Kategoriearchiv: Graubünden

Spi da Baselgia 2945 m – Macun-Seen 2616 m

Lange geplant, heute möglich: die Bergtour mit Severin zu den Macun-Seen – gezählt haben wir sie nicht, aber es sollen 24 Seelein sein. Wegen der Länge der Tour nutzten wir die Dienste des Macun-ShuttleHans Hagen brachte uns hoch zur Waldgrenze nach Plan Sech. So sparten wir den kräfteraubenden Aufstieg ab Zernez durch den Wald (5.6 km, 817 m Aufstieg). Noch im Schatten (gut so!) liefen wir bis zum Ende des Fahrwegs kurze vor Punkt 2267. Dann wurde es steiler, auf gutem Pfad in Kehren zwischen den Lawinenverbauungen hoch bis uns die Sonne hatte. Zum ersten Höhepunkt, dem Munt Baselgia, waren es nur wenige Meter. Auf diesem Vorgipfel genossen wir eine Trink- und Esspause. Grandios die Aussicht ins Unterengadin, zu den Berninaalpen, nach Zernez hinunter (-1200 m) und zum sterbenden Vadret da Sarsura. An den Flanken des Piz Sursassa (2967 m) machte Severin ein paar Gämsen ausfindig, die durch den Feldstecher und das Fernrohr gut zu sehen waren. Erwartungsfroh begannen wir mit dem Aufstieg zum heute höchstgelegenen Punkt, dem Spi da Baselgia. Steil und blockig, streckenweise mit Ketten gesichert, über 900 m waren 270 m Aufstieg zu bewältigen. Nach 35 Minuten Blockkraxeln standen wir oben. Was für ein grandioser Ausblick auf die Seen-Platte von Macun und die eindrücklichen Blockgletscher (die sich im Durchschnitt ca. 14 cm pro Jahr bewegen) – Belohnung für all die Mühen! Genussvolle Gipfelpause! Mittlerweile bewegten wir uns genau auf der Grenze des Schweizerischen Nationalparks. Gute wrw-Markierungen wiesen uns über den leicht ausgesetzten Blockgrat, auf dem Konzentration, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt waren. Und der Einsatz nur eines Stockes war hilfreich, ansonsten gutes Gleichgewichtstraining, wie Severin meinte. Der Grat ist etwa dreihundert Meter lang und man steigt etwa hundert Hm ab zur Fuorcletta da Barcli. Hier musste wieder ein Zwischenstopp sein, denn die Aussicht war einfach genial: zur Linken (N) die Macun-Seeplatte mit den Blockgletschern, geradeaus (O) der Spi da Laschadura (3000 m), rechts davon das Val Laschdura und weiter östlich die schön gelegene Alp Ivraina oberhalb Ova Spin. Vom Übergang folgte jetzt der Steilabstieg über Block- und Schuttgelände und über einen der Blockgletscher. Innehalten war angesagt, Wasser- und Windgeräusche lauschen. Auf 2720 m.ü.M. passierten wir das erste Seelein, wunderbar seine Farbe! Hundertfünfzig Höhenmeter weiter unten gelangten wir zum Lai d’Immez, wo auch ein Wanderwegweiser Informationen bot. Wir entschieden uns für den Seenrundgang, der etwa eine halbe Stunde länger dauern sollte. Vorbei am Lai da la Mezza Glüna (Halbmondsee), stiegen wir ein paar Meter höher zum Lai dal Dragun (Drachensee). Hier fanden wir den idealen Platz für die Mittagsrast. Die wenigen Quellwolken, welche sich am Spi da Baselgia bildeten, signalisierten die angekündigten Gewitterzellen – wie sich zeigte, wurden wir verschont. Vom Rastplatz aus waren am Fuss des Piz d’Arpiglias junge und ältere Gämsen zu sehen – ein Augenschmaus. Nach vierzig Minuten Pause der Aufbruch; über gut zu begehende Pfade erreichten wir bei Punkt 2642 die Nationalparkgrenze und wenig später den nördlichsten der Seen. Wieder auf dem Macun-Normalweg, war diese grossartige Seenrunde abgeschlossen – sehr lohnend und ein Muss! Jetzt noch sechshundert Höhenmeter Abstieg zur vier Kilometer entfernten Alp Zeznina Dadaint. Über abschüssige Geröllhalden und endlose Serpentinen war noch etwas Konzentration nötig – anspruchsvoll, waren wir mittlerweile doch leicht ermattet. Unterwegs viele Weidetiere, auch zwei Esel auf dem Pfad, die Streicheleinheiten einforderten (gern geschehen!). Am Wasser der Aua da Zeznina noch eine letzte willkommene Ruhepause, bevor wir zehn Minuten später das Gebäude der Alp Zeznina Dadaint erreichten. Zwei Kurven weiter unten war der Abholort erreicht; nach kurzer Wartezeit kam wie abgemacht der Macun-Shuttle, der uns sicher nach Zernez zurückbrachte.

Fazit:
Der Besuch der Macun-Seenplatte war ein grossartiges Erlebnis – nicht zuletzt auch dank der Begleitung von Severin, der uns mit seiner freundschaftlichen Art reich belohnte – grazia fichun!

Wetterverhältnisse:
Vorzügliches Bergwetter, sonnig, am Nachmittag etwas Quellbewölkung, kein Niederschlag,  ca. 8 bis 14°, Wind 11 bis 22 km/h S

Hilfsmittel:
Stöcke, feste Bergschuhe, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 5. August 2026
Anforderung: T4
Strecke: 12.5 km, Startpunkt bei 2218 m – Plan Sech, Ils Mürs – Munt Baselgia (2682 m) – Spi da Baselgia (2945 m) – Fuorcletta da Barcli (2850 m) – Macun, Lai d’Immez (2616 m) – Lai dal Dragun (2627 m) – P.2642 – P.2256 – Aua da Zeznina P.2029 – Alp Zeznina Dadaint (1958 m)
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Aufstieg: ca. 744 m
Abstieg: ca. -980 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 45 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 7 Std. 45 Min.
Tageszeit: 07:45 bis 15:30 Uhr

Unterwegs im Paradies: Ofenpass – Jufplaun – Buffalora

Heute war eine Wellness-Wanderung angesagt, sowohl für das Auge wie auch für den Körper. Mit dem Postauto zum Ofenpass (Doppelkurs!). Dort stiegen die meisten aus, kaum jemand hatte aber dasselbe vor, wie wir. Der Aufstieg zur Davo Plattas ist felsig, im letzten Abschnitt steil, aber nicht ausgesetzt. Bizarre Felstürme am Il Jalet, den wir umrundeten. Ab Davo Plattas dann über anderthalb Kilometer die aussichtsreiche Querung, unterwegs führt der Weg durch die Runse der Aua da Murtaröl – spektakulär wie immer. Etwas Konzentration und Trittsicherheit war gefordert. Bald war die Verzweigung auf Döss da las Plattas erreicht – wir blieben rechts. Es folgten dreieineinhalb Kilometer leichter Abstieg über wunderbares Weidegelände, wo wir rasteten und dem weidenden Vieh zuschauten und -hörten. Etwas weiter unten erreichten wir die Brücke über die Aua da Murtaröl, welche wenig Wasser führte. Ab jetzt verlief die Strecke nach N, voll in der Sonne, und paradiesisch die Aussicht zum Piz Nair und zum auch schon besuchten, eindrücklichen Piz Vallatscha. Bald erreichten wir die bekannte Privathütte bei P.2196 (Margun wird sie genannt) – kein Zutritt, privat, niemand zuhause. Ein paar hundert Meter weiter die (bekannte) grosse Arve. Immer wieder faszinierend der Blick nach S zum massigen Piz Murtaröl, zum Piz Daint und zum Munt Buffalora mit seiner zerklüfteten Ostflanke. Mit Ausnahme eines Wiesels und der weidenden Kühe bekamen wir heute keine Tiere zu Gesicht, auch der Bartgeier gab keine Vorstellung. Und wie immer in dieser Gegend maulte eine Cratschla hektisch. Nun folgte der Abstieg zur 180 Hm tiefer liegenden Alp Buffalora. Am Gebäude der Alp angekommen, wählten wir die Trittspur, welche über die Weide direkt zur Postautohaltestelle P10 an der Ofenpassstrasse hinunterführte. Nach 15 Minuten Ankunft beim Restaurant Buffalora; wir fanden Platz, sogar unter einem freien Sonnenschirm. Die Gelati erfrischten und schmeckten ausgezeichnet…

Fazit:
Eine relativ ruhige Wanderung im Paradies am Ofenpass.

Wetterverhältnisse:
Sonnenschein, wolkenlos, Temperaturen im Bereich 10 bis 15° C, trocken, kaum spürbarer  Wind (ca. 13 bis 30 km/h NW), der angenehm und leicht kühlend wirkte.

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 24. Juli 2026

Schwierigkeit: T2
Strecke: 7.5 km, Postauto zum Pass dal Fuorn/Ofenpass (2148 m) – Aufstieg südöstliche Jalet in Richtung Piz Daint – Davo Plattas (2288) – Val Murtaröl – Döss da las Plattas – Verzweigung P.2272 – Brücke über die Aua da Murtaröl bei P.2221 – Privathütte bei P.2196 – P.2156 – P.2157 – Alp Buffalora (2033 m) – Aua da Murtaröl – Buffalora P10 (1967)
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Aufstieg: ca. 221 m
Abstieg: ca. -382 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 25 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 27 Min.
Tageszeit: 10:45 bis 14:10 Uhr

Bikefahrt über den Pass da Costainas nach S-charl und zurück

Valchava verliessen wir am nördlichen Ortsrand auf der Ofenpassstrasse in Richtung Furom, dort über den Rombach hoch nach , nach 6 km Fahrt schon 530 m Aufstieg – kaum spürbar die Anstrengung. Also weiter hoch auf der Alpstrasse bis zur Alp Champatsch; die Einkehr im Alprestaurant La Posa war erst auf der Rückfahrt geplant. Bei Punkt 2093 fuhren wir auf dem Alpweg hoch bis zum Brücklein über den Bach. Unterwegs spickte die Kette an Doris’ Bike raus – zum Glück ohne Riss, rasch behoben. Nach der Brücke wurde es ernsthaft: der fürchterlich steile Aufstieg Serrà bis hinauf zur Hütte (100 Hm über 400 m, Steilheit >20%). Der Untergrund war derart rutschig und felsdurchsetzt, dass teilweise absteigen und schieben die besser Lösung war; Schiebehilfe sei Dank, gelang das gut, nur halt etwas langsamer. Oben bei der kleinen Hütte auf etwa 2230 m.ü.M. angekommen, eine kurze Trinkpause. Wenige hundert Meter später hatten wir die heute maximale Höhe erreicht, der Pass da Costainas. Einige BikerInnen und Wanderer trafen sich. Hier öffnete sich der Blick ins Tälchen der Clemgia und zum mächtigen Piz Murtera. Auf dem folgenden schmalem Singletrail viel Gegenverkehr. Nach kurzerer Abfahrt erreichten wir die 120 m tiefer liegende Alp Astras Tamangur Dadaint, wo die Alpwirtschaft geöffnet war und sich einige Wanderer und Biker verpflegten, wir hatten (noch) keinen Bedarf. Auf dem Alpsträsschen rollten wir vorsichtig an weidenden Tieren vorbei, links der Piz Vallatscha und der Piz d’Astras, rechts über dem Bach Clemgia der God Tamangur – höchstgelegener Arvenwald Europas. Nach der Alp Praditschöl wurde der Trail ruhiger und auch etwas steiler. Bei P.2019 die Brücke über die rauschende Clemgia. Nun folgte die Abfahrt über vier Kilometer und 200 Hm über die unbefestigte Fahrstrasse nach S-charl hinunter, immer darauf achtend, die Wanderer nicht einzustauben. Allegra und grazia – das Miteinander funktionierte bestens dank Rücksicht, Aufmerksamkeit und Respekt; isch jo logisch (Slogan Fairtrail Graubünden). Das schmucke Dorf war gut besucht von Wanderern, Bikern und Postauto-Ausflüglern. Im beschatteten Garten des Gasthauses Crusch Alba genossen wir eine längere Mittagspause. Hier erwarteten wir unsere Bikekollegen Jörg, Roman und Victor, welche eine weite Runde ab Zernez über Guarda – Scuol hinauf nach S-charl fuhren (Respekt!). Die drei kamen um 14 Uhr an, einen Kafi gabs für alle. Gestärkt brachen wir auf zur Rückfahrt auf der bekannter Strecke: 20 km über ca. 1300 Höhenmeter. Unterwegs bis zur Alp Astras Tamangur Dadaint war die Völkerwanderung vom Vormittag abgeebbt, nach der Alp wurde es verständlicherweise ruhiger. Wieder über den Pass da Costainas, danach näherten wir uns wieder der kritischen Steilstufe Serrà, welche bei der bekannten Hütte begann. Während unsere Münstertaler furchtlos durch die Steilstufe abfuhren, meisterten wir den oberen Abschnitt der Strecke an den besonders kritischen Stellen zu Fuss – zu gross der Respekt! Den zweiten Teil der steilen Strecke wagten wir vorsichtig abfahrend, nach der Brücke über die Aua da Laider die kurze Strecke über eine Weide zur Alp Champatsch. Im Restaurant La Posa wurden wir von den drei Münstertalern erwartet; Viva beim gemeinsamen Bier auf einen wunderschönen Tag!

Fazit:
Diese Biketour hatten wir schon vor vier Jahren unternommen, weniger fordernd und anspruchsvoll war sie heute trotz unserer Erfahrung definitiv nicht.

Wetterverhältnisse:
Hochsommerlich, wolkenlos, ca. 10 bis 20°, kaum Wind – ideal also!

Ausrüstung:
e-Bike, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 22. Juli 2026
Schwierigkeit: S1-2 (gut fahrbar, mit technischen Abschnitten (Wurzeln, Steine, enge Kurven, steile Up- und Downhills), überwiegend Naturstrassen, 3.6 km Singletrails
Strecke: 40.1 km, Valchava (1424 m) – Furom (1604 m) – Lü (1916 m) – Lü Daint – Champatsch (P.2093) – Serrà (2199 m) – Pass Costainas (2250 m) – Alp Astras Tamangur Dadaint (2131 m) – Astras Dadora (2122 m) – P.2019 (Brücke über die Clemgia) – P.1993 (Taleingang Alp Plazèr) – P.1962 – Plan San Martaila – P.1913 – Charbunera – S-charl (1808 m) – Rückfahrt auf gleicher Strecke
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Aufstieg: ca. 1314 m
Abstieg: ca. -1296 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 30 Min. (viele Pausen)
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 10:40 bis 17:10 Uhr

Alp Prasüra – Sassa Marscha – Chalderas – Alp Sielva

Ideales Bergwanderwetter heute: nicht zu heiss, klare Fernsicht, kein Niederschlag – beste Verhältnisse also, eines unserer Projekte anzugehen: die Höhenwanderung über die Alp Prasüra, die anspruchsvolle Querung über Sassa Marscha mit teilweise ausgesetzten Steilhängen, die Passage oberhalb der Brüche bei Chalderas, streckenweise wegloser Abstieg im Val da Pisch.

Startpunkt war die Postautohaltestelle Blockhütte auf 1870 m.ü.M. an der Strasse zum Umbrailpass. Gleich bei der Haltestelle begann der Aufstieg, erst auf der Forststrasse in Richtung Alp Präsura. Nach etwa zweihundert Metern verliessen wir die Strasse, um den Direktaufstieg zur Marangun da Prasüra zu nehmen. Angenehm steil und im Schatten des Waldes, bis nach etwa siebenhundert Metern bei den Gebäuden der unteren Alp Prasüra die Alpstrasse wieder erreicht war. Jetzt gings ordentlich ansteigend hoch zur Alp Prasüra. Kurz vor den Alpgebäuden verliessen wir die steile Strasse bei 2200 m.ü.M. nach links, um den WW in Richtung Pin Grond zu laufen. Anfänglich auf deutlicher Spur, änderte die Unterlage zusehends. Zwar waren nur etwa zweihundert Hm bis Chalderas zu bewältigen; die Strecke im Bereich Pra da la Bargia war teilweise steil, unwegsam und stark verbuscht, teilweise waren rutschige Runsen zu überqueren. Die sehr schmalen Querungen im Bereich Sassa Marscha (= fauler Stein) über bis zu 30° steile Hänge verlangten Trittsicherheit und Schwindelfreiheit – jedenfalls war ausrutschen verboten. Stöcke waren sehr hilfreich. Auf einer Höhe von ca. 2350 m.ü.M. dann abrupter Kulissenwechsel; vor uns die furchterregende Abbruchlandschaft Chalderas. Der dominante, 600 m hohe Abbruch ins Val Schais hinunter wirkt sehr bedrohlich. Der Stein besteht aus Gips, deshalb die weisse Farbe. Schais ist der romanische Begriff für Gips. Chalderas heisst auf deutsch übersetzt Käsekessel. Der Name lässt auf die zahlreichen Dolinen (trichter- oder schüsselförmige Senken) schliessen, welche im Gipsgestein am Piz Chalderas (2793 m) vorkommen. Seit hunderten von Jahren rutschte hier viel Material talwärts und bedrohte das Dorf Sta. Maria Val Müstair. Das Gelände am Piz Calderas ist generell sehr instabil und steinschlagträchtig, was eine permanente Überwachung und Sicherung erfordert. Von unserem Zuhause in Valchava blicken wir dauernd hoch zur Gefahrenstelle. Niemand käme darauf, oben durchzuwandern. Heute war das Gebiet gefahrlos zu durchqueren; allerdings vorausgesetzt, man hielt sich an die markierten Pfade. Am Ende der Querung steht sogar eine Bankniederlassung (Simon 2002) an prominenter Lage – diese und die Panoramasicht waren wie gemacht für eine ausgiebige Mittagsrast. Der weitere Weg führte an einigen grossen Dolinen vorbei, in denen an der tiefsten Stelle noch Schnee lag. Nach einem kurzen Aufstieg von etwa 100 Hm erreichten wir bei Punkt 2426 die heute höchstgelegene Stelle. Vor uns jetzt der Abstieg über 6 km mit beinahe 1100 Hm. Nach wenigen Minuten erreichten wir die schön gelegene Hirtenhütte Pin Grond – trotz Fahne niemand da. Vierhundert Meter weiter die Verzweigung, für uns hiess das links abzubiegen, Richtung Alp Sielva. Verwunderung darüber, dass in diesem wunderbaren Gelände keine weidenden Tiere anzutreffen waren. Fehlende Zäune liessen vermuten, dass die Alp nicht bestossen ist. Auf dem «Weg» bis zum Wildwasser der Aua da Pisch wiesen uns gute wrw-Markierungen, von Weg keine Spur. Ziemlich holprig und fordernd der Abstieg in diesem wilden Bereich. Am Bach angekommen, wagte Doris ein kurzes Fussbad. Auf dem weiteren Abstieg ins Val Pisch – immer entlang des Wildwassers – erreichten wir auf etwa 1850 m.ü.M. die Hütte Alp Sielva. Nur noch fünfhundert Hm bis Sta. Maria. Auf dem Schlussabschnitt über 3 km war also weiterhin mit steilem Gelände zu rechnen. Unsere Muskeln begannen langsam zu brennen. Durch eine idyllische Hohlgasse erreichten wir die Lichtung Belvair und bald auch das Waldende. Nun voll der Sonne ausgesetzt (bei gefühlten 30°), wanderten wir leicht ermattet dem Ziel entgegen – unterwegs Heuwetter. Dort, wo die Umbrailstrasse im Ortszentrum einmündet, bei der Post, warteten wir kurz, um das Postauto zu besteigen. Zuhause angekommen, gabs im Garten des Hotel Central den verdienten Apéro – Viva! Einfach schön wars…

Fazit:
Eine anspruchsvolle Höhenwanderung über eindrucksvolle Alpen, Brüche und Dolinen, Schwindelfreiheit Voraussetzung, unbedingt nur bei trockenen Verhältnissen zu empfehlen.

Wetterverhältnisse:
Erstklassiges Bergwetter, gute Fernsicht, sonnig, Schönwetterbewölkung, 16 bis 26°, Wind bis 7 km/h N

Hilfsmittel:
Stöcke, feste Bergschuhe, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 20. Juli 2026
Anforderung: T3-T4
Strecke: 11.9 km, Umbrailstrasse, Postautohaltestelle Blockhütte (1870 m) – P.1925, Abbiegung – Marangun da Prasüra (1998 m) – Alp Prasüra, Abbiegung Pin Grond (2195 m) – Sassa Marscha – Pra da la Bargia – Chalderas – P.2426 – Pin Grond, Abzweigung Alp Sielva (2361 m) – P.2163 – Aua da Pisch – P.1865, Brücke – Val Pisch, Hütte Alp Sielva – Belvair – Aua Naira (1469 m) – P.1403 – Sta. Maria Val Müstair (1376 m)
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Aufstieg: ca. 523 m
Abstieg: ca. -1063 m
Laufzeit mit Pausen: ca. 6 Std. 15 Min
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 10:05 bis 16:20 Uhr

Kafi-Bike-Runde Alp Champatsch-Lü-Craistas

Nach dem kurzen Regen von heute Vormittag war am Nachmittag eine sonntägliche Bikerunde angesagt. Oberhalb Valchava über die Ebene Pravalchava hoch bis zur Brücke im Val da l’Archa Gronda. Auf dem Bärenpfad, über die Aua da las Fruos-chas nach Fuldera, und bald war Fuldera Daint erreicht. Kurze Umleitung (Bauarbeiten am Normalweg) über Palü dals Lais bis Curtin da Plaz. Nach der Überquerung der Hauptstrasse am Biotop Stretta vorbei hoch nach Chasuras, dem westlichsten Punkt der heutigen Runde. Aussichtsreich und voll an der Sonne der Aufstieg vorbei am Hügel Mottas – Feuerlilien fotografieren! Kurze Abfahrt zur Brücke über die Aua da Laider, dann hoch durch lichten Wald (im Winter eine Schlittelpiste), bis nach dem Wald die Sonnenterrasse von erreicht war. Das Dörfchen streiften wir am westlichen Dorfrand, um über Lü Daint zur Alp Champatsch hochzufahren. Wenige später dann im Alp-Restaurant  La Posa bei Melanie die obligate Einkehr; viele Besucher hier. Einfach prächtig, diese Lage westlich des Muntet und am Fuss des Pass da Costainas. Kafi und Kuchen musste sein! Nach dieser Stärkung folgte die Abfahrt (150 Hm) auf der Alpstrasse zurück nach . Nach der Kirche links steil hoch auf der neuen Strasse in Richtung Valmorain. Bei P.2011 geradeaus über Urschai, vorbei an der Alp Sot – wo der freundliche Muni Hibou darauf wartete, abgelichtet zu werden. Weiterfahrt vorbei an Bertrand’s Bänkli, ohne Stopp, weil der Ortler sich nicht blicken liess. In Craistas am Hof der Famiglia Lamprecht vorbei, weiter hinunter nach Valpaschun, und wenig später landeten wir bei Furom an der Via Val Müstair. Anderthalb Kilometer weiter beendeten wir diese gemütliche Kafirunde zuhause in Valchava – schön war’s!

Fazit:
Nach dem Regenguss am Vormittag (welche Wohltat!) eine Runde in vertrauter Umgebung und wieder bei Sonnenschein.

Wetterverhältnisse:
Sonne und Wolken, ca. 20 Grad

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 19. Juli 2026

Schwierigkeit:  L=Leicht fahrbar, meist auf guten Fahrwegen
Strecke: 29.4 km, Valchava (1415 m) – Pravalchava – Plazzaraun – Val da l’Archa Gronda (1657 m) – Sur Fuldera (1636 m) – Fuldera Daint (1635 m) – Palü dals Lais (1616 m) – Orasom Tschierv (1635 m) – Curtin da Plaz (1661 m) – Chasuras (1689 m) – Aua da Laider (1762 m) – P.1847 – P.1898 – Lü (1916) – Lü Daint – P.2093 – Alp Champatsch (2088 m) – Lü – Urschai (2011 m) – P.2025 – Craistas (1875 m) – Valpaschun (1770) – Stabels (1654 m) – Furom (1604 m) – Via Val Müstair – Valchava
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Aufstieg: ca. 815 m
Abstieg: ca. -780 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 50 Min.
Tageszeit: 14:10 bis 16:50

Piz Umbrail 3032 m (Überschreitung), Abstieg über Lai da Rims bis Pra da Vau

Für heute Samstag war die Besteigung und Überschreitung eines beliebten und einfach zu erreichenden 3000ers, Piz Umbrail, geplant. Anschliessend der lange Abstieg via Lai da Rims ins Val Vau. Startpunkt war die Passhöhe Umbrail, resp. Postautohaltestelle Schweizer Zoll auf 2501 m.ü.M. Gleich beim Gebäude der ehemaligen Zollstation begann der Aufstieg. Der Weg ist durchgehend weiss-rot-weiss markiert, verläuft nahe der Landesgrenze zu Italien, auf den letzten Metern am Gipfel auf der Grenze. Auf der unteren Strecke begegneten wir spektakulären Zeugen des 1. Weltkrieges (1914-1918); zerfallene Stellungen mit entsprechenden Infotafeln über die Grenzbefestigung; weitere Informationen hier. Bis auf eine Höhe von ca. 2700 m.ü.M. der Aufstieg ein paar Meter östlich der Landesgrenze. Spätestens dort, wo der Weg vom Alpgelände in eine geröllige Traverse übergeht, ist gutes Schuhwerk definitiv von Vorteil. Wie erwartet, waren heute auch einige Biobiker unterwegs; schiebend oder tragend (immerhin ca. 12 kg Last). In der Querung wird der Gipfelaufbau östlich umgangen um dann in einen etwas schwierigeren Steig zu münden. Berggänger mit mangelnder Trittsicherheit und/oder ungenügender Schwindelfreiheit bieten die montierten Ketten eine gute Unterstützung. Kurz unter dem Gipfel wird die Landesgrenze erreicht und der Blick wird frei zum Stilfserjoch und zum heute leider wolkenumhüllten Ortler (3905 m). Auf dem Gipfel dann – trotz leichter Bewölkung – ein famoses 360°-Panorama – sogar die Bernina-Alpen waren zu erkennen. Bei angenehmer Temperatur (ca. 12°) und schwachem Wind nutzten wir den (noch) ruhigen Gipfel, zusammen mit einem jungen Paar (danke herzlich für gegenseitiges Fotografieren!). Nach diesem Gipfelgenuss und einer Trinkpause wichen wir den anstürmenden Bikern und weiteren Gipfelstürmern. Der Abstieg ins Val dal Lai führte steil und über felsiges Gelände – wie wir es lieben – auf eine Fläche hinunter, wo wir auf einer Höhe von knapp 2700 m.ü.M. eine weitere Trinkpause (und OvoBreak dazu!) einschalteten. Von hier aus war das Abstiegsgelände gut einsehbar. Und für Unterhaltung war auch gesorgt: schliesslich wollten wir die «Abfahrt» der Biker beobachten. Spektakel pur! Zwar sind wir der Meinung, dass das Gelände nicht (oder nur grenzwertig) fahrbar ist. Aber die finden solches Tun geiiiiil. Neidlos müssen wir anerkennen, dass die Mutigen die Herausforderung sturzfrei meisterten. Der weitere Abstieg zum wunderschönen, smaragdgrünen Lai da Rims war ein farbiges Festival – und unten am See tummelten sich bestimmt fünfzig Menschen, einige sogar badend. Unsere Mittagsrast genossen wir auf einem etwas höher gelegenen Aussichtspunkt – beinahe zwei Stunden Erholung und Schauspiel. Nach ausgiebiger Siesta folgte der steile Abstieg. Im obersten Teil der Pfad schmal, leicht ausgesetzt und der Trockenheit wegen staubig-trocken. Das hielt die Biker nicht davon ab, hier ohne abzusteigen abzufahren. An der Brücke über die Aua da Rims wurde das Gelände lauffreundlicher, und wir nutzten Abkürzungen zwischen den Kurven der Alpstrasse, welche ins Val Mora führt. Unterhalb Tschucais dann die Ankunft auf Pra da Vau; hier liegt die Postautohaltestelle, wo müde Wanderer abgeholt und ins Tal hinuntergefahren werden (20 Min. Fahrt bis Fuldera, mehr Infos hier); Reservation obligatorisch, was die Mehrheit der Fahrwilligen nicht beeindruckte…

Fazit:
Eine prächtige Überschreitung auf einen beliebten 3000er und ein Abstieg mit vielen Höhenmetern, laaaaange Mittagspause am schönsten Bergsee – Lai da Rims.

Wetterverhältnisse:
Super Bergwetter, sonnig, Schönwetterbewölkung, ca. 12 bis 26°, Wind bis 25 km/h N/NW

Hilfsmittel:
Stöcke, feste Bergschuhe, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 11. Juli 2026
Anforderung: T3
Strecke: 11.9 km, Pass Umbrail, Schweizer Zoll (2501 m) – P.2587 – P.2740 – Piz Umbrail (3033 m) – P.2903 – Val dal Lai, P.2692 – Lai da Rims, P.2404 – P.2118 – Plaun da la Vacha – Brücke über die Aua da Vau (2018 m) – P.1948 – Las Clastras – Tschucais (1840 m) – Haltestelle Pra da Vau (1779 m)
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Aufstieg: ca. 524 m
Abstieg: ca. -1202 m
Laufzeit inkl. Pausen: ca. 7 Std. 05 Min.
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 08:10 bis 15:15 Uhr

Zum Frühstück nach Juppa (Avers) und danach ein Abstecher ins Bergalga

Nach einer sehr erholsamen Nacht in unserem Stützpunkt in Cresta (Appartmenthotel Capetta, dem Partnerhotel des Hotel Avers) die kurze Fahrt ins etwas höhergelegene Juppa, wo das vorzügliche Frühstück auf uns wartete. Heute legten wie die kurze Strecke nicht mit dem Auto, sondern mit den e-Bikes zurück. Da für den frühen Nachmittag heftige Gewitter angesagt waren, und die Heimfahrt ins (noch) hitzegeplagte Unterland bevorstand, war die Fahrt ins idyllische Tälchen Bergalga eine ideale Kurztour. Nach dem kurzen Abstieg nach Vorderbergalga hinunter führte eine Brücke über den jungen Jufer Rhein in Richtung S. Vorbei an den hübschen Walser Häuser (Bergalgaböda) führte die Strecke leicht höher auf dem rechtsufrig verlaufenden, holprigen Alpsträsschen (Murmeltier-Lehrpfad) bis zur Alp Bergalga (Olta Stofel). Im Alpbeizli Hinterbergalga gibt es an gewissen Tagen (DI – FR, heute also nicht) etwas zu trinken – abhängig davon, ob es die Arbeit der Hirten zulässt. Wir genossen die Trinkpause trotzdem und den Blick hinauf zu Wissberg (2980 m) und Gletscherhorn (3106 m) – rechts von letzterem irgendwo der Übergang namens Bergalgapass (2793 m) ins Bergell (Wanderzeit bis Soglio ca. 6 Std.). Für Biker ist hier bei Olta Stofel Schluss, der Pass (zum Glück) nicht fahrbar dank Kraxelstellen. Nachdem wir uns satt gesehen haben, folgte die gemütliche Rückfahrt nach Cresta. Das Wetter hatte gehalten, von Gewitterwolken keine Spur. Die Heimfahrt durch das wilde und enge Tal des Averser Rheins ins Val Ferrera und anschliessend durch das Val Schons und die Viamala nach Thusis; auf der A13 dann etwas rassiger nach Hause.

Fazit:
Ein schöner Abschluss eines zweitägigen Kurztrips in den Avers, diesmal nicht zu Fuss, mit den Bikes aber nicht minder lohnend. Und das bei mindestens 15° C tieferer Temperatur…

Wetterverhältnisse:
Sonnig, leichte Bewölkung, wenig Wind 10 km/h SW, Temperatur 16 bis 20°

Ausrüstung:
e-MTB, Kartenmaterial SchweizMobil/Komoot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 28. Juni 2026
Schwierigkeit: WS=Leicht fahrbar, ohne nennenswerte technische Schwierigkeiten
Strecke: 16.3 km: Cresta (1960 m) – Pürt (1921 m) – Am Bach (1959 m) – Juppa (2003 m) – Rufana, Hotel Avers (2024 m) – Loretzhaus (1987 m) – Bergalgaböda (1992 m) – Olta Stofel, Alp Bergala (2074 m) – Rückfahrt wie Hinfahrt
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Aufstieg: ca. 256 m
Abstieg: ca. -240 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 55 Min.
Tageszeit: 08:30 bis 11:30 Uhr

Eine unvollendete Bike-Runde hoch zum Lago di Lei…

Nach der gestrigen Anreise in den Avers und dem wie immer feinen Nachtessen im Hotel Avers in Juppa und einer ruhigen Nacht im Appartmenthotel Capetta in Cresta, dem Partnerhotel des Hotel Avers, starteten wir heute zum Lago di Lei. Der acht Kilometer lange Stausee liegt auf 1927 m.ü.M. im etwa fünfzehn Kilometer langen Valle di Lei, einem Seitental des Avers. Interessanterweise gehört es zum italienischen Staatsgebiet.

Etwas Geschichte: erstellt wurde das Wasserkraftwerk in den Jahren 1957 bis 1962 von italienischen Arbeitern. Der Stausee liegt grösstenteils auf italienischem Boden, die Staumauer steht auf Schweizer Boden (Gemeinde Ferrera). Der Strom wird ebenfalls in der Schweiz produziert (Kraftwerke Hinterrhein AG). Die Schweiz durfte dafür ihr Hoheitsgebiet um eine winzige Ecke erweitern, in diese passt die Staumauer. Es waren zähe Verhandlungen zwischen der Schweiz und Italien, bis der Stausee gebaut werden konnte. Ein ganzes Tal fluten – da gab es selbstverständlich Widerstand. Doch die Schweiz hatte gute Argumente: viel Kapital. Und der Energiehunger war von übergeordnetem Interesse. Die Alpbesitzer bekamen für Ihre Grundstücke teils Realersatz, teils Geld. Erreicht werden kann die Staumauer durch einen Tunnel von 960 m Länge und einer Neigung von 31 m. Am westlichen Tunnelportal gibt es Parkplätze, die Mauerkrone darf nicht befahren werden. Die Staumauer hat eine Länge von 690 m und eine Höhe von 138 m, die Krone hat eine Stärke von 15 m.

Zurück zu Realität: wir starteten bei besten Bedingungen in Cresta. Die Abfahrt zur Lezibrücke und weiter zum heute tiefstgelegenen Punkt (1973 m) auf der verkehrsarmen Averserstrasse war spektakulär und dauerte zehn Minuten. An der gut ausgeschilderten Verzweigung begann die Steigung (2.5 km, 340 m Höhendifferenz). Rascher als erwartet, nach einer Fahrzeit von weniger als zwanzig Minuten, war das östliche Tunnelportal erreicht. Eine Ampel regelt den Verkehr, kurze Wartezeit; zuerst die Autos, dann die Biker (in der Überzahl!). Hinein in den Kühlschrank, erwartungsgemäss etwas feucht. Am westlichen Tunneleingang direkt auf und über die imposante Staumauer. Das Ziel beinahe aller Besucher: die Baita del Capriolo, das Alprestaurant (und ein Geheimtipp!), das sich auf der italienischen Seite der Staumauer befindet. Die ca. 2.4 km dorthin müssen zu Fuss oder mit dem Bike zurückgelegt werden. Wir ergatterten uns Plätze auf der Terrasse, am Tisch eine Gruppe fröhlicher Biker aus Savognin. Selbstbedienung, ziemlich chaotisch, aber dennoch effizient – jeder nimmt einer (oder zwei) der bereitgestellten Antipastiteller, wer später noch Pizzoccheri mochte, musste nicht lange warten, die kamen ungefragt und unkompliziert. Nach einem offerierten Iva sagen wir ciao und nahmen die Rückfahrt unter die Räder. Über den benachbarten Gipfeln bildeten sich bereits einige wenige Quellwolken, Eile war aber noch nicht angesagt. Nach Staumauer- und Tunnelfahrt folgte die rassige Abfahrt zum Averser Rhein hinunter. Gemütlich über Campsut bis Cröt, dann die Kurven hoch bis zur Lezibrücke. Dort begann unsere unvollendete Runde; auf der alten Averserstrasse (eine gut fahrbare Alpstrasse) durch den Leziwald. Mittlerweile nahte Donner und Blitz aus dem oberen Avers und einige Tropfen waren auch dabei – im Wald waren wir einigermassen geschützt. Gegenüber, auf der orografisch rechtsliegenden Talseite der Blick zum 500 m Luftlinie liegenden Cresta, welches ab P.1928 zu Fuss zu erreichen wäre – für Bike nicht fahrbar. Also weiter durch den Capettawold, um wie erhofft die Brücke über den Averser Rhein bei Pürt zu erreichen. Die Hoffnung stirbt zuletzt – nach Überquerung des Cherlibachs wurde die Alpstrasse zu einem Singletrail. Vierhundert Meter vor der Brücke über den Averser Rhein war fertig lustig. Treppen über ein paar Serpentinen steil hoch – mit e-Bikes eine für uns nicht machbare Tragestrecke. Also Umkehr und zurück zur Lezibrücke. Zum Glück hatte es aufgehört zu regnen und die Sonne zeigte sich wieder. Auf der Fahrt hoch bis Cresta trockneten unsere Kleider vollständig ab. Ein glückliches Ende!

Fazit:
Die Fahrt hoch ins Valle di Lei bot landschaftlich und kulinarisch feine Kost. Nach der Siesta ging es zum Apéro und zum Feinschmecker-zNacht ins Hotel Avers…

Wetterverhältnisse:
Sonnig, leichte Bewölkung, ab 13 Uhr gewitterhaft mit leichtem Regen, wenig Wind 15 km/h S bis W, Temperatur 20 bis 24°

Ausrüstung:
e-MTB, Kartenmaterial SchweizMobil/Komoot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 27. Juni 2026
Schwierigkeit: WS=Leicht fahrbar, ohne nennenswerte technische Schwierigkeiten
Strecke: 25.8 km: Cresta (1960 m) – Lezibrücke (1843 m) – Cröt (1716 m) – Campsut (1678 m) – Abzweigung Valle di Lei (P.1673) – Bleikawold – Tunnelportal O (1901 m) – Tunnelportal W (1932 m) – Staumauer – Alpe del Crot, Restaurant Baita del Capriolo (1961 m) – Rückfahrt auf gleicher Strecke bis zur Lezibrücke – alte Averserstrasse durch den Leziwold – Alpbach – P.1928 – Cherlibach (P.1890) – Umkehrpunkt, zurück bis Lezibrücke (ca. 2.5 km) – ab Lezibrücke auf der Averserstrasse hoch bis Cresta
Auf den folgenden LINK klicken und die Tour als 3D-Video anschauen und Lautsprecher EIN, wer Musik gerne hat…
Aufstieg: ca. 741 m
Abstieg: ca. -759 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 35 Min.
Tageszeit: 10:50 bis 14:00 Uhr

Reko-Biketour Val Mora

Der Sommer hat noch nicht begonnen, ein Hitzetag war es heute aber trotzdem. Heute wollten wir es wissen: ob im Val Mora noch Schnee liegt. Jörg sagte spontan zu, mich zu begleiten. Start um halb zwei Uhr. Ab Valchava die Fahrt über die schiefe Ebene Pravalchava der Aufstieg über Fastais/Mottas ins Val Vau. Die etwa 2.8 km Bergfahrt bis P.1716 (Palüetta) verlief nicht steil und überwiegend im Wald. Bei Palüetta änderte die Richtung, und wir fuhren oberhalb der gut hörbaren Aua da Vau bis Pra da Vau. Ab hier wurde die Unterlage holpriger und deutlich steiler. Nach Tschuccai folgten einige Serpentinen, wo wir bis zur Alp Clastras über eine Strecke von ca. 1.6 km 200 Hm Anstieg zu fahren hatten. Bis zur Alp Praveder erst etwas flacher, dann holpriger und steiler werdend. Links der Piz Praveder, geradeaus der Monte Forcola. Bei P.2132 verblieben wir auf der Strasse, welche steil hochführt bis Döss Radond. Noch immer schneefrei, erreichten wir nach zwei Kurven den heute höchstgelegenen Punkt und bald danach die Wasserscheide bei La Stretta. Jetzt folgte der gemütliche Teil unserer Fahrt in leichtem Auf und Ab, über sich weitende Alpen. Unterwegs der kurze Fussmarsch zum verborgenen Seelein Tea Fondada – quasi eine verlorene Alp. Nach etwas mehr als 16 km war die Alp Mora erreicht – die Jausestation noch geschlossen. Kurze Trinkpause vor dem Alpgebäude; in der Euphorie wollte Jörgs Rucksack dort bleiben – ein Grund, übermorgen wieder hochzufahren. Nach diesem Boxenstopp machten wir uns auf die Rückfahrt in Richtung Osten, nun bei leichtem Gegenwind. Bis zur Wasserscheide faszinierte wie immer die Fahrt durch die wunderschöne Landschaft. Ab Döss Radond war auf der steilen Abfahrt gefühlvolles Fahren angesagt. Jörg wählte den Singletrail, beim Wasserfall trafen wir uns wieder. Vorbei an den Alpgebäuden Praveder und Las Clastras erreichten wir bald wieder Pra da Vau. Hier hielten wir rechts, um rechts der Aua da Vau auf guter Alpstrasse abzufahren, ab und zu eine Abkürzung über einen Trail zu fahren. Die Landung vollzogen wir zwischen Sta. Maria Val Müstair und Valchava, direkt an der Ofenbergstrasse. Anderthalb Kilometer weiter erreichten wir unser Domizil wieder. Kurze Bikewäsche, dann ab unter den Sonnenschirm, wo wir Maria und Doris beim Apero «überraschten».

Fazit:
Wiederholungstäter, begeisternd! Dir lieber Jörg ein herzliches Dankeschön für die Begleitung – hat grossen Spass gemacht…

Wetterverhältnisse:
Sommerwetter, praktisch wolkenlos, ~15 bis 25°, leichter Wind 10 bis 20 km/h NO

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 25. Mai 2026

Schwierigkeit: WS=gut fahrbar, mit technischen Abschnitten (Wurzeln, Steine, enge Kurven, steile Up- und Downhills)
Strecke: 31.3 km, Valchava Muglin (1430 m) – Pravalchava – P.1629 (Fastais/Mottas) – P.1716 (Palüetta) – Val Vau – P.1779 (Pra da Vau) – P.1840 (Tschuccai) – P.1947 – P.1974 (Las Clastras) – Praveder – P.2132 – P.2236 (Döss Radond) – P.2216 (Wasserscheide bei La Stretta) – P.2160 – P.2151 (Plazza Gronda) – Pedra Grossa (2119 m) – P.2062 (Verzweigung Passo di Val Mora) – Alp Mora (2080 m) – Rückweg bis Pra da Vau P.1779 analog Hinweg – Vau – Val da la Fracha, Aua da Vau, P.1674 – Bos-chetta – Valchava
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Aufstieg:
ca. 1021 m
Abstieg: ca. -1038 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 05 Min.
Tageszeit: 13:30 bis 16:30

Senda Val Müstair: Ofenpass – Lü

Diese Wanderung ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis – eine Panoramawanderung der Superlative. Im voll besetzten Postauto fuhren wir ab Valchava zum Ofenpass. Der Einstieg auf die Senda Val Müstair liegt gleich gegenüber des Hotels Süsom Givè beim aus Holz geschnitzten Bären. Im lichten Wald über Wurzelwege, gelegentlich leicht auf und ab und manchmal leicht ausgesetzt. Bald verhallte der Lärm der Passstrasse (Pfingstsonntag!), nach etwa 1.7 km und nach Überquerung der eindrücklichen Ruina war die Plaun da l’Aua erreicht, einer unserer Lieblingsplätze im Val Müstair. Auf der Höhe der Chamonna Plaun da I’Aua, einer ehemaligen Schäferhütte, war eine erste Pause angesagt. Ein Bänkli steht auch dort, und war noch unbesetzt. Hier ging der Blick hoch zum Munt da la Bescha, wo sich normalerweise Steinböcke und Gämsen tummeln. Wir hatten Glück (siehe Foto). Ab hier blieben wir wie immer links des Alpsträsschens, um leicht erhöht dem Waldrand entlang führenden Pfad zu laufen. Wenig später die Überquerung der beeindruckenden Geröllhalde, welche sich vom Munt da la Bescha herunter bewegt. An der Verzweigung bei P.2188 hielten wir links, um bergseitig die Höhe zu halten und so die Dolinen und die Alp da Munt zu erreichen. Das Alprestaurant geschlossen (geöffnet nur während der Wintersportsaison). Nach der Alp der kurze Aufstieg und die Querung zur Verzweigung bei P.2244, wo der Direktabstieg durch den God da Munt nach Tschierv hinunterführte. Vorbei an der Infotafel mit Hinweisen zum Bärenthemenweg, wanderten wir leicht ansteigend hoch bis zum Ausichtspunkt über dem Lai da Juata. Der Pfad führte nördlich des Seeleins vorbei, schmaler werdend und leicht absteigend durch paradiesischen Lärchen-, Arven- und Föhrenwald. Von der Alp Champatsch ein steiles Wegstück hinunter zum 100 Hm tiefer gelegenen Alprestaurant La Posa, wo Melanie mit ihrem Team ab heute bis ca. Ende Oktober geöffnet hat. Viele Wanderer genossen die Mittagspause unter den Sonnenschirmen. Bei unserem nächsten Besuch gibt’s dann Kaiserschmarrn! Nach  wählten wir den Weg über die Alpstrasse, vorbei am Punkt 2093, wo der spektakuläre Weg vom Pass da Costainas herunterkommt. Ein paar Meter weiter das kleine Seelein, welches ein schönes Fotomotiv abgibt. Das auf einer Sonnenterrasse gelegene Dörfchen war nach etwa fünfundvierzig Minuten erreicht. Zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass der Hirschen geöffnet ist – also reservierten wir zum z’Nacht für heute Abend (Spaghetti Mamma Lü!). In der Dorfmitte bestiegen wir dann das Postauto, welches uns ins Tal fuhr.

Fazit:
Die Höhenwanderung par excellence… Wellnesswandern!

Wetterverhältnisse:
Sommerlich warm (heiss!), Temperaturen 12° (beim Start auf dem Ofenpass) bis 25°. Wind 9 km/h N

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: Pfingstsonntag 24. Mai 2026
Schwierigkeit: T2
Hinfahrt: Postauto ab Valchava Cumün bis Pass dal Fuorn
Rückfahrt: Postauto ab Lü bis Fuldera Cumün, Umstieg nach Valchava
Strecke: 9.6 km: Ofenpass/Pass dal Fuorn (2149 m) – Plaun da l’Aua (P.2153) – P.2189 – Alp da Munt (2212 m) – P.2246 – Juata – Alp Champatsch (2088 m) – P.2093 – Plattuns (1949 m) – Lü Daint – Lü (1916 m)
Auf den folgenden LINK klicken und die Tour als 3D-Video anschauen und Lautsprecher EIN, wer Musik gerne hat…
Aufstieg: ca. 220 m
Abstieg: ca. -435 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 30 Min.
Tageszeit: 10:50 bis 14:50 Uhr