Von Einsiedeln über den Etzelpass nach Pfäffikon SZ

Der März ohne ernsthafte Tour – und schon ist’s Frühling! Doch nicht ganz, denn in drei Wochen stehen zum Abschluss der Wintersaison vier anspruchsvolle Schneeschuhtrekkingtage an (Aletschgletscher, Konkordia- und Hollandiahütte, u.a. mit Besteigung des Fastviertausenders Äbeni Flue 3962 m). Da reichen die paar Skitage in Les Diablerets nicht – also ist trainieren angesagt, beispielsweise mit einer Einlauftour in der Nähe.

Die ÖV brachten uns nach Einsiedeln, wo wir im Dorfzentrum – nach einem leckeren Startkafi, versteht sich – losmarschierten. Südlich der imposanten Klosteranlage querten wir durch ein Tor einen seitlich gelegenen Innenhof und durch ein weiteres Tor die Stallungen des Marstalls, des ältesten Gestüts Europas. Hier werden seit über eintausend Jahren Einsiedler-Pferde, die Cavalli della Madonna, gezüchtet. Wanderern ist der freie Durchgang durch die Anlage erlaubt. Nach der Klosteranlage der leichte Aufstieg zum Aussichtspunkt St. Benedikt, wo der Blick über das Klosterdorf und hinüber zu den Skisprungschanzen geht. Theoretisch wären hier auch die markanten Gipfel des Hoch-Ybrig zu sehen (Druesberg, Forstberg, u.a.m.). Wir schauten vorwärts, auf den kurzen Abstieg zum Sihlsee hinunter, den wir nach etwa einer halben Stunde beim Ortsteil Birchli erreichten. Der flächengrösste Stausee der Schweiz (mit einer grössten Tiefe von nur 23 m) liegt schön im Gelände, und die Uferzone, die wir durchwanderten, ist teilweise Naturschutzgebiet. Dem Wasser entlang, vorbei an einigen im Sommer bestimmt stark genutzten privaten Grundstücken, erreichten wir die unscheinbare Staumauer, die wir überquerten. Ab Quartier Blüemenen entlang dem nördlichen Seeufer bis zum Strandbad, dessen Restaurant (noch) geschlossen war. Hier überquerten wir die geteerte Strasse, um das kleine Naturschutzgebiet Roblosen zu erreichen. Bis zum Hof Hirzenstein führt der Weg durch schöne Hochmoorlandschaft und vorbei an reihenweise angelegten und offensichtlich liebevoll gepflegten Gärten. Fast überraschend erscheint vor uns das in einer Senke liegende Örtchen Egg, welches von der jungen Sihl durchflossen wird. Das Örtchen mit der grossen Kirche ist Geburtsort eines der bekanntesten Gelehrten Europas, Theophrastus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt unter dem Namen Paracelsus, geb. ca. 1493. Nach Überquerung der Brücke hielten wir links, vorerst der Sihl entlang, um nach den letzten Häusern rechts haltend aufzusteigen (Markierung WW Etzel). Die hundert Hm Aufstieg bis zum Hof Jureten verlaufen überwiegend im Wald, wo wir schliesslich auf einer Weide von ein paar scheuen Alpakas begrüsst wurden. Einige Meter weiter, beim P.976, dann der Blick auf den Zürichsee hinunter und über diesen hinweg der Fernblick nach Hause. Links haltend erreichten wir rasch St. Meinrad und damit den Etzelpass mit dem schönen Gasthaus und der Kapelle, beide dem Heiligen gewidmet. Über uns gut sichtbar das markante Berggasthaus Etzel-Kulm. Wir begnügten uns mit der Einkehr in der Gartenwirtschaft des St. Meinrad; der Benediktiner-Eintopf (aus Hackfleisch, Lauch und Frischkäse) schmeckte ausgezeichnet!

So gestärkt verliessen wir diesen gastlichen Ort, um direkt von der Passhöhe über den gut angelegten Treppenweg abzusteigen. Die Passstrasse zweimal überquerend, hielten wir östlich durch den Bannwald hinunter, nahe des Meinradsbrunnens vorbei durch mooriges Gelände. Ab Waldausgang war nochmals die Passstrasse zu überqueren, dann der Abstieg hinunter zum Ortsteil Luegeten, wo direkt nach dem Aussichtsrestaurant der steiler werdende Abstieg zur lautstarken Autobahn begann. Bei P. 490 dann die Brücke über die A3, um sofort wieder links haltend direkt ins Dorfzentrum Pfäffikon SZ und dessen Bahnhof abzusteigen.

Fazit:
Gemütliche Vorfrühlingswanderung (teilweise auf dem Jakobsweg verlaufend), ohne besondere Anforderungen, höchstens die Länge der Wanderung genügte, uns etwas zu fordern. Und zum Schluss sogar Sonnenschein!

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn etwas trübe, aber trocken, zwischendurch zeigte sich zaghaft die Sonne, ca. 10°, leichte Bise.

Hilfsmittel:
keine

Parameter:
Tour-Datum: 2. April 2017
Schwierigkeit: T1
Strecke: 14.7 km, Einsiedeln (Bahnhof, 882 m) – Kloster – St. Benedikt P. 951 – Vogelherd –  Underem Birchli – Blüemenen – Strandbad – Allmig, P.919 – Hirzenstein – Egg (857 m) – Jureten/Oberegg, P.951 – P.976 – St. Meinrad (Etzelpass, 950 m) – Meinradsbrunnen – P.725 – Luegeten, P.608 – Brücke über die A3 (490 m) – Pfäffikon SZ (Bahnhof, 412 m)
Aufstieg: ca. 282 m
Abstieg: ca. -760 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Nikon Coolpix P900

2 Gedanken zu „Von Einsiedeln über den Etzelpass nach Pfäffikon SZ“

    1. Genau, Treppensteigen finden wir auch erheblich schöner, als runter. Gut, die wsenigen Treppchen auf dieser Strecke würden Dir wohl kaum genügen als Vorbereitung auf Deine grossen Touren. Danke für den netten Kommentar, und liebi Grüess, auch de Susanne!

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