Archiv der Kategorie: Graubünden

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 6|6: Genusstour Jufplaun

Soviel im Voraus: entgegen aller Erwartungen erlebten wir eine winterliche Tourenwoche im Val Müstair bei mehrheitlich schönem Wetter – keine Selbstverständlichkeit in diesem schneearmen Winter. Die schöne Unterkunft und die tolle Verpflegung im Landgasthof und Hotel Staila Fuldera liessen keine Wünsche offen, und das Programm mit fünf geführten Tagestouren (WT2-3) bot einige durchaus anspruchsvolle Tourenerlebnisse, verbunden mit viel Spass. Danke herzlich dem ganzen Team des Staila und allen Leitern und Beteiligten für die tolle Kameradschaft.

Für heute war eine abschliessende Genusstour geplant mit Start ab Buffalora an der Ofenpassstrasse und an der Grenze des Schweizerischen Nationalparks: eine Runde zur Hochebene Jufplaun. Den Ausgangspunkt erreichten wir nach einer kurzen Postautofahrt über den Ofenpass. Aufgeteilt in zwei Gruppen – die Gruppe Roland bestieg den Munt Buffalora – starteten wir um 10:10 Uhr bei der Postautohaltestelle beim geschlossenen Berggasthaus Buffalora. Nach Überquerung der eingeschneiten Ova dal Fuorn nutzten wir unsere alten Spuren vom letzten Dienstag in Richtung Alp Buffalora. An den Alpgebäuden vorbei, stiegen wir auf der steilen Alpstrasse hoch bis zur bei P.2195 stehenden Hütte. Nun voll an der Sonne, liefen wir gemütlich in Richtung Chasa da Cunfin (2264 m.ü.M., ehemaliger Grenzwachtposten und heute Erdbebenmessstation der ETH). Bei P.2220 überquerten wir die kleine Brücke über die Aua da Murtaröl. Die Spur zur Chasa da Cunfin verliessen wir nach links, um im unverspurten Gelände ostwärts weiter aufzusteigen ins Gebiet Döss da las Plattas. Im Windschutz einiger Felsbrocken nutzten wir eine aussichtsreiche und windgeschützte Stelle als Beobachtungsposten zum Gipfel des Munt Buffalora. Und tatsächlich, um 12:15 Uhr war es soweit: Roland, Doris, René, Amandus und Sepp waren deutlich zu erkennen; herzliche Gratulation! Wir genossen die ausgiebige Mittagsrast. Gut verpflegt machten wir uns unter Führung Severins’s auf zum Abstieg. Unterhalb Döss da las Plattas betraten wir wieder Wald, wo wir unsere eigene Spur ziehen durften – besonders reizvoll der Abschnitt im winterlichen Arven- und Föhrenwald. Etwas flacher dann die Querung der im Sommer feuchten Moorlandschaft. Am Eingang zum Val Murtaröl folgten wir der alten Abstiegsspur vom Dienstag, entlang des Bachbetts der Aua da Murtaröl. Auf der Alp Buffalora wieder angekommen und die Alpstrasse überquerend, durchliefen wir die Ebene der Sonne entgegen in Richtung Berggasthaus Buffalora Parkplatz P10. Wie bekannt, ist das Berggasthaus wegen eines Murgangs (25.07.2022) schwer beschädigt und für längere Zeit geschlossen. Deshalb fuhren wir mit dem Hotelbus in Etappen hoch zur Passhöhe, um im Hotel und Restaurant Süsom Givè Kaffee und Kuchen zu geniessen – ein wunderbarer Abschluss!

Fazit:
Zum Abschluss dieser schönen Tourenwoche der wettermässig schönste Tag – ein richtiger Genuss obendrein!

Wetterverhältnisse:
Sonnig, Temperatur beim Start -5°. Gute Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 40 cm Pulver), Wind SSO (2 km/Std.).

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-, darunter etwa 1 Stufe weniger

Parameter:
Tourdatum: 13. Januar 2023

Schwierigkeit: WT2
Hinfahrt: Postauto ab Fuldera Cumün bis Buffalora
Rückfahrt: Hotelbus bis zum Ofenpass, Postauto bis Fuldera Cumün
Strecke: 7.1 km, Buffalora P10 (1967 m) – Alp Buffalora (2032 m) – Buffalora (2195 m) – Brücke über die Aua da Murtaröl (2220 m) – Döss da las Plattas (2260 m) – Aua da Murtaröl – Alp Buffalora – Buffalora P10
Aufstieg: ca. 334 m
Abstieg: ca. -334 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 50 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 14:10 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 5|6: Skiberg Minschuns (2520 m)

Den Ausgangspunkt unserer heutigen Tour, die Talstation im kleinen Skigebiet Minschuns, erreichten wir mit dem Sportbus. Um halbzehn Uhr starteten wir, und zwar im Direktaufstieg, erst entlang der Piste. Wenig später links (westlich) ausholend, um bereits nach einer halben Stunde die Station Alp da Munt zu erreichen. Oberhalb der steilen Piste dann auf einer eigenen Spur durch ca. 40 cm Neuschnee – anstrengend, dank Severin aber vorerst ohne grosse Anstrengung. Bei P.2320 vollzogen wir dann eine Spitzkehre, um südwärts zum P.2340 zu queren – abschüssig das Gelände, und aussichtsreich! Den steilen Schlussaufstieg zum Gipfel (180 Hm) bewältigten wir, noch immer im unverspurten Tiefschnee in unzähligen Serpentinen. Für den Aufstieg bis zum Minschuns benötigten wir etwas mehr als anderthalb Stunden – für uns mehrheitlich Senioren eine gute Leistung. Den Windschatten der kleinen Gipfelhütte nutzten wir für eine Trinkpause, und selbstverständlich für eine Gipfelfoti. Danach folgte der ziemlich steile Nordabstieg über 150 Hm, manche mehr oder weniger rutschend und oft auf individueller Spur. Den 2445 m hohen namenlosen Gipfel umrundeten wir auf der von der Gruppe Roland gezogenen Spur. Den felsigen Mot Radond (2491 m) passierten wir an dessen Südflanke, um nach einigen Metern ein von der Gruppe Roland verlassenen, besonders sonnigen und windstillen Rastplatz zu nutzen. Wunderbar, diese schöne, abgeschiedene Bergwelt, angesichts toller Gipfel wie Piz Cotschen, Piz Murtera und weiter nördlich der Piz Sesvenna. Und erst der Blick ins Val S-charl mit der Alp Astras und dem God Tamangur – herrlich! Nach der ausgiebigen Mittagsrast folgte nach einer kurzen Querung eine etwas heikle Steilstufe bei P.2370 (Murters da Champatsch) – auf dem rutschigen und steinigen Schräghang war Trittsicherheit, aber auch Vorsicht gefragt. Alle haben diese kritische Stelle gut gemeistert; der weitere Abstieg über einen Gratverlauf und schliesslich zur Alp Champatsch hinunter verlief ohne weitere Schwierigkeiten. Kurz vor dem Weidezaun auf der Alp Champatsch liessen wir uns ablenken vom Schauspiel, welche ein Rudel herumtollender Gämsen in etwa 400 m Luftlinie in einer Lichtung vollführten – Severin meinte, es handle sich eindeutig um liebestolle Tiere – herrlich und einzigartig! Jetzt folgte der bekannte Abstieg über den steilen Sommerwanderweg. Das Alprestaurant La Posa Alp Champatsch liessen wir diesmal links liegen (Vortritt für die Gruppe Roland). Anstelle die nach Lü hinunterführende Alpstrasse zu begehen, stiegen wir ins Tälchen der Aua da Laider hinunter. Nach etwa 800 m, auf einer Höhe von ca. 1940 m.ü.M. überquerten wir den Bergbach über das uns bereits bekannte wacklige und stark vereiste Brücklein, um über eine kurzweilige Strecke bis zum kurz vor Lü im Wald gelegenen Kinderspielplatz nahe Prà Schoc zu gelangen. Danach erreichten wir die Alpstrasse, um über Lü Daint zum Dorf zu laufen. Mittlerweile war es kurz vor 15 Uhr, und die Sonne wich – wie in diesen Tagen oft – grauer Bewölkung. Zwar war die Sicht zu den umliegenden Dreitausendern vom Ortler bis zum Piz Daint gut, zum Staunen aber eindeutig zu wenig. Also nutzten wir die Zeit für einen Besuch im Gasthaus Hirschen, wo uns Erika, die symphatische Seniorchefin, gastfreundlich verwöhnte. Zufrieden traten wir danach die Postautofahrt nach Fuldera hinunter an.

Fazit:
Eine fordernde, aber wunderschöne Tour in grandioser Landschaft und bei schönem Winterwetter, spezielles Ambiente im geschlossenen Skigebiet.

Wetterverhältnisse:
Sonnig, nach dem Mittag leicht eintrübend, Temperatur beim Start -13°. Gute Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 40 cm Pulver), Wind SSO (4 km/Std.).

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-

Parameter:
Tourdatum: 12. Januar 2022
Schwierigkeit: WT2-3
Hinfahrt: Sportbus ab Fuldera Cumün zur Talstation Minschuns (Skigebiet wegen Schneemangels geschlossen während der ganzen Woche)
Rückfahrt: Postauto ab Lü bis Fuldera Cumün
Strecke: 9.8 km, Talstation Minschuns (ca. 2130 m) – Alp da Munt (2212 m) – P.2320 – P.2341 – Minschuns (2520 m) – Umrundung Piz Roland (2446 m) – P.2370 – Alp Champatsch, Alprestaurant La Posa (2088 m) – Aua da Laider (Brücke) – God Nair – Plattuns (P.1949) – Lü Daint – Lü (1916 m)
Aufstieg: ca. 500 m
Abstieg: ca. -700 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 09:25 bis 14:45 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 4|6: vom Ofenpass über die Alp da Munt nach Lü

Kurze Postautofahrt auf den Ofenpass. Geführt von unseren sehr bewährten Guides verliessen wir den Parkplatz am unteren Ende, um anfänglich steil, aber auf guter Spur abzusteigen zur Plaun dals Bovs, wo wir die (apere) Passstrasse überquerten. Danach liefen wir gemächlich ansteigend zur Plaun da l’Aua hoch – von der Vorspurarbeit unserer Führer profitierend. Bei der kleinen, nach P.2136 stehenden Hütte genossen wir eine erste Trinkpause und wie immer an diesem Punkt: Severin hatte mit seinem geübten Jägerblick eine grosse Schar liebestoller Steinböcke und Steingeissen ausgemacht, welche in den Flanken des Munt da la Bescha in einer Distanz von ca. 400 m und auf einer Höhe von ca. 2300 m.ü.M. herum tollten. Nach dieser «wilden» Vorstellung stampften wir weiter über die Plaun da l’Aua. Bei P.2188 blieben wir hoch, um die Alp da Munt über die spektakuläre Landschaft der Dolinen zu erreichen. Mitten im kleinen Skigebiet von Minschuns angelangt, standen wir vor verschlossenen Türen des Bergrestaurants – das kleine Skigebiet war in dieser Woche wegen Schneemangels geschlossen. So stand uns die ganze (leere) Terrasse zur Verfügung, um die mitgebrachten Leckereien zu geniessen. Nach der Stärkung zogen wir weiter ostwärts über die breit gewalzte Spur. Bei P.2244 hielten wir die Höhe, um die Gegend Juata (über dem eingeschneiten Lai da Juata) zu queren. Jetzt verliessen wir den Sommerwanderweg, um noch etwas höher aufzusteigen. Auf einer Höhe von ca. 2285 m verliessen wir die Spur, um über unverspurtes Gelände in Richtung Alp Champatsch abzusteigen. Nach etwa 700 m erreichten wir wieder den Sommerwanderweg, der im Winter auch von Skitourenfahrer genutzt wird. Nach einem Abstieg von ca. 150 m erreichten wir das Alprestaurant La Posa Alp Champatsch – wo wir uns im Freien, windgeschützt zwischen den Gebäuden, den Genüssen hingaben (Kafi Schümli Pflümli zum Beispiel). Anschliessend liefen wir auf der Alpstrasse gemütlich nach Lü Daint und (3 km, 160 Hm Abstieg). Mittlerweile war es 15 Uhr, die Sonne und die umliegenden Dreitausender mit dem Ortler als Hauptdarsteller versteckten sich im Grau. Nach kurzer Wartezeit traten wir die Postautofahrt nach Fuldera hinunter an – zufrieden, einen wunderbaren Tourentag erlebt zu haben.

Fazit:
Eine Panoramatour bei schönem Winterwetter, wie auf den Tag genau vor einem Jahr(!) – immer gut für eine Wiederholung…

Wetterverhältnisse:
Sonnig, im Tagesverlauf leicht eintrübend, Temperatur beim Start -6°. Gute Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 40 bis 50 cm Pulver), Wind O (4 km/Std.).

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-, darunter etwa 1 Stufe weniger

Parameter:
Tourdatum: 11. Januar 2022
Schwierigkeit: WT2
Hinfahrt: Postauto ab Fuldera Cumün bis Passo dal Fuorn
Rückfahrt: Postauto ab Lü bis Fuldera Cumün
Strecke: 9.7 km: Ofenpass/Pass dal Fuorn (2149 m) – Plaun dals Bovs (P.2077) – P.2136 – Plaun da l’Aua (P.2153) – P.2188 – Alp da Munt (2212 m) – P.2244 – Juata – Alp Champatsch (2087 m) – Lü Daint – Lü (1916 m)
Aufstieg: ca. 304 m
Abstieg: ca. -514 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 40 Min.
Tageszeit: 10:05 bis 15:15 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 3|6: Munt Buffalora (Nebengipfel 2438 m)

In dieser Tourenwoche werden wir der Lawinengefahr wegen wohl kleinere Brötchen backen. Kein Problem, im Val Müstair, und insbesondere am Ofenpass gibt es viele Tourenziele. Heute versuchen wir die Besteigung eines Nebengipfels des Munt Buffalora. Nach der Postautofahrt nach Buffalora (P10) starteten wir kurz nach zehn Uhr – bei angenehmer Kälte (-8° C!). Nach dem Neuschneezuwachs war mühevolle Spurarbeit angesagt, welche unser bewährter «Vorarbeiter» Roland übernahm. Als Bildverantwortlicher durfte ich den einfachsten Job übernehmen – meist am Schluss der Kolonne eingereiht😎. Hart an der Nationalparkgrenze, dort wo die beiden Bäche Ova dal Fuorn und Aua dal Murtaröl zusammenfliessen, überquerten wir die zugeschneiten Bachbette, um dann durch ein unberührtes Wäldchen die siebzig Meter höher gelegene Alp Buffalora zu erreichen. Etwa hundert Meter unterhalb der Alpgebäude stiegen wir westlich in ein kleines, traumhaft winterliches Tälchen ein, welches zwischen Murtera da Chantun und Fop da Buffalora von O nach W verläuft. Auf der Suche nach der Ideallinie war kräfteraubende Spurarbeit (unseres Führers) angesagt, und das sollte für heute so bleiben. Nach der Durchschreitung des Tälchens wärmte uns die Sonne auf, so dass Kälte und Wind kaum zu spüren waren. Nach einer Trinkpause stiegen wir in regelmässigen Tritten nicht sehr steil auf bis nahe der Nationalparkgrenze (bei ungefähr 2300 m.ü.M.), den dekorativ verschneiten flachen Gipfel nunmehr in Sichtweite (Luftlinie 400 m). Danach überquerten wir den westwärts zum Nationalpark/Munt La Schera führenden (nicht sichtbaren) Sommerwanderweg. Kurz darauf steilte das Gelände auf und wir stampften in Richtung SW hoch zur Nationalparkgrenze. Die Schneelage war dürftig, der Untergrund ungünstig (vereist und steinig, ziemlich abgeblasen), so dass wir etwas Mühe bekundeten, den nötigen Halt zu finden. Ab einer Höhe von 2400 m.ü.M. liefen wir ziemlich genau auf der Parkgrenze, welche dem Grat entlang nach S verläuft. Hier öffnete sich der Ausblick nach Italien und zum Livigno-Stausee hinunter. Bald war das nahe Gipfelziel erreicht; der Blick zum 190 m höherstehenden 900 m südlich gelegenen Hauptgipfel des Munt Buffalora zeigte, dass bei solchen Verhältnissen von einer Besteigung eher abzusehen war (wenig Schnee, ausgeaperter, felsiger Untergrund). Nach etwa zweieinhalb Stunden Laufzeit war der mit einem Steinmann bewehrte Gipfel erreicht. Welch beeindruckendes Panorama: Ofenpassstrasse, Jufplaun, dahinter der Piz Daint. Die Windverhältnisse liessen sogar eine kurze Trinkpause zu. Für den Abstieg wählten wir sicherheitshalber unsere Aufstiegsspur. Ziemlich genau bei 2300 m.ü.M. trafen wir auf die Spur unserer zweiten, von Severin angeführten Gruppe; dieser folgten wir nahe des Sommerwegs in Richtung Aufschütthügel der Minieras da Fiern. Diese alten Eisenerzbergwerkstollen können im Sommer geführt besichtigt werden. Nach einem wunderbaren Abstieg durch lichten Arvenwald erreichten wir die bei P.2195 sehr sonnig gelegene Alphütte. Ab hier wanderten wir nicht auf der steilen Alpstrasse zur Alp Buffalora hinunter, sondern wir wählten die Strecke in Richtung Aua da Murtaröl und weiter in einer Linkskurve durch den hochwinterlich verschneiten Graben hinunter, bis die östlich der Alp Buffalora liegende weite Landschaft wieder erreicht war. Nach der Überquerung der eingeschneiten Aua dal Murtaröl und Ova dal Fuorn erreichten wir das leider wegen eines Murgangs geschlossene Berggasthaus Buffalora an der Ofenpassstrasse. So konnten wir die Wartezeit bis zum Eintreffen des Postautos nicht mit einer Einkehr überbrücken.

Fazit:
Eine kleine, aber feine Gipfeltour bei unerwartet schönem Wetter (besser als vorausgesagt…).

Wetterverhältnisse:
Ziemlich sonnig, Temperatur beim Start -8°. gute Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 40 cm, Pulver, teilweise etwas griesig und deshalb rutschig), Wind WNW (6-10 km/Std.).

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-, darunter etwa 1 Stufe weniger

Parameter:
Tourdatum: 10. Januar 2022
Schwierigkeit: WT2-3
Hinfahrt: Postauto ab Fuldera Cumün bis Buffalora
Rückfahrt: Postauto ab Buffalora bis Fuldera Cumün
Strecke: 9.1 km: Buffalora (1967 m) – Alp Buffalora (2032 m) – Fop da Buffalora – Nationalparkgrenze – namenloser Nebengipfel Munt Buffalora (2438 m) – Fop da Buffalora – P.2195 – Aua da Murtaröl – Alp Buffalora – Buffalora
Aufstieg: ca. 552 m
Abstieg: ca. -561 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 40 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 15:25 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 2|6: Runde Valchava – Palüetta – Lajazöl – Fuldera

Was für ein toller Beginn in die Tourenwoche: Frau Holle hat in der Nacht geschneit – endlich! Zum Einstieg planten unsere Tourenleiter eine nicht allzu schwierige Runde ab Valchava; den Nachbarort erreichten wir per Postauto. Von den Ortsmitte liefen wir direkt hoch zum Kalkofen (Chalchera). Am Waldrand bei P.1443 angelangt, hielten wir in Richtung W, um über eine Lichtung (Palüetta) erst ost- und wenig später auf einem Forstweg wieder westwärts aufzusteigen. Bei P.1629 erreichten wir die Via Val Mora um auf dieser wieder nach O zu laufen. Auf einer Höhe von ca. 1700 m.ü.M. verliessen wir den Weg in Richtung W um durch eine Wildruhezone zu laufen; hier dürfen nur die in der Karte eingezeichneten erlaubten Routen und Wege begangen werden. Weil in den bewaldeten Abschnitten wenig Schnee lag, war die tückische, vereiste Unterlage gut zu spüren. Nach knapp zwei km erreichten wir den baumlosen Steilhang Lajazöl, welcher ausserhalb der Wildruhezone liegt. In den Genuss von Wildtier-Anblicken kamen wir leider nicht. Am heute höchstgelegenen Punkt und mitten im Steilhang genossen wir (stehend) unsere Mittagspause und die wunderbare Aussicht zur gegenüberliegenden Talseite (Piz Terza, Alp Tabladatsch), die Sicht ab und zu aufgehellt von ein paar Sonnenstrahlen. Im Sommer Kultur- und Weideland, war dieser steile Hang jetzt tief eingeschneit. Vor uns nun die vorsichtige «Abfahrt» durch den Tiefschnee – unverspurte 200 Hm! Unten im Gebiet Plazzaraun angekommen, folgte die Querung des Val da l’Archa Gronda, über dessen Bächlein eine massive Brücke führt. Über den Bärenthemenweg folgten wir dem Nordrand des Wildruhegebiets Stablatschs nach W. Bei P.1646, kurz vor Fuldera, stiegen wir entlang der Verbauung Aua da las Fruos-chas hoch, um Pra Grond Fuldera zu erreichen.

Fazit:
Schneestampfen im Neuschnee, einfach herrlich, vor allem, wenn tüchtige Guides Spurarbeit leisten – danke herzlich!

Wetterverhältnisse:
Herrliches Winterwetter, bedeckt, teils sonnig, Temperaturen im Bereich >0°, wenig Wind (4 km/h SSO), ca. 30 bis 50 cm Neuschnee, Gelände unverspurt…

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-, darunter etwa 1 Stufe weniger

Parameter:
Tourdatum: 9. Januar 2022
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 8.0 km, Valchava (1412 m) – Chalchera (1443 m) – P.1443 – Palüetta – P.1629 (Via Val Mora) – Plaun da las Ass – Lajazöl (P.1893) – P.1772 (Val d’Imez) – Val da l’Era – Val da l’Archa Gronda, Brücke bei P.1656 – Bärenthemenpfad bis P.1646 – Aufstieg entlang der Verbauung Aua da las Fruos-chas – über Pra Grond bis Fuldera (1636 m)
Aufstieg: ca. 561 m
Abstieg: ca. -333 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 50 Min.
Tageszeit: 09:15 bis 14:25 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 1|6: Bärenthemenpfad Fuldera – Sta. Maria

Vorwort:
Wie schon in den Vorjahren stand die Januar-Tourenwoche im Val Müstair bevor. Wie immer liessen Unterkunft und Verpflegung im Landgasthof und Hotel Staila Fuldera keine Wünsche offen. Und für das Wochenprogramm mit fünf geführten Tagestouren war einigermassen gutes Winterwetter zu erwarten. Und endlich Winter! Pünktlich hat es etwas Neuschnee gegeben, im Tal ca. 30 cm, allerdings verbunden mit erheblicher Lawinengefahr, so dass die ganz hohen Gipfelziele nicht zu erreichen waren. Auch wenn die Schneelage nicht die Werte der Vorjahre erreichte, sorgten wenigstens die Temperaturen knapp unter der Nullgradgrenze für gute Aussichten. Wir reisten einen Tag früher an, um uns etwas anzugewöhnen.

Heute Sonntag unternahmen wir eine kurze und leichte Einlauftour – ohne Schneeschuhe, wegen der knappen Schneelage und der Vereisungen aber mit Grödeln ausgestattet. Der gespurte und gut markierte Bärenthemenpfad bot sich geradezu an. Nach dem Einstieg, gleich am südöstlichen Ortsende von Fuldera, liefen wir nahe dem Waldrand bis zur Brücke über die Aua da las Fruos-cha. Nach diesem leichten Anstieg war der heute höchstgelegene Punkt (1656 m) erreicht im Val da l’Archa Gronda. Nun öffnete sich der Blick nach Valchava und weiter ins untere Val Müstair. Der Trail führte direkt am Kalkofen (Chalchera a Valchava) vorbei. Anschliessend der leichte Anstieg bis ins Tälchen Bos-chetta und die Überquerung der Aua da Vau. Jetzt folgte ein Abschnitt durch den lichten Wald über den Fitnessparcour. Kurz vor Döss da las Levras der leichte Aufstieg auf dem Schutzdamm Val Quanas. Mittlerweile setzte der erwartete leichte Schneefall ein. Nach dem Abstieg zur Brücke über die Muranzina, und wenig später vorbei am geschlossenen Campingplatz Pè da Munt erreichten wir oberhalb Sta. Maria Val Müstair die Umbrail-Passstrasse (Wintersperre). Zur Ortsmitte hinunter waren es noch fünfhundert Meter. An der Haltestelle in Cumün endete unser «Spaziergang» und nach kurzer Wartezeit bestiegen wir das Postauto, welches uns in zehn Minuten bequem nach Fuldera zurückbrachte.

Zurück im Hotel blieb ausreichend Zeit für eine Teepause und die Begrüssung der laufend eintreffenden weiteren TeilnehmerInnen. Anschliessend und als Vorbereitung auf die kommenden Tourentage wurden wir – unter Leitung unserer initiativen Guides Heinz, Roland und Severin – im Rahmen einer sorgfältig vorbereiteten Übung mit der Handhabung unserer LVS-Geräte, Sonden und Schaufeln vertraut gemacht.

Fazit:
Kurze «Aufwärmtour» durch eine wunderbare Landschaft über den Bärenthemenpfad («Süls stizzis dal uors»), anschliessend ausgezeichnet inszenierte LVS-Übung in der Gruppe.

Wetterverhältnisse:
Bedeckt, leichtes Schneetreiben, Temperatur beim Start 0°. Kritische Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (wenige cm, meist stark vereiste Unterlage, ohne Grödel schwierig zu bewältigen), Wind ONO (2 km/Std.), Pfad gut markiert und gespurt.

Ausrüstung:
Wanderschuhe mit montierten Grödeln, Stöcke, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:

Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-, darunter etwa 1 Stufe weniger

Parameter:

Tourdatum: 8. Januar 2022
Schwierigkeit: T1-2
Strecke: 6.1 km, Fuldera (1636 m) – Majarias (P.1646) – Val da l’Archa Gronda (P.1656) – Pravalchava – Chalchera (1443 m) – Multa – Bos-chetta – Aua da Vau (1485 m) – Döss da las Levras (1485 m) – Camping Pè da Munt (1431 m) – Via d’Umbrail (P.1426) – Sta. Maria Val Müstair (1376 m) Rückfahrt: Postauto ab Sta. Maria Val Müstair, Haltestelle Cumün Aufstieg: ca. 137 m
Abstieg: ca. -402 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 45 Min.
Tageszeit: 11:00 bis 13:20 Uhr

Herbst 2022, Val Müstair 5|5: mit dem Jäger auf die Pirsch

Ein besonderes Erlebnis stand an: eine von der Biosfera Val Müstair angebotene Exkursion. Zusammen mit vier weiteren Gästen trafen wir uns um 07:10 Uhr auf dem Ofenpass. Severin Hohenegger, erfahrener Jäger, den wir bestens kennen, nahm uns heute auf die Pirsch mit. Wir waren gespannt… Bei etwas trüber, aber trockener Witterung, begaben wir uns auf den Jägerpfad, der gleich gegenüber dem Hotel Süsom Givè auf der Passhöhe beginnt. Ruhig und möglichst leise bewegten wir uns langsam vorwärts. Unterwegs zu den hoch über der Passstrasse stehenden Schutzbauten wurde es schmal und leicht ausgesetzt. Aus Richtung Buffalora war das Gebell der Hunde zu hören, welche Jäger auf der Niederjagd begleiteten. Das machte unser Vorhaben schwierig, weil die ganze Umgebung in Aufruhr versetzt war; jedenfalls bekamen wir vorerst keine Anblicke, weder von Hasen noch von anderem Wild. Dafür sichteten wir Vögel, zum Beispiel das Wappentier des Schweizerischen Nationalparks, die Cratschla, wie der Tannenhäher romanisch heisst. Auch der Fichtenkreuzschnabel und Rotkehlchen präsentierten sich auf den obersten Baumwipfeln. Auf dem Boden machten wir dank der kundigen Führung Severins verschiedene Signaturen (Hirsch, Gämse, usw.) aus. Auch Exkremente von Hasen, Gämsen, Füchsen und vermutlich sogar eines Wolfs waren auszumachen. Zu Gesicht bekamen wir vorerst keines dieser Wildtiere. Vorbei an einem gut getarnten Hochsitz erreichten wir im Direktaufstieg den Wanderweg in Richtung Chaschlot. Zunächst galt unsere Aufmerksamkeit den zu querenden Geröllrunsen, wo ein Ausrutscher fatale Folgen hätte. Über uns die bizarren Felsformationen des Munt da la Bescha, vor uns die hügelige Chaschlot am Eingang der nach O verlaufenden Valbella. Wir verliessen den Weg in Richtung Piz Nair, um einen möglichst tiefen Einblick ins Val Nüglia zu haben. Dieses Nationalparkgebiet darf von Menschen nicht betreten werden. Urplötzlich galoppierte Severin in entgegengesetzter Richtung, und wir ihm nach; ein ausgewachsener Hirsch flüchtete aus den Runsen am Munt da la Bescha talwärts und verschwand etwa hundert Hm tiefer im Gebüsch. Eine eindrückliche Begegnung in Distanz von etwa 200 m, alles ging derart rasant, dass der überforderte Kameramann nicht zu reagieren vermochte😁. Mit leicht erhöhtem Puls wendeten wir unsere volle Aufmerksamkeit wieder den Flanken des Piz Nair und dem Val Nüglia zu. Und siehe da: Steinwild (Gämsen Steinböcke) turnten in etwa 900 m Entfernung in den Wildwechseln am Piz Nair. Zu weit weg, um wirklich gute Bilder machen zu können. Severin montierte sein Fernrohr auf ein Stativ, so dass wir uns nahe heranpirschen konnten. Auch im hintersten Val Nüglia tummelten sich Gämsen. Und dann noch die Überraschung in der Luft: ein Bartgeierpaar zog seine Kreise, teilweise in der bewölkten Gipfelregion des Piz Nair. Severin (und wir auch) waren richtig froh, so belohnt zu werden. Nach dieser ausgiebigen Wildbeobachtung zogen wir einige Meter höher in Richtung Valbella, wo Severin bei den Ruinen eines Unterstands viele spannende Utensilien präsentierte und darüber informierte (ein Wolfschädel, Läufe von Murmeltieren und Hasen, usw.). Trotz Kurzweil war es Zeit, den Rückweg anzutreten. Kurz vor den Runsen näherten sich die zwei Bartgeier wieder – diesmal etwas näher über dem Munt la Bescha. Mit solchen Eindrücken machten wir uns auf den Abstieg durch die licht bewaldete, wilde Landschaft. Nach einer halben Stunde die Ankunft am Ofenpass und der Abschied, mit dem herzlichen Weidmanns Dank an Severin für die schliesslich erfolgreiche Pirsch.

Fazit:
Eine von aussergewöhnlich eindrücklichen Ereignissen ausgefüllte Halbtagestour war das!

Wetterverhältnisse:
Anfänglich trübes Herbstwetter, zunehmend mit freundlichen Aufhellungen, trocken, Temperaturen im Bereich 0 bis +8° C, wenig Wind (ca. 3 bis 10 km/h OSO)

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 13. Oktober 2022
Schwierigkeit: T2
Strecke: 4.6 km, Mitfahrt zum Pass dal Fuorn/Ofenpass (2149 m) – Einstieg gegenüber gegenüber des Hotels Süsom Givè beim aus Holz geschnitzten Bären, links haltend zum unmarkierten Jägerpfad – ab Schutzbauten weglos hoch zum WW Chaschlot/Valbella – Chaschlot (ca. 2350 bis 2380 m) – Rückweg/Abstieg über den Normalweg zum Ofenpass – Rückfahrt nach Fuldera
Aufstieg: ca. 250 m
Abstieg: ca. -250 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 40 Min. (Wildbeobachtung ist zeitintensiv)
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std.
Tageszeit: 07:15 bis 12:55 Uhr

Herbst 2022, Val Müstair 4|5: Margunet (2328 m)

Heute trafen wir Michael, der wieder einmal im Engadin weilt. Die ursprüngliche Absicht, die lange Tour aus dem Val S-charl durch das Val Mingèr über die Fuorcla Val dal Botsch (2676 m) nach Il Fuorn zu laufen, verwarfen wir wegen der unsicheren Witterung. Stattdessen trafen wir uns beim P6 Il Fuorn für eine Rundwanderung im Nationalpark. Nach dem Startkafi im Hotel Parc Naziunal Il Fuorn begannen wir unsere Tour ennet der Passstrasse; auf den ersten 1.3 km liefen wir durch den God dal Fuorn entlang der Aua dal Fuorn, über die Brücke P.1855 Val Chavagl und wenig später über eine weitere Brücke über die Aua dal Fuorn. Ab dort der leichte Aufstieg zur Ofenpassstrasse. Gegenüber, beim ehemaligen P7, der eigentliche Startpunkt unserer Nationalparkrunde. Der markierte WW führte uns durch den God da Chamuotsch ins Val dal Botsch. Vorbei an einigen interessanten Infotafeln stiegen wir kontinuierlich an, über 3.6 km bis zur Verzweigung bei P.2169. An ungeschützten Stellen leichter Bodenfrost, wunderschöne Geröllhalden, dampfender Wildbach. An der Verzweigung überquerten wir den Wildbach, um in einem kleinen Einschnitt nach O haltend aufzusteigen. Nach einigen Aufstiegsmetern im Schatten erreichten wir bald wieder die Sonne, und das Landschaftsbild änderte total: statt Föhren karge Landschaft («Girlandenrasen» laut Infotafeln). Bald tauchte nördlich der Piz dal Botsch (2851 m) auf; der WW drehte nach S, und nach wenigen Minuten war der Südgipfel des Margunet erreicht. Ein aussichtsreicher Buckel par excellence – und ein mit Pfählen abgegrenzter Rastplatz. Vielleicht ein Dutzend Wanderer bevölkerten den Gipfel. Und einsame Klasse: der freundliche Parkwächter Fadri Bott hatte ein Stativ mit Fernrohr aufgestellt; 9 Steinböcke (darunter der ca. elfjährige Propeller-Bock*, zugewandert vom Munt da la Bescha) waren zu sehen in den Murteras da Val dal Botsch (ca. 600 m Distanz); zum Fotografieren leider zu weit weg… Auch der weitweg fliegende Bartgeier, der nahe des Piz dal Fuorn seine Kreise zog, liess sich nicht ablichten. Nach einer längeren Verpflegungspause unterhielten uns Alpendohlen mit ihren waghalsigen Flugmanövern. Danach machten wir uns auf den Abstieg ins Val da Stabelchod. Bei einer speziell eingerichteten Aussichtskanzel ist die Felshöhle zu erkennen, in der von 1991 bis 2007 insgesamt 26 Bartgeier ausgewildert wurden. Auf dem weiteren Abstieg hielten wir erfolglos Ausschau nach Hirschen und Gämsen. Bald erreichten wir den God Margunet, ein Wald mit vielen alten und auch toten Föhren. Bei der im Gebiet einzigen Hütte Stabelchod dann die Überraschung: die Begegnung mit Elsbeth und Beni aus Grüningen – wie klein die Schweiz doch ist! Nach einer kurzen Trinkpause liefen wir gemeinsam (schwatzend) in Richtung P8 an die Ofenpassstrasse hinunter. Von dort weiter auf dem entlang der Strasse führenden WW zu P7, dann auf dem vom Aufstieg bekannten Weg hinunter zum P6 Il Fuorn. Zum Abschluss der Besuch im Hotel Parc Naziunal Il Fuorn und danach der Abschied. Wir waren uns alle einig: das war eine eindrückliche Runde im Schweizerischen Nationalpark.

*Propeller-Bock ist der selbsterfundene Kosename für das Tier, weil ein Teil seines mächtigen Geweihs (einem Propeller gleich) nach aussen gerichtet ist …

Der Probeller-Bock (Foto Severin H., aufgenommen im Gebiet Munt da la Bescha)

Fazit:
Eine in der zweiten Hälfte nicht ganz einsame, einfache, aber fantastische Rundtour – ein Klassiker, ein Muss für Nationalpark-Besucher. Wichtig: die Wanderwege im Nationalpark dürfen auf keinen Fall verlassen werden, ausserdem gilt striktes Hunde-Verbot.

Wetterverhältnisse:
Mehrheitlich sonniges Herbstwetter mit freundlicher Bewölkung, trocken, Temperaturen im Bereich -2 bis +10° C, wenig Wind (ca. 2 km/h OSO)

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Stöcke, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 13. Oktober 2022
Schwierigkeit: T2
Strecke: 10.3 km, Postauto bis Il Fuorn P6 (1794 m) – P.1855 Val Chavagl – P.1876 (ehemaliger P7) – God da Chamuotsch – Val dal Botsch – P.2169 (Verzweigung) – Margunet (2328 m) – Val da Stabelchod – Stabelchod P.1957 – P8 (P.1885) – P.1876 (ehemaliger P7) – P.1855 Val Chavagl – Il Fuorn P6 – Postauto nach Fuldera
Aufstieg: ca. 600 m
Abstieg: ca. -580 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 35 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 15:00 Uhr