. Auf dem Gipfel dann die grosse Freude und Zufriedenheit über das Erreichte. Bütscha il piz! Faszinierendes 360°-Panorama – ein Rätsel, weshalb dieser Berg (bisher) keinen Namen hatte… Und das Beste: Sonnenschein und Windstille erlaubten eine einmalig schöne Gipfelrast, auch wenn Vorsicht geboten war ob der knappen Platzverhältnisse. Den Abstieg bewältigten wir – bei aller Vorsicht – mit Bravour. Auf der Senke angekommen, entschied sich Roland nach einem Augenschein für den Umweg über den kurzen Zwischenaufstieg nach Osten; über soviel Professionalität waren wir alle froh. Über unsere Aufstiegsspur erreichten wir nach einer Stunde die Alp Champatsch wieder – Einkehr in der gemütlichen Alpwirtschaft La Posa! Nach dieser Pause folgte der Abstieg nach Orasom Tschierv hinunter (-450 Hm über 2 km). Der Abstieg durch das im oberen Teil engen und wilden Tälchen der Aua da Laider bei solch hochwinterlichen Verhältnissen war ein besonderes Vergnügen. An der Postautohaltestelle in Orasom angekommen, haben sich drei Nimmermüde (Therese, Amandus und René) für den Fussweg über Fuldera Daint nach Fuldera entschieden (immerhin knapp 3 km – alle Achtung!). Für den Rest der Gruppe fuhr nach kurzer Wartezeit das Postauto vor, welches uns nach Fuldera brachte.

Fazit:
Das war ein ausserordentlich schöner Tourentag; danke herzlich Suse und Roland.

Wetterverhältnisse:
Schönes Winterwetter, leicht bedeckt, viel Sonne, Temperaturen im Bereich -13 bis -9°, kaum Wind, viel Pulverschnee (geschätzt bis 120 cm), Gelände ab Alp Champatsch unverspurt…

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2, mässig

Parameter:
Tourdatum: 10. Januar 2024
Schwierigkeit: WT3+
Strecke: 10.8 km: Postauto nach Lü (1916 m) – Lü Daint – Alp Champatsch (2087 m) – Murters da Champatsch – Gipfel bei P.2445 – Abstieg bis Alp Champatsch auf gleicher Strecke – Aua da Laider – Mottas – Orasom Tschierv (1647 m)
Aufstieg: ca. 600 m
Abstieg: ca. -890 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 25 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 10 Min.
Tageszeit: 09:20 bis 15:45 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2024 Val Müstair 3|6: eine Runde über Stablinas und Lajazöl

Für heute Dienstag wurde zwar kein Bilderbuchwetter vorausgesagt, immerhin aber durfte blauer Himmel erwartet werden – gerade richtig, um eine gemütliche Runde oberhalb Valchava und Fuldera zu unternehmen. Ab Dorfmitte Fuldera überquerten wir die Ofenpassstrasse um zum Rombach zu gelangen. Diesem entlang und nahe der Langlauloipe zum Langlaufzentrum Furom. Nach erneuter Überquerung der Passstrasse zogen wir über die leicht geneigte Ebene Prasüras in Richtung Valchava. Viel Schnee unter den Füssen – wunderbar! Bei Punkt 1551 über die Brücke, welche den aus dem Val da l’Archa Gronda fliessenden Bach überquert, wanderten wir ein kurzes Stück auf der Langlaufpiste. Die ins Val Vau und danach ins Val Mora hoch führende Strasse führte vorbei am ehemaligen Kiosk, wo sich früher die Freerider im ersten Skigebiet des Val Müstair (Stablinas) verpflegen konnten. Einen Skilift gabs damals (meines Wissens) nicht, wohl aber einen bescheidenen Kleinbus-Betrieb, der die Skifahrer zum Berg-Startpunkt (P.1893) hochbrachte. Heute ist das Gebiet verwaist, wir wollten trotzdem, oder gerade deswegen dort hinauf. Die Lawinengefahr galt es aber im Auge zu behalten. Für den Aufstieg nutzten wir die erstklassige Spur unserer Parallelgruppe von gestern, welche oberhalb und parallel zur Bergstrasse vorbei am Punkt 1629 führte. Nach etwa 800 m bogen wir nach rechts weg um das bewaldete Gelände Plau da las Ass unterhalb P.1737 in Richtung W zu laufen – tief verschneite, eindrückliche Winterlandschaft! Nun durchliefen wir die Wildruhezone Patlarsch – Spi da Vau (Zutrittsverbot während der Schutzzeit 01.02. bis 30.04.) auf einem kaum sichtbaren Bergweg, welchen wir nach etwa 1.3 km nach rechts verliessen. Auf einer Höhe von ca. 1800 m.ü.M. spurten wir in leichtem Auf und Ab bis zur Lichtung Lajazöl. Im Sommer Kultur- und Weideland, ist dieses steile Tälchen jetzt tief eingeschneit. Hier erreichten wir einen Forstweg, auf welchem wir das ehemalige «Skigebiet» querten. In der Lichtung bot sich ein toller Ausblick ins Tal und zu den gegenüber liegenden Bergen – der ideale Standort, um unsere Zwischenverpflegung zu geniessen. Danach folgten die Bachquerungen bei P.1771 (Val Dora, Val d’Imez) und wenig später Val da l’Era – die mit viel Schnee aufgefüllten Bachläufe waren heute die eigentlichen Schlüsselstellen. Hier galt es, mit den Schneeschuhen nicht ins Wasser zu treten, weil in der Folge Eisstollen garantiert waren. Alles gut und sturzfrei gegangen. Unterhalb Fop Sot verlor sich der Bergweg, und der Abstieg ins Val da l’Archa Gronda führte spurlos und ziemlich freeride-mässig durch die Wildruhezone Stablatschs – Stablinas (Zutrittsverbot während der Schutzzeit 01.02. bis 30.04.) hinunter. Nach ca. hundertvierzig Höhenmeter Abstieg erreichten wir am nördlichen Rand der Wildruhezone die Brücke und den Bärenpfad. Vor uns die Weite Präsuras, links der Blick zum aus dieser Sicht besonders schön gelegenen Fuldera. Wir zogen es vor, Präsuras zu überqueren um im Langlaufzentrum Furom einzukehren. Nach dieser gemütlichen Erholung wanderten wir dem Rom entlang nach Fuldera.

Fazit:
Im metertiefen Neuschnee zu wühlen, ist ein ultimatives Vergnügen, bringt die Oberschenkel (vor allem die der Spurer) ordentlich zum Glühen… Deshalb gebührt Suse und Roland ein besonderer Dank.

Wetterverhältnisse:
Herrliches Winterwetter, leicht bedeckt, oft sonnig, Temperaturen im Bereich -10 bis -4°, kaum Wind, viel Pulverschnee (geschätzt 100 cm), Gelände meist unverspurt…

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 3, erheblich

Parameter:
Tourdatum: 9. Januar 2024
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 9.1 km: Fuldera (1636 m) – Rom – Furom ()1604 m) – Prasüras – P.1551 – P.1577 – P.1629 – Plau da las Ass – Lajazöl – Val Dora/Val d’Imez (P.1771) – Stablatschs – Prasüras – Furom – Fuldera
Aufstieg: ca. 370 m
Abstieg: ca. -370 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 20 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 14:40 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2024 Val Müstair 2|6: Alp Sadra

Der erste von fünf Tourentagen: heute direkt ab unserem Standort in Fuldera; nach dem Neuschnee der letzten zwei Tage (ca. +30 cm) war Spurarbeit angesagt. Start oberhalb der Kirche in westlicher Richtung im Tiefschnee zum Waldrand und zum Bach Multa Daint bzw. zu dessen Verbauungen, die wir problemlos übersteigen konnten. Nach einer Waldstrecke von 800 m war P.1850 erreicht, wo wir die Richtung änderten. Auf dem Trassee der Alpstrasse zur Alp Sadra zogen wir fast schon mühelos (unsere Guides waren tüchtige Spurer…) in südlicher Richtung ins wilde Val Ruina hoch. Im Bereich einer massiven Betonverbauung, auf einer Höhe von ca. 2000 m.ü.M., drehten wir nach W, um nach ein paar Kurven das offene Gelände oberhalb der prächtig und aussichtsreich gelegenen Alp Sadra zu erreichen. Bei mittlerweile herrlichem Sonnenschein genossen wir stehend die Mittagsverpflegung. Von diesem heute höchstgelegenen Punkt nahmen wir den Abstieg unter unsere grossen Schuhe. Erst auf dem tiefverschneiten Alpsträsschen nach NW bis Punkt 1958, war der Weiterweg in Richtung Funtauna Grossa nicht möglich wegen Holzschlagarbeiten. Für den Abstieg nach Fuldera war es noch etwas zu früh, also spurten wir eine Zusatzrunde in Richtung NW hinauf zum Punkt 1991, um die Funtauna Grossa von leicht oberhalb zu erreichen. Diese Strecke verläuft durch die Wildruhezone (Schutzstatus: empfohlen, 20.12. bis 30.04.). Bei der auf der Lichtung stehenden Hütte, welche am südlichen Rand eines unter viel Schnee liegenden Moorgebiets steht, änderten wir die Richtung: entlang der Wildruhezone erreichten wir wieder den Punkt 1958. Ab dort spurten wir durch einen bestimmt halben Meter Neuschnee und entlang eines Weidezauns in Richtung Fuldera hinunter. Im bei diesen Verhältnissen nicht ganz trivialen Abstieg querten wir einige Bächlein, u.a. die Aua Salinas. Vorbei am Wegpunkt 1927 erreichten wir bei 1850 unsere vormittägliche Aufstiegsspur – das machte die Sache etwas müheloser. Wenig später, bei P.1702, gelangten wir in die Multa Daint, von wo «der Weg» hinunter nach Fuldera Daint führte. Dieser Streckenabschnitt war besonders stimmungsvoll: lichter Wald mit vom Schnee schwer beladenen Bäumen. Im Gebiet Dschurraidias auf der Via Fuldera Daint angelangt, entledigten wir uns der Schneeschuhe. So erreichten wir nach vierhundert Metern die Dorfmitte von Fuldera. Im Staila angekommen, gönnten wir uns das verdiente Bier – das aus Tschlin…

Fazit:
Eine wie immer spannungsvolle und in diesem Winter besonders hochwinterliche Tour im einsamen Alpgelände oberhalb Fuldera.

Wetterverhältnisse:
Freundliches Winterwetter, am Vormittag bedeckt, im Laufe des Tages zunehmend sonnig, Temperaturen im Bereich -13 bis -7°, kaum Wind. Beste Schneeverhältnisse (viel Pulver, geschätzte 1 bis 1.5 m), Gelände unverspurt…

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 3, erheblich

Parameter:
Tourdatum: 8. Januar 2024
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 9 km: Fuldera (1636 m) – Multa Daint – P.1850 – Val Ruina – Sadra (2046 m) – P.1958 – P.1991 – Funtauna Grossa (1918 m) – P.1958 – P.1927 – P.1850 – P.1702 (Multa Daint) – Fuldera Daint (1635 m) – Fuldera
Aufstieg: ca. 530 m
Abstieg: ca. -540 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 09:30 bis 15:25 Uhr

Hochalp – mal sehen, ob wir’s noch können…

Über das 3. Advents-Wochenende dominierte das Hoch «Fiona». Für gestern Samstag wurde der aussergewöhnlich hohe Luftdruck von fast 1045 hPa gemessen. Die erst geplante Tour zum Hinderfallenchopf verwarfen wir, weil die dortige Südausrichtung Schneemangel erwarten liess. Die Ersatztour zur Hochalp mit dem nordseitigen Aufstieg war die richtige Wahl – ein bisschen kurz halt, aber als Test bestens geeignet – schliesslich war es unsere erste Schneeschuhtour in diesem noch jungen Winter. Der Andrang beim Parkplatz Färenstetten hielt sich in Grenzen, wohl deshalb, weil keine Bergbahn zur Hochalp fährt. SchneesportlerInnen unter sich! Bei der Waldhütte Bruggerenwald montierten wir die Schneeschuhe, um durch den Wald aufzusteigen zum Rossmoos. Ab dort dann auf guter Spur durch feinen Pulverschnee, und bereits an der Sonne, in Richtung Steilaufstieg (+130 Hm). Ab einer Höhe von 1400 m. ü. M. – wieder im Schatten – der ziemlich steile Aufstieg zum Punkt 1528, dem Hochalp-Ostgipfel. Betriebstemperatur endgültig erreicht! Und die kurze Anstrengung lohnte sich, denn das splendide Panorama mit dem arktischen Säntisgipfel als Hauptdarsteller, den Churfirsten, und weiter im Südwesten Tödi, Glärnisch, Stockberg, Speer – einfach wunderbar. Vom Hochalp-Ostgipfel nun der grandiose Gang über den höchsten Punkt (1530 m) zum achthundert Meter weiter westlich stehenden Berggasthaus Hochalp. Die sympathischen Wirtsleute Simona und Sämi Schmid bieten an Schönwetter-Wochenenden Wanderlustigen einfache, leckere Speisen. Ein Platz an der Sonne ergatterten wir uns ohne Mühe – hier oben ist das Paradies! Nach etwas mehr als einer Stunde der Aufbruch zum Abstieg. Nicht auf dem Schlittelweg, sondern direkt hinter dem Gasthaus den steilen Hang hinunter. Wer das nicht sturzfrei schafft, landet ungefährlich im weichen Schnee. Unterhalb des Alpgebäudes Nasen erreichten wir die als Schlittelweg ausgelegte Strasse, um diese nach wenigen Metern in einer Linkskurve rechts weg zu verlassen – die Spur führte zum Brücklein, welches bei P.1310 über den Rötelbach führte, der das Rossmoos entwässert. Es folgte ein idyllisches Waldstück bis zum Verzeigungspunkt auf ca. 1300 m.ü.M., wo sich die Runde schliesst. Jetzt gemächlich runter im Bruggerenwald, vorbei an der Waldhütte. Hier entledigten wir uns der Schneeschuhe. Reine Formsache die kurze Strecke zum Startpunkt beim Parkplatz auf mittlerweile aufgeweichter und schmieriger Unterlage.

Fazit:
Eine feine Adventstour im nicht überlaufenen westlichen Appenzellerland – und ja: Schneeschuhlaufen können wir noch immer… Jetzt freuen wir uns auf die Tourenwoche im Val Müstair!

Wetterverhältnisse:
Nach wochenlangem Regen endlich wieder Hochdruckwetter, wunderbar sonnig, Temperatur beim Start -4°, gute Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 40 bis 60 cm, Pulver, Wind S (12 bis 17 km/Std.).

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Gefahrenstufe «mässig» (2) an allen Expositionen und Höhenlagen

Parameter:
Tourdatum: 17. Dezember 2023
Schwierigkeit: WT2
Hinfahrt: über Hemberg nach Urnäsch, von dort hoch zum Parkplatz Färenstetten
Rückfahrt: über die Schwägalp
Strecke: 5.3 km: Parkplatz Färenstetten (1179 m) – Waldhütte Bruggerenwald (1194 m) – Rossmoos – Hochalp-Ostgipfel 1528 – Hochalp (1530 m) – Berggasthaus Hochalp (1520 m) – Nasen (1381 m) – Rossmoos Brücklein P.1310 – Waldhütte Bruggerenwald – Parkplatz Färenstetten
Aufstieg: ca. 365 m
Abstieg: ca. -355 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std.

Tageszeit: 10:30 bis 13:50 Uhr

Juf – Stallerberg – Uf da Flüe

Das heutige Gipfelziel war nicht besonders ambitiös, von den Verhältnissen einmal abgesehen. Gerade richtig, um die vorabendliche Schlemmerei zu kompensieren. Mitten im Dorf Juf schnallten wir die Grödel auf die Schuhe und die Schneeschuhe auf die Rucksäcke. Das war eine gute Entscheidung – der Aufstieg bis ca. 2550 m.ü.M. war ziemlich ausgeapert und teilweise vereist. Die Steilstufe dem Treiabach entlang hoch verlangte Trittsicherheit, war letztlich aber gut zu meistern. Erst bei der kleinen Jagdhütte unterhalb des Stallerbergs ging ohne Schneeschuhe (fast) nichts mehr. Im nach S verlaufenden Aufstieg zu Uf da Flüe sanken wir, vor allem Susanne und Richi, bis zu den Hüften ein. In den Mulden lagerten meterhohe Pulverschneemengen – ein herrlicher Krampf! Auf ca. 2600 m.ü.M. glaubten wir in einer kurzen, steilen Querung warnende Wumm-Geräusche zu vernehmen. Nach etwa 600 m erreichten wir den Vorgipfel mit dem grossen Steinmann (2692 m). Bei diesem wunderbaren Aussichtspunkt genossen wir den Ausblick und beschlossen, auf die Begehung des steilen Gipfelhangs (ca. 450 m Strecke und 83 Hm) zu verzichten. Keine schlechte Entscheidung, denn vor uns lag die bei solchen Verhältnissen anspruchsvolle Strecke hinunter zum Stallerberg. Bei der kleinen Jagdhütte genossen wir die aufgeschobene Mittagsrast – voll an der Sonne! Nach Wechsel von Schneeschuhen auf Grödel folgte der Abstieg dem Treiabach entlang nach Juf hinunter – bei mittlerweile frühlingshaften Verhältnissen.

Fazit:
Eine genüssliche Tour auf einen Schneeschuhklassiker par excellence. Und: wir haben den Winter gesehen!!

Wetterverhältnisse:
Im Tal ca. 30 Hartschnee, im Aufstieg am nach SW ausgerichteten Hang ausgeapert, ab ca. 2550 m.ü.M. viel Pulverschnee, sehr sonnig, Wind aus ONO (ca. 9 km/h), -7°.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe Gering 1

Hilfsmittel:
Grödel, Schneeschuhe, Stöcke

Parameter:
Tour-Datum: 28. Februar 2023
Schwierigkeit: T2-3, WT2
Strecke: 6.3 km, Juf (2125 m) – Wissa Turtschi – Treiabach P.2333 (Verzweigung) – P.2506 (Verzweigung) – Stallerberg – Uf da Flüe Vorgipfel (2692 m) – Abstieg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 620 m
Abstieg: ca. -620 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std.
Tageszeit: 10:00 bis 14:30 Uhr

Gulmen (1998 m) – traumhafter Schneeschuh-Klassiker im Obertoggenburg

Nach sechs Jahren wieder einmal auf den Wildhuser Gulme – eine ausgezeichnete Ersatzwahl für das geplante Mattjischhorn im Schanfigg, welches wir der Lawinengefahr wegen doch besser mieden. Beste Bedingungen heute, feinster Pulverschnee, sehr sonnig und wolkenlos, beste Weitsicht (wie die Bilder beweisen…), aber auch kalt (grrrrrrrrrrrrrrr…). Bei minus 8° kam uns der Fussmarsch vorbei an der Talstation der Gamplütbahn (ca. 800 m bis Bodenweidli) gerade recht. Auf Höhe der rechts stehenden Burgruine Wildenburg die Abbiegung nach links hoch zum Bodenweidli, wo wir die Schneeschuhe montierten. Nach wenigen Metern in Richtung Gulmenflanke, um auf dem Forstweg aufzusteigen. Beim bekannten Antikwegweiser Gulmen links haltend, noch immer auf dem Forstweg. Ungefähr bei der auf 1300 m.ü.M. stehenden Hütte Vorder Baholz dann die Gewissheit für unsere Hoffnung: die Schneeschuhspur wurde ausgeprägter. So ist es beim Schneeschuhwandern: mal sind wir am Spuren, mal dürfen wir profitieren. Der folgende Aufstieg hatte es noch immer in sich; steil hoch durch den Wald, und an einigen steilen Hängen querend (Hangneigung >30°) und dort darauf achtend, nicht aus der Spur abzurutschen. An einer besonders steilen Stelle ein kleiner Schneerutsch – im Wald zum Glück! Ein regelrechtes Schneeloch (bestimmt 1 m) bis zur Verzweigung bei P. 1440, wo es links in Richtung Tesel (Zwinglihütte) ginge; wir hielten nach rechts. Die felsige Fluh auf Langebode war dank guter Spur und trotz Steilheit ohne grosse Mühe zu überwinden. Märchenhaft unberührt, diese hochwinterliche Landschaft! Und bald war die Lichtung erreicht, wo die eingeschneite Gulmenhütte steht – ein idealer Platz an der Sonne für eine kurze Rast. Hinter der Hütte führte die Spur steil hoch. Ab einer Höhe von 1700 m.ü.M. veränderte sich die Landschaft markant, der stimmungsvolle Wald wich einem Legföhren-Paradies. Vor uns der laaaange Rücken zum 300 Hm höher liegenden und (vorerst noch) nicht sichtbaren Gipfelziel. Im folgenden Abschnitt ist die Orientierung – vor allem im Winter – schwierig (sämtliche Markierungen unter Schnee!). Jedenfalls querte unsere Spur an einigen Stellen nicht ganz trivial an ziemlich abschüssigen Stellen (Handneigung >30°). Hier hätte ein Rutsch fatale Folgen. Der weitere Aufstieg war reiner Genuss, die Sonne im Gesicht, ein nur wenig störender Wind, und der Panoramablick ins (grüne) Rheintal – einfach schön! Auch wenn es sich bis zum Gulme-Gipfel, wie gewohnt, hinzog – die Strecke war abwechslungsreich. Und fast schon abrupt endete der Legföhrenwald, und wir näherten uns dem abgeblasenen Gipfel mit dem grossen Gipfelsteinmann. Schön, dass wir den aussichtsreichen Panoramagipfel für uns allein geniessen durften. Sogar der Wind machte eine Pause, so dass wir das 360°-Panorama voll geniessen und fotografieren konnten: im Norden der nahe Alpstein mit Wildhuser Schafberg, Girenspitz, Altmann, Wildhuser Schafboden, die eingeschneite Chreialp, Chreialpfirst, Mutschensattel, und Mutschen. Der ungetrübte Weitblick in Richtung Vorarlberg, Rätikon, in die Bündner und Glarner Hochalpen und ins leicht dunstige Rheintal hinunter: vom Feinsten. Schwierig, sich hier oben satt zu sehen! Der Wildhuser Schafberg war heute nicht besucht, wohl der ausgeprägter Lawinensituation wegen; normalerweise sind die Spuren der Skitüreler von blossem Auge auszumachen. N.B.: dass sich auf den Gulmen keine Skitourenläufer „verirren“, liegt bestimmt am speziellen Gelände – eine Abfahrt durch die Legföhren ist wohl kaum das ultimative Vergnügen. Die Gipfelrast verschoben wir auf später – ab in die romantischen Legföhren. Auf dem weiteren Abstieg versuchten wir die beschriebene Gefahrenstelle zu meiden, mussten im Dickicht aber kapitulieren. Also folgten wir mit leicht mulmigem Gefühl der bereits bekannten Spur. Vor der Gulmenhütte nochmals eine Trinkpause an der Sonne. Bei der bekannten Verzweigung unterhalb P.1440 entschieden wir, nicht in Richtung Gamplüt zu laufen, weil dort bereits schattige Stellen auszumachen waren. Vielmehr machten wir uns an den steilen Abstieg – halt nicht gerade schonend für die Scharniere. Bald landeten wir wieder im Bodenweidli, das mittlerweile wunderbar in der Nachmittagssonne lag. Weg mit den Schneeschuhen – zu Fuss weiter vorbei an der Talstation der Gamplütbahn. Am bereits im Schatten liegenden Parkplatz angelangt, holte uns die frostige Kälte ein.

Fazit:
Eine Schneeschuhtour der Extraklasse! Und an diesem Bergrücken gut einschätzbare Lawinengefahr.

Wetterverhältnisse:
ca. 30 bis 60 cm Pulverschnee, wolkenlos, Wind aus SO (ca. 15 bis 30 km/h), -8°

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe Erheblich 3

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde

Parameter:
Tour-Datum: 8. Februar 2023
Schwierigkeit: WT3
Strecke: 11.2 km, Wildhaus Chuchitobel (Parkplatz beim Feuerwehrdepot, 1097 m) – Talstation Gamplütbahn (1085 m) – Bodenweidli – Vorderbannwald – P.1440 (Verzweigung auf Langebode) – Gulmenhütte (1664 m) – Gulme (1998 m) – Abstieg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 950 m
Abstieg: ca. -950 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 30 Min.
Tageszeit: 10:15 bis 16:45 Uhr