Archiv der Kategorie: Ostschweiz

Gocht 1951 m – steiler Übergang in den Churfirsten

Nach gemeinsamer Fahrt bis Ziegelbrücke folgte die Zugfahrt nach Walenstadt und die Busfahrt bis Walenstadtberg, Endstation Rehaklinik. Um 07:45 Uhr liefen wir los, gemütlich das Tempo, auf den ersten 3.5 km auf geteerter Unterlage über Hochrugg bis P.1388. Ab hier zum Glück Naturstrasse bis Schwaldis. Jetzt in einer Rechtskurve hoch um das Florzentobel zu umrunden. Bald war das Alpgebäude Säls erreicht, wo im Gelände gebaut wird (Wasserversorgung?). Erst eine Kehre nach rechts und dann nach links war P.1521 erreicht. Hier verliessen wir den weiterführenden Forstpfad, nun w-b-w-markiert, um über eine steile Alpweide hoch zu steigen zum Waldrand und bis P.1642. Durch den Wald weiter steil hoch, links stark abfallendes Gelände, rechts eine Felsnase (P.1852) umrundend. Wenige Meter absteigend war eine erste Runse zu überqueren; über uns die Wand des Nägeler. Im Weiteraufstieg auf eine Höhe um 1800 m.ü.M. schmale Pfade, welche unter den senkrecht aufragenden Wänden durchführten. Mittlerweile hatten wir die Stöcke in den Rucksäcken verstaut, weil jetzt vermehrt die Hände zum Einsatz kamen. Jetzt war definitiv Trittsicherheit gefragt – Stolperer hätten fatale Folgen (1300 m über dem Walensee). Oberhalb des Säls-Chamm änderte die Richtung von SW nach NW, direkt unter den felsigen Ausläufer der Nägelerwand. Noch eine letzte etwas knifflige Querung auf eine Höhe von ca. 1900 m, rechts die ca. 250 m aufragende Wand, links der über 40° geneigte Hang, der erst am Walensee wieder abflacht😊. Zwar ist der Pfad trocken und ausreichend breit, volle Konzentration ist aber dennoch nötig über teilweise hohe felsige Tritte oder feingeröllige Passagen. Nun standen wir also am unteren Eingang zur Gocht. Eigentlich ist es eine grosse geröllige Runse, die ziemlich direkt und sehr steil (>30°) nach oben führt, über eine Strecke von 400 m müssen 140 Höhenmeter aufgestiegen werden. Das Gelände ist durchsetzt mit Kletterfelsen, aber auch mit feinem, sehr rutschigem Geröll, welches sich wie Kugellager unter den Füssen anfühlte. Die «Arbeit» in diesem anspruchsvollen Abschnitt forderte uns, bot aber auch Kraxelfreuden. Also schön langsam, jeden Schritt abwägend, und ausreichend Abstand haltend. Übrigens: Sicherungen wie Fixseile oder Ketten fehlen hier. Nach etwas mehr als einer halben Stunde war der Übergang Gocht endlich erreicht. Grund genug, hier oben ausgiebig zu rasten und die famosen Ausblicke zu geniessen; sogar ein Schläfchen erlaubten wir uns – herrliche anderthalb Stunden an der Sonne. Erstaunlich auch, dass wir bis jetzt keinen anderen BerggängerInnen begegneten – eine offensichtlich nicht häufig begangene Tour also. Erst gegen halb drei Uhr Aufbruch zum Abstieg: über Karst und felsige Brocken unterhalb des steil aufragenden Glattchamm erreichten wir nach weniger als einer halben Stunden P.1830, und damit den Toggenburger Höhenweg (w-r-w). Leicht absteigend und dann (im Schatten) wieder aufsteigend erreichten wir über seilgesicherte Stufen die Tritt-Wand. Zur linken Glattchamm und Leistchamm, dazwischen eine eindrückliche Karstmulde. Wenige Schritte am Tritt, und schon hatte uns die Sonne wieder – herrlich nun der Ausblick zu den nahen Bekannten (Federispitz, Mattstogg, Speer, Flügenspitz, Gulmen, Goggeien, Stockberg, Neuenalpspitz, Lütispitz, Säntis, Schafberg, Altmann, usw.). Und Arvenbüel, unser Ziel, im warmen Licht des späten Nachmittags. Jetzt ging es rasch: am First angelangt, ein rascher Blick ostwärts in die abrupt abfallende, mächtige Schrattenkalkmulde. Nur noch wenige Minuten bis zur 100 Hm tiefer liegenden Alp Looch und dem gleichnamigen Bergrestaurant. Getrübte Vorfreude: Toni und Anni, die sympathischen Wirtsleute, hatten heute ausnahmsweise früher Feierabend gemacht – wir haben sie verfehlt um knappe zehn Minuten… Für den weiteren Abstieg nach Arvenbüel hinunter folgten wir dem Vorschlag Roli’s: bei Egg (P.1470) verliessen wir den harten Strassenbelag und hielten rechts über die schönen Wiesen bei Rör, über die Beerenbach-Brücke, dann wenige Hm aufsteigend bis Arvenbüel. Das Tagesziel war rasch erreicht, nicht zuletzt wegen des Hungers von Mägi(😊). Im Restaurant Arvenbüel genossen wir zum Abschluss in der abendlichen Sonne die verdienten Leckereien. Schliesslich waren wir während neun Stunden auf den Beinen. Den herrlichen Wandertag beschlossen wir mit der Busfahrt über Amden – Weesen nach Ziegelbrücke.

Fazit:
Die Gocht zusammen mit Mägi und Roli – das war ein toller Wander-Genuss!

Wetterverhältnisse:
Herrliches Herbstwetter, trockene Witterung bei ca. 14 bis 24°

Hilfsmittel:
Bergschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 17. Oktober 2018
Schwierigkeit: T4
Strecke: 15.2 km, Walenstadtberg (Reha-Klinik, ca. 970 m) – Bärgerwald P. 987 – Schönegg – Hochrugg 1288 m – Schwaldis 1434 m – Säls 1446 m – P.1521 (Verzweigung) – P.1642 – Gocht 1951 m – Verzweigung Toggenburger Höhenweg (bei P.1830) – Tritt Wand 1821 m – First 1663 – Alp Looch 1556 m – Egg P.1470 (Verzweigung) – P.1415 – Rör – Brücke über den Beerenbach (P.1254) – Arvenbüel (1273 m)
Aufstieg: ca. 1264 m
Abstieg: ca. -966 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 9 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen 6 Std.
Tageszeit: 07:45 bis 17 Uhr

Fronalpstock GL 2123 m – das Schönwetterfenster optimal genutzt…

Die Fahrt über die A53/A3 bis Mollis, dann die enge Bergstrasse hoch bis zum Berggasthaus Naturfreundehaus Fronalp dauerte eine knappe Stunde. Hier stehen einige Gratis-Parkplätze zur Verfügung. Klar, dass wir einen Startkafi genossen! Draussen wurden die Tische gedeckt – in Erwartung vieler Gäste. Wir starteten um halb zehn bei noch etwas verhangener Wetterlage. Allerdings zeigten sich südlich, im Bereich des Tödi, erste blaue Flecken; die Wetterfrösche sollten recht behalten! Auf der Naturstrasse über Fellboden war die Alp Mittelstafel (1583 m) in einer halben Stunde erreicht. Hier teilten sich die Routen: rechts in Richtung Schilt, geradeaus zum Fronalppass. Die jetzt folgende Strecke bis zur Ober Stafel (1815 m) war nicht nur steil, sondern geröllig, in einem schlechten Zustand also. Um halb elf war die Alp erreicht, und wenige Minuten später auch der Fronalppass (1852 m). Jetzt hatten wir links zu halten, der schöne Fronalpstock vor uns. Ab hier weiss-blau-weiss markiert, war die Zelsegg zu queren; ein zunehmend anspruchsvoller Weg mit spektakulären Ausblicken (zum nahen Mürtschenstock zum Beispiel). Die schmale, teils gesicherte Querung bis zum Einstieg zum Kamin verlangte also erhöhte Aufmerksamkeit. Der folgende Aufstieg durch den Kamin – eine steile etwa 40 m hohe fast senkrecht Rinne – ist wenig ausgesetzt und teilweise beidseitig mit Ketten gesichert. Die Tritte sind meist ausreichend breit, allerdings massiv speckig. Wer ohne Ketten klettert, trifft auf eine spannende Kraxelei im II. Grad. Nach dem Ausstieg geht es über einen teilweise felsigen und steilen Bergweg hoch zum Gipfel, der in etwa zehn Minuten erreicht wird. Oben angekommen, öffnet sich ein Rundum-Panorama vom feinsten. Heute zeigte sich auch das Wetter von der freundlichsten Seite. Und der Ansturm hielt sich in Grenzen; gerade mal zwei Gipfelstürmer vor uns. Nach den Gipfelfotos genossen wir bei Windstille die Gipfelrast ausgiebig. Auf dem nahen Schilt und dem Nachbar Tristli waren die Berggänger von blossem Auge auszumachen. Und der schöne Spaneggsee unter uns und gegenüber der Mürtschenstock beeindruckten sehr. Zeit für den Abstieg! Bis zum Kamin auf dem bekannten Bergweg, teilweise felsig – zum Glück trocken. Das galt auch für den Kamin, der im Abstieg kaum Schwierigkeiten bot – wenn etwas Abstand eingehalten wird. Die Querung über die Zelsegg dann besonders schön, weil die Umgebung in schönsten Herbstfarben leuchtete. Bald war auch der Fronalppass und die darunter liegende Alp Ober Stafel wieder erreicht. Bis hierhin ging alles etwas rascher – obschon wir keine Eile hatten. Jetzt folgte die ziemlich rutschige (weil geröllige) Wegstrecke zur Alp Mittelstafel; diese Wegstrecke wird gerade instandgesetzt (nötig hat sie es…). Ab Alp Mittelstafel noch eine halbe Stunde, und schon war der Ausgangs- und Endpunkt erreicht. Auf der sonnigen Terrasse des symphatischen Berggasthaus Naturfreundehaus Fronalp genossen wir zum Abschluss den Durstlöscher namens Adlerpfiff – herrlich!

Fazit:
Der Fronalpstock war uns wohl bekannt von unseren Besteigungen 2009 und 2011. Heute war es wieder einmal so weit, diese nicht allzu lange, aber spassige Tour zu wiederholen. Gelohnt hat es sich!

Wetterverhältnisse:
Freundliche, trockene Witterung bei ca. 12 bis 20°, im Verlauf der Tour zunehmend sonnig und blau blau blau – wie es sich gehört…

Hilfsmittel:
Bergschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 6. Oktober 2018
Schwierigkeit: T4, II-er Kletterstellen (Kamin)
Strecke: 8.6 km, Berggasthaus Naturfreundehaus Fronalp (1389 m) – Alp Mittelstafel (1584 m) – Alp Ober Stafel (1816 m) – Fronalppass (1852 m) – Zelsegg – Fronalpstock (2124.4 m) Abstieg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 740 m
Abstieg: ca. -740 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 2 Std. 45 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 13:45 Uhr

Guscha 2140 m – eine überraschend schöne Gratwanderung

Guscha? Kaum jemand kennt diesen Gipfel, dessen nördlicher Felskopf Schönhalden um ca. 700 Hm überragt und auf der Vorbeifahrt auf der A3 auf Höhe der Ausfahrt Flums immer wieder (unsere) Blicke anzog. Doris’ Vorschlag, an diesem Montag wieder einmal eine Tagestour in den Flumserbergen unternehmen, kam gut an. Und anständiges Wanderwetter wurde auch vorhergesagt. Ab A3-Ausfahrt Flums und der Ortsdurchfahrt in Flums (in Richtung Flumserberg) nach dem grossen ehemaligen Industriegebäude Flumserei links abbiegen (gut ausgeschildet «Saxli, Berghotel Schönhalden»). Nach 1.5 km Bergfahrt war im Ortsteil Saxli die auf 640 m.ü.M. liegende Talstation der kleinen Doppelgondelbahn erreicht (ausreichend P vorhanden). Mit der immer zur vollen und halben Stunde verkehrenden Bahn bewältigten wir zeitsparend und elegant fast 900 Hm zum Preis von Fr. 20.00 pro Person (Berg- und Talfahrt). Gleich bei der Bergstation nahmen wir den direkten Eingang ins nach einer Brandkatastrophe neuerbaute Berghotel Schönhalden – der Startkafi musste sein. Bergseitig hinter dem Haus beginnt der w-r-w-markiert ausgeschilderte Wanderweg. Über steiles Weideland im stillgelegten ehemaligen Klein-Skigebiet war Fulriet bald erreicht. Nach einer kurzen Waldstrecke wurde der Blick frei zum Pizol-Gebiet und weiter in Richtung Mädems und Hüenerchopf. Vorbei an friedlich weidendem Vieh war die Abzweigung bei P.1711 rasch erreicht. Hier hielten wir rechts, um auf steiler werdendem Pfad rechts (nördlich) der felsigen Wisswand in engen Stufe aufzusteigen. Unterhalb der ebenfalls felsigen Wand des Guscha war die steile Stufe zu erkennen, welche zu P.1994 hochführte. Alternativ hätte sich unterhalb auch die Aufstiegsmöglichkeit weiter östlich und näher am Grat geboten. Bei P.1994 vereinen sich die beiden Pfade wieder. Ab hier noch etwas steiler, aber gut zu begehen der Aufstieg zum Kreuz, welches markant an der Kante des nördlichen Ausläufers des Guscha auf etwa 2060 m.ü.M. steht – hier geht’s 200 m senkrecht runter. Beim Kreuz, das nicht der höchste Punkt des Guscha ist, trafen wir den einzigen Berggänger heute – Wildhüter Paul aus Mels mit seiner Hündin Cindy. Nach einer netten Schwatz-Pause hielten wir weiter in Richtung Grat und erreichten beim grossen Steinmann den höchsten Punkt 2140 m.ü.M. Zwar erst halb zwölf, war der Ort trotzdem gerade richtig, um eine ausgedehnte Rast abzuhalten – mit wunderbarem 360°-Panorama. Weit und breit niemand unterwegs, mit Ausnahme einer Gruppe, welche sich grade auf dem Gratübergang zwischen Steingässler und Hochgamatsch befand (Distanz 2 km). Hatte uns die bisher attraktive Streckenführung über den nicht ausgesetzten Grat überrascht, ging es vorerst weiter so. Auf dem Vorderchamm angelangt dann der steile Abstieg über Chuewägli zum hundert Meter weiter untenstehenden Chammhüttli – niemand da. Beim nahestehenden Wegkreuz nutzten wir die Bankniederlassung für eine Trinkpause, und natürlich zum Genuss der Aussicht – unter uns die Alp Mädems Hintersäss. Der steile, aber gut gepflegte Weg zur Alp hinunter führte unterhalb des markanten Schluderichopf vorbei. Bis zur Alp hinunter begleitete uns die friedliche Glockenmusik der weidenden Tiere. Auf den letzten Metern kurz vor der Alp war der Untergrund dann verständlicherweise etwas morastig, Grasbuckelhüpfen war angesagt. Der Weg führte zwischen den Alphütten durch – und an einer wunderschönen Sauerei vorbei (siehe Bilder). Auf dem uns von Schneeschuhwanderungen (zur oberhalb liegenden Pfufisegg) bekannten Normalweg wanderten wir zurück, bis sich die Runde schloss beim Verzweigungspunkt 1711. Der Ausblick ins Rheintal und in die Vorarlbergischen und Bündner Alpen beeinträchtigte unsere Aufmerksamkeit leicht, so dass wir den (unfallträchtigen!) Kuhfladen nur reflexartig😎 ausweichen konnten. Immerhin erreichten wir den Ausgangspunkt unbeschadet, und die Panachées auf der Terrasse im Berghotel Schönhalden bildeten den willkommenen Schlusspunkt.

Fazit:
Eine schön aussichtsreiche, unerwartet einsame Kammwanderung

Wetterverhältnisse:
Sonnig mit leichter Bewölkung, ca. 17-20°, windstill, sehr angenehm im Vergleich zu den hinter uns liegenden Hochsommertagen

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke (nicht eingesetzt), GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 27. August 2018
Schwierigkeit: T3
Strecke: 9.1 km ab Berghotel Schönhalden 1484 m – Fulriet P.1680 – Abzweigung P.1711 – Wisswand – P.1994 (Steilstufe) – Guscha Kreuz 2092 m – Guscha Steinmann 2140 m – Vorderchamm – Chammhüttli 2040 m – Alp Mädems Hintersäss 1776 m – Abzweigung P.1711 – Fulriet P.1680 – Berghotel Schönhalden 1484 m
Aufstieg: ca. 674 m
Abstieg: insgesamt ca. 666 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 4 Std. 45 Min.

Mettmen-Alp: Chärpfbrugg-Rundtour

Heute der Bericht einer gemütlichen Runde. Am Nachmittag des Vortags mit der Luftseilbahn ab Kies auf die Mettmenalp, in Begleitung von Ursle und Hitsch, zwei langjährigen Freunden. Am Abend dann das leckere Überraschungsmenü im Berghotel Mettmen. Es folgte die ruhige und aussichtsreiche Nacht mit Blick zum Hauptdarsteller hier oben, dem Glärnischmassiv. Der Panoramablick aus dem Bett durch die vollflächig verglaste Front ersetzt das hier richtigerweise nicht vorhandene TV-Gerät problemlos. Gut ausgeruht machten wir uns nach dem Genuss des reich gedeckten Frühstückstisches auf zur geplanten Rundtour. Etwas Anstrengung gleich zu Beginn, der steile Aufstieg ennet der Staumauer hoch zur Verzweigung Börtli. Von hier dann aussichtsreich in leichtem auf und ab in Richtung Süd. 150 m tiefer unten die schöne und sumpfige Ebene Matt, darüber der Blick zum Widerstein (Klettergarten), rechts Mattchöpf und darüber der uns bekannte Weg zum Wildmadfurggeli, dem Übergang nach Elm. Über uns Matzlenstock (1953 m) und Matzlenfurggelen (1913 m). Vor uns der erst über eine schöne Alp und wenig später unterhalb des Matzlengrat leicht absteigende, schön angelegte Wanderweg. Der Abstieg in die Ebene Niderenalp wenig steil, die Brücke über den Niderenbach in etwas morastigem Gelände (Kuhtritte😊). Beim P.1775 war der Normalweg zur Leglerhütte erreicht. Unser Ziel: die Alp Ober Stafel (mit Beizli) und gleich dahinter die Chärpfbrugg. Diese liegt mitten im ältesten Banngebiet Europas Freiberg Kärpf. Nach der Trinkpause wollten wir unbedingt diese ca. 50 m hohe Naturbrücke (ein spektakulärer Aufschluss der Glarner Hauptüberschiebung) durchsteigen. Gut markiert, war der Einstieg leicht zu finden. Zum Glück führte der Niderenbach wenig Wasser, so dass es keine nassen Füsse absetzte. An der einen oder anderen Stelle war trotzdem Vorsicht geboten (nasser Fels, grosse Tritte). Nach wenigen Minuten war der obere Ausgang der Naturbrücke erreicht; von hier bietet sich eine schöne Aussicht vor der tollen Kulisse der Berge Schwarz Tschingel (2426 m) und Chli Chärpf (2700 m). Etwas weiter oberhalb der Chärpfbrugg dann Hübschboden, wo der Weiterweg zur Leglerhütte nach Westen über die Sunnenbergfurggele verläuft. Das Ziel, unseren Freunden die eindrückliche Chärpfbrugg von innen zu zeigen war erreicht. Für den Rückweg wählten wir den Sommerweg, welcher unterhalb der Mattchöpf und oberhalb der Ebene Matt verläuft. Diese Strecke ist uns wohlbekannt von unseren wiederholten Hüttenbesuchen im Sommer wie im Winter. Je näher wir uns dem Stausee Garichti näherten, desto häufiger war «Grüezi» angesagt. Nach der Überquerung der Nebenstaumauer der kurze Abstieg zum Berghotel Mettmen resp. direkt auf dessen Terrasse – heute gut besucht (wen wunderts…). Kleines Mittagessen (leckere Zigerhöreli mit Öpfelmues z. B.), und schon stand die Talfahrt mit der Luftseilbahn nach Kies hinunter an. Abschied von einem gemütlichen Verwöhn-Aufenthalt und von «alten» Freunden – schön wars!

Wetterverhältnisse:
Bilderbuch-Wetter, hier oben nicht zu heiss, im Schatten angenehm um 20°.

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. August 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 7 km, Berghotel Mettmen (1608 m) – Stausee Garichti (Hauptstaumauer) – Börtli P. 1676 – P.1815 – Niderenalp P.1775 – Ober Stafel – Chärpfbrugg – zurück bis Niderenalp P.1775 – Sommerweg oberhalb Matt – P.1648 – Stausee Garichti P.1625 – Nebenstaumauer – Mettmen
Aufstieg: ca. 295 m
Abstieg: ca. -279 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 2 Std. 05 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 3 Std.

Schibenstoll 2234 m – unser 6. von sieben Churfirsten

Am Nationalfeiertag 2017 bestiegen wir Nachbar Zuestoll. Für heute nahmen wir uns den Schibenstoll vor – einer der uns noch fehlenden Churfirsten (fehlt nur noch der Frümsel).

Die ersten 500 Hm legten wir wie auch schon zurück mit der Sessel- und Gondelbahn Alt St. Johann-Sellamatt. Bei bestem hochsommerlichem Bergwetter begannen wir gemütlich, wie immer begleitet vom Glockenklang des Alpviehs. Auf Zinggen den Sagenweg überquerend, dann in Richtung Hinderlücheren über den breiten Alpweg. Die eindrücklich steilen Zacken der Churfirsten vor uns, wie immer etwas unnahbar wirkend. Über Langlitten und Rügglizimmer etwas steiler und wilder werdend hoch zur Verzweigung Rüggli, wo es rechts w-b-w zum Zuestoll und für uns links w-r-w zum Schibenstoll hochging. Hier ein erster Trinkhalt, nach einer Stunde; jetzt noch ca. 500 Hm vor uns. Nach wenigen Metern war der eindrückliche Karr erreicht, den es zu überqueren galt. Auf den teilweise scharfkantigen Kalkfelsen galt es trittsicher zu balancieren, stürzen war jedenfalls keine Option. Vor uns die mächtige Flanke des Schibenstoll, unter deren Felsband der markierte Pfad schon zu sehen war – schattenhalb. Zur Rechten der markante Gipfel des Zuestoll, und zwischen den beiden Gipfeln die Stollenfurgge, der Übergang zum Einstieg auf den berühmt-berüchtigten Schnüerliweg (T5+). An der Felswand angelangt, wurde der Pfad über hohe Tritte steiler bis sehr steil, gelegentlich nassfeucht und deshalb rutschig. Nach etwa 500 m Strecke (200 Hm) war die Sonne erreicht, welche durch eine Scharte schien. In dieser windeten wir uns vorsichtig hoch bis wir schliesslich auf dem flacher werdenden Rücken des Bergs fast schon gemütlich über Alpweideland zum näher kommen Gipfelkreuz gelangten. Auf dem Weg zum Gipfel und etwas abseits einer Herde weidender Schafe leider eine Totgeburt – grauslig und bedrückend zugleich. Oben dann die gewohnt spektakuläre Aussicht und der Tiefblick über die senkrechten Wände hinunter auf den 1800 m weiter unten liegende Walensee. Die Gipfelrast genossen wir wie immer ausgiebig – mit Blick zum Alpstein natürlich, und hinüber zu den Nachbarn Zuestoll und Hinderugg, von wo einige Gleitschirmpiloten mutig über die Kanten starteten. Kurz vor Aufbruch zum Abstieg dann noch folgende Szene: eine fünfköpfige (amerikanische?) Gruppe mehr oder weniger gut ausgerüsteter BerggängerInnen erreichte den Gipfel; vor allem eine nicht mehr ganz junge Frau war mit auffallend (fahrlässigem) Schuhwerk ausgerüstet, Sandalen nämlich. Dafür war sie mit einem als Kamera herhaltenden Tablet unter dem Arm schon fast overdressed. Wir verzogen uns vom Gipfel, um die absurde Show nicht weiter miterleben zu müssen…

Für den Abstieg über den grasigen Rücken und erst recht über den nachfolgenden steilen und rutschigen Bänderpfad war der Einsatz der Stöcke sehr hilfreich. Auf dem Karr angelangt, versorgten wir die Hilfsmittel um die Hände frei zu halten. Ab der Verzweigung Rüggli ging dann alles sehr rasch. Auf Hinderlücheren genehmigten wir uns dann am bekannten SB-Stand ein kaltes Getränk. Der Weiterweg bis zur Bergstation Sellamatt war vergnügliches Auslaufen, vorbei am friedlich weidenden Alpvieh.

Fazit:
Eine schöne Bergwanderung auf unseren 6. Churfirstengipfel war das! Den noch ausstehenden siebten schaffen wir wohl auch noch in diesem tollen Bergsommer…

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig und heiss, ca. 24 bis 29°, praktisch windstill, am Nachmittag einige Schönwetterwolken, welche gelegentlich und angenehmerweise für etwas Schatten sorgten.

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 24. Juli 2018
Schwierigkeit: T3+
Strecke: 9.9 km ab Sellamatt 1389 m – Zinggen – Hinderlücheren – Langlitten – Rügglizimmer – Rüggli 1740 m (Verzweigung) – Schibenstoll (2234 m)
Aufstieg: ca. 870 m
Abstieg: insgesamt ca. 870 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 45 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 6 Std.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Leglerhütte SAC 2273 m – zum zehnten Mal (mit siebzig)

Mit unseren wandertüchtigen Freunden Manuela, Susanne, Gaby, Thomas, Richi und Ueli ein Jubiläums-Wochenende zu verbringen, das war die Idee. Anreise am Samstagnachmittag, am Abend Überraschungsmenü und Übernachtung im formidablen Berghotel Mettmen. Nach einer erholsamen Nacht empfing uns Noel Laurent von Getoutdoor – diesmal gönnten wir uns einen Guide, was sich in jeder Beziehung lohnte. Start kurz nach neun Uhr zur gemeinsamen Schneeschuhtour zur Leglerhütte – im dichten Nebel und bei leichtem Schneetreiben und bei einer Temperatur von knapp unter Null. Nach den ersten Metern eine kleine Mutprobe: die Überquerung des weit über das Geländer hinaus eingeschneiten Damms des Garichti Stausees. Auf dem gefrorenen Stausee tummelten sich bereits viele Eisfischer und Eistaucher. Auf guter Spur überquerten wir die Ebene Matt (der Niderenbach hier vollständig unter Eis und Schnee) um dann die enge Steilstufe anzustreben – der links über uns querende Sommerweg über Mattplanggen ist bei solchen Verhältnissen zu gefährlich. Am hinteren Ende, dort wo der Niderenbach im Sommer in einer Enge etwa 80 m runter fällt – Noel als Einheimischer nennt die Stelle Chuchi. Jedenfalls meisterten wir diese Stelle problemlos, und erreichten so Betriebstemperatur. Oben bei P.1768 angelangt, folgte eine wieder etwas flachere Ebene bis zu den tief eingeschneiten Alphütten Ober-Stafel. Links vorbei wieder etwas steiler an der Chärpfbrugg vorbei. Bald war P.1859 erreicht – erste Trinkpause. Der Nebel begann sich zu lichten, und die Sonne leuchtete blass durch. Mit jedem Tritt nahm die Zuversicht zu und nahe P.1925 dann die unbeschreiblich schöne Bergwelt (Schwarz Tschingel, Kärpf) und blauer Himmel. Da Noel jeden Meter dieses Geländes kennt, folgten wir ihm in Richtung Schwarzchöpf, um so die «Autobahn» zur Furggele zu meiden. Über unverspurtes und hochwinterliches Gelände stiegen wir wenig südlich über Hübschböden auf. Erst unterhalb der Sunnenberg Furggele nutzten wir die vorhandene Spur wieder. Auf der Furggele dann das immer wieder faszinierende Schauspiel: fast schon plötzlich taucht der Glärnisch auf – der Blick geht übers Nebelmeer zum Glarner Wahrzeichen. Jetzt noch ein paar Kehren hoch – krass die Schneelage hier oben; von den grossen Felsbrocken ist nichts zu sehen. Dann die Hangquerung auf guter Spur und schon kam die Leglerhütte ins Blickfeld – und das gesamte grossartige Gipfelpanorama (Tödi, Claridenfirn, Ortstock, Höch Turm, Glärnisch). Die Hütte erreichten wir trotz des weiteren Wegs nach knapp zweidreiviertel Stunden. Wir waren also sportlich unterwegs – mit Ausnahme des jubilierenden Autors, der in seinem eigenen Tempo gemütlich ein paar Meter hinterher hechelte😊. Nach dem ersten Genuss des Panoramas nichts wie rein in die gemütliche, und heute erstaunlicherweise nicht voll besetzte Hütte. Tagessuppe mit Kärpfwürsten waren erste Wahl – danke Simone und dem ganzen Hüttenteam.

Der ausgiebigen Mittagspause folgte der Genuss des prächtigen Hüttenpanoramas (siehe Bilder). Schon beeindruckend, wie die Landschaft hier oben unter Schnee eingeebnet ist. Noel meinte, dass es hier mindestens 8 m habe – jedenfalls konnten wir die Lage des 450 m südlich liegenden Milchspüelersees nur erahnen. Bevor wir den Rückweg antraten, gabs noch eine eindrückliche Suchaktion im Rahmen einer LVS-Übung. Noel hatte zwei Objekte vergraben und uns entsprechend instruiert. Die folgende Suchaktion war erfolgreich, und Noel war sichtlich erleichtert, dass sein vergrabener Rucksack wiedergefunden wurde. Mittlerweile sorgte eine bissige Bise für arktisches Kälteempfinden, und wir waren froh, jetzt abzusteigen. Bis zur Sunnenberg Furggele hielten wir uns ein paar Meter bergseits der Spur, weil das Treten im weichen Pulverschnee angenehmer war. An den steileren Stellen vor und unterhalb der Furggele konnten wir uns dem Vergnügen auf den Hosenböden «abzufahren» nicht entziehen. Im weiteren Abstieg hielten wir uns leicht nördlich der Autobahn, um dann über Vorderen Hübschböden zum Niderenbach «abzufahren» – herrlich! Bei der Chärpfbrugg verabschiedete sich die Sonne, und die Umrisse der tief eingeschneiten Hütten Ober Stafel waren im Nebel kaum noch auszumachen. Vor uns dann der Abstieg über die bereits bekannte Chuchi hinunter. Über die Ebene Matt zogen wir vorbei an mit Raureif wunderschön verzierten Bäumen in Richtung Stausee. Auf dem See waren nur noch wenige Eisfischer auszumachen; die sahen heute keine Sonne. Die Staumauer war reine Formsache, zum Abschluss im Berghotel Mettmen der Genuss der leckeren Mettmoccino’s. Um halb fünf dann die Talfahrt mit der Luftseilbahn, wo im Kies schon der Mettmenbus wartete…

Unterwegs kurz vor Schwanden dann – als wärs nicht genug – der letzte Höhepunkt heute; zehn Meter unterhalb der Strasse ein ausgewachsener Hirsch, der erst im Unterholz hockte, sich dann majestätisch erhob und langsam davon spazierte. Show total!

Fazit:
Ein grosser Wunsch hat sich (gestern) und heute erfüllt! Ein tolles Gourmet-Winterwander-Erlebnis mit unseren Freunden (bei Freunden) – danke euch allen, das war richtig schön! Und Sara und Romano und dem ganzen Team vom Berghotel Mettmen unser grosses Kompliment für die tolle Gastfreundschaft.

Wetterverhältnisse:
Bilderbuch-Winterwanderwetter, Unmengen Schnee, ab ca. 1950 m.ü.M. Nebelgrenze erreicht, dann blau und sonnig, oberhalb Sunnenberg Furggele spürbare Bise, Temperatur ca. -8 bis -10° minus Windchill.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 25. Februar 2018
Schwierigkeit: WT2
Anfahrt: Mettmenbus ab Schwanden bis Kies (Talstation Luftseilbahn Kies-Mettmen), Rückfahrt identisch
Strecke: 11.2 km, Berggasthaus Mettmen (1610 m) – Stausee Garichti – Staudamm – Oberstafel – Hübschboden – Sunnenberg Furggele 2210 m – Leglerhütte SAC – Abstieg ungefähr auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 727 m
Abstieg: ca. -751 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:10 bis 15:40 Uhr

Kameras:
Diverse

Pfufisegg (1950 m) – ein Schneeschuh-Geheimtipp!

Nach der gemütlichen Bergfahrt (800 Hm) mit der Gondelbahn genossen wir den Startkafi im nach dem Brand vom 20. April 2015 neu aufgebauten und am 13. Mai 2017 neu eröffneten Berghotel Schönhalden. Der Neubau ist schlicht, zweckmässig, und steht an einer wunderbaren Aussichtslage. Um zehn also starteten wir – aufgrund der Aussage des Besitzers Reto Flury durften wir eine einsame Tour erleben. So war es dann auch: einen einzigen Skitourengänger haben wir angetroffen! Die Tour kannten wir schon vom 29. März 2014. Die im gesamten alpinen Raum bestehende hohe Lawinengefahr (Stufe 3 erheblich) brachte uns auf die Idee, die relativ ungefährdete Arena um Mädems zu besuchen.

Viel mehr Schnee als 2014! Froh darum, eine Spur vom Vortag nutzen zu können, erwartet uns heute kaum Spurarbeit. Nach den ersten Aufstiegsmetern – nicht mehr wie früher entlang des (abgebrochenen) Skilifts – erreichten wir rasch das leicht bewaldete und hochwinterlich verschneite Fulriet (ca. 1680 m). Unterhalb des Ostausläufers der Guscha erreichten P.1711 (Wanderwegweiser Abzweiger Guscha). Der weitere Aufstieg verlief in sicherem Abstand unterhalb der Wisswand (bei P.1761), von welcher schon kleinere Rutsche heruntergekommen waren. Nach etwa 75 Min. erreichten wir die fast vollständig eingeschneiten Gebäude der Alp Mädems Hintersäss. Zwischen den Alphütten stiegen wir weiter auf – noch immer auf einer gut angelegten Spur, diesmal direkt in Richtung Pfufisegg – das ist zwar kein Gipfel, sondern vielmehr eine aus mehreren Hügelchen bestehender Aussichtspunkt. Jetzt kam die Schaufel zum Einsatz – schliesslich wollten wir eine Sitzgelegenheit für die ausgiebige Rast – bei Windstille und mit einzigartigem Panorama (Alvier, Rheintal, Vorarlberg, Rätikon). Das mitgebrachte Gourmetmenü (Vorspeise Parpaner Birabrot, Hauptgang Schruubebrot gefüllt mit Kräuterkäse und Bio-Bündnerfleisch von Brügger aus Parpan, Schoggi-Dessert und Tee natürlich) schmeckte ausgezeichnet. So gestärkt nahmen wir die Abfahrt unter die Schneeschuhe, der Einfachheit halber auf der Aufstiegsspur. Ab Alp Mädems Hintersäss diesmal nicht in Richtung Mädems Vorsäss hinunter, weil im Tüfboden keine Spur auszumachen war. Den dort zu erwartenden Harsch mit Einsinkgefahr wollten wir uns ersparen. Immer wieder verlangsamten wir unser „Arbeitstempo“ um den Genuss zu erhöhen – und ausserdem erreichten wir bald wieder das bereits schattenhalb gelegene Fulriet. Der restliche Abstieg – bereits wieder auf leicht gefrorener Unterlage – war reine Formsache. Im Berghotel Schönhalden verkürzten wir die Wartezeit beim Tee am Panoramafenster und dem Ausblick zum gegenüberliegenden Alvier und Konsorten. Und in der Luft über dem Seeztal herrschte reger Flugverkehr (WEF und Trumpeltier sei Dank😊).

Fazit:
Frühlingshafte Witterung, ideale Schnee-Verhältnisse im Aufstieg wie auch im Abstieg, unglaublich viel Schnee hier oben. Wiederum ein Bilderbuchtag!

Wetterverhältnisse:
Ein schöner, schon fast frühlingshafter Tourentag, wolkenfrei, im Tal ca. 12°, auf unserer Tour ca. 4°, schwacher, kaum spürbarer Wind (Föhn?), viel Schnee auf Schönhalden (1 bis 2 m), gute Spur (vom Vortag) vorhanden, bis auf eine Höhe von 1700 m etwas verharscht, ab Mädems pulvrig, dank Spur ohne Einsinken bis zum Ziel.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 24. Januar 2018
Schwierigkeit: WT2
Anfahrt: A3 bis Flums – Ortsdurchfahrt – am Ortsende Linksabbieger Richtung Saxli (ausgeschildert „Schönhalden“), Talstation Luftseilbahn Saxli (630 m), Fr. 20.00/Person Berg- und Talfahrt, Gratis-Parkplätze direkt bei der Talstation)
Strecke: 7.9 km, Bergstation Saxli/Berghotel Schönhalden (1487 m) – Fulriet P.1680 – P. 1711 (vorbei am Abzweiger Guscha) – Alp Mädems Hintersäss (1776 m) – Pfufisegg (1950 m) – Rückweg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 500 m
Abstieg: ca. -500 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Gamperfin – Silvester-Schneeschuhrunde 2017

Für heute war eine einfache Schneeschuhtour das Ziel: ausnahmsweise auf einem Global Trail. Die ausgeprägte Lawinensituation und auch die angesagten Windverhältnisse (Böen aus SW bis 60 km/h) liessen höhere Ambitionen nicht zu; und schliesslich wollten wir das abendliche Silvestermenü im Bären nicht verpassen… Am schönsten Tag dieser Woche lockte das herrliche Wetter verständlicherweise viele an die frische Luft. Das war gut zu spüren an der Talstation des Sessellift Wildhaus-Oberdorf. Im Oberdorf – nach einem Kafi – starteten wir um zehn Uhr und querten das Pistengebiet, um über die St. Gallerweid aufzusteigen bis zur ersten Skiliftbergstation. Dort verliessen wir den Rummel, um auf dem markierten Trail in Richtung O – vorbei an P.1310 und P.1347 über Älpligatter bis Schöntobel (1391 m). Auf diesen ersten 2.2 km waren ca. 160 Aufstiegsmeter zurück zu legen – moderat also. Der Trail führte durch das sensible Hochmoorgebiet Älpli. Unterwegs immer wieder Infotafeln über Standort und mögliche Varianten (Schlaufen), immer mit dem Ziel Gamperfin, resp. dem dort stehenden Skihaus (Skiclub Grabserberg). Dem hier im Obertoggenburg reichlich gefallenen Schnee hat der Regen der letzten Tage ziemlich zugesetzt; entsprechend verharscht war die Grundlage – für Schneeschuhläufer besser als für Skitourenläufer. Das idyllische Traumgelände präsentierte sich winterlich. Kurz nach einer Richtungsänderung nach S war der P.1427 Ölberg erreicht. Während sich in unserem Rücken der Alpstein von den Restwolken enthüllte, ragten vor uns Gamsberg und Sichelchamm auf. Wir entschieden uns für die weite Schlaufe über Hinter Witi (1380 m), um dann leicht absteigend entlang des Chrüzwaldes die auf 1303 m schön gelegene Skihütte Gamperfin zu erreichen; kurz nach zwölf, gerade richtig für die Mittagspause (leckere Hüttensuppe für Doris, Ghackets und Hörnli für Ruedi😊). So gestärkt verliessen wir die gemütliche Hütte – mittlerweile hatte sich auch die Sonnenterrasse gefüllt. Gleich hinter der Hütte der kurze, schweisstreibende Aufstieg (100 Hm) über den sonnigen Südhang hoch zum P.1405 oberhalb Brand. Bei Lochgatter P.1429 war der höchste Punkt erreicht. In leichtem auf und ab – die Höhe haltend – führte der Trail durch das Hochmoor, bis sich beim Ölberg die grosse Gamperfin-Runde schloss. Die Unterlage wurde wieder härter und wegen der maschinellen Präparierung auch holprig. Ab Schöntobel wählten wir die Schlaufe über P.1384 um das Hochmoorgebiet Älpliboden südlich/westlich zu umrunden. Dann der Abstieg über die St. Gallerweid, und weiter am östlichen Rand des Pistengebiets direkt hinunter zur Bergstation Oberdorf. Zum Abschluss die windige Talfahrt auf dem Sessellift (zurück im Rummel).

Fazit:
Eine richtig gemütliche Schneeschuhtour war das, nicht zu anstrengend, gerade richtig um ca. 1800 Kalorien zu verbrennen (keine schlechte Perspektive also für die abendliche Schlemmerei im Bären).

Wetterverhältnisse:
Sonnig, der Alpstein anfänglich noch wolkenverhüllt, im Tagesverlauf mehrheitlich wolkenfrei, im Tal ca. 8°, auf unserer Tour etwas weniger, gefühlt aber weit über null Grad, schattenhalb etwas kühler, auf der gesamten Strecke kaum störender Wind (auf Chäserrugg und Gamserrugg waren Windfahnen zu sehen).

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: Silvester, 31. Dezember 2017
Schwierigkeit: WT1-2
Strecke: 11.2 km, Wildhaus Oberdorf (Bergstation Sessellift 1233 m) – St. Gallerweid – P.1310 – P.1347 – Älpligatter – Schöntobel P.1391 – Ölberg P. 1428 – Hinter Witi 1380 m – Skihaus Gamperfin 1303 m – Lochgatter P.1429 – Ölberg – Schöntobel – Älpliboden – St. Gallerweid – Oberdorf
Aufstieg: ca. 440 m
Abstieg: ca. -440 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Allen Besuchern unserer Website unsere beste Wünsche für ein tolles 2018 bei bester Gesundheit!

Hoher Kasten 1793 m – winterlicher Südostaufstieg

Hoch Vera motivierte uns zur heutigen Tour. Zugegeben: nicht ganz konventionell der Aufstieg, viele machen den Gipfel mit der Kastenbahn – nichts für uns (rauf nicht, runter schon…)! Den bestimmt nicht häufig begangenen direkten Aufstieg über die Südostseite via Bützelhütte wählten wir alleine schon der erwarteten winterlichen Verhältnisse wegen. Denn in der Nacht zum Vortag hatte es auf dem Hohen Kasten ca. 10 cm Neuschnee gegeben. Ab der Bützelhütte – also ab einer Höhe von ca. 1290 m.ü.M. – waren die Verhältnisse dann frühwinterlich.

Nach der mehr als zweistündigen ÖV-Fahrt starteten wir in Rüthi (Dorf, 430 m.ü.M.) bei frostiger Temperatur um 10:15. Dem Dorfbach entlang bis zum Mühltobel, auf der geteerten Plonastrasse über den Tobelbach zum zu Altstätten gehörenden Dorfteil Plona (ca. 590 m.ü.M.), nun endlich an der Sonne. Den schönen Weiler Plona durchquerten wir oberhalb der hübschen Kapelle in Richtung Lienz – noch immer auf befestigter Strasse. Die Absicht, die Strasse bei Erreichen des Waldrandes auf einem rechts abbiegenden Pfad zu verlassen, um P.697 (Geeren) direkt anzusteuern, mussten wir verwerfen – «gesperrt wegen Holzschlag». Also weiter auf der Strasse bis P.646, um den Bogen über Furnis zu nehmen (wo eine schmucke Hütte steht). Zweihundert Meter nach der Haarnadelkurve erreichten wir den erwähnten P.697. Jetzt hiess es aufpassen: nachdem wir erst 300 m zu weit liefen und umkehrten, fanden wir den geplanten, auf der LK nicht eingezeichneten Pfad – eine schwach ausgebildete, links von der Strasse wegführende Rampe, welche in den Wald führte. Wegen der Belaubung waren kaum Trittspuren auszumachen – dank etwas Orientierungsgefühl und auch Navi-unterstützt erreichten wir die Runse des Rötelbachs, dessen Überquerung wegen der bescheidenen Wasserführung unproblematisch war. Danach weiter auf noch immer undeutlicher Spur über Tammoos, wo wir wieder eine Forststrasse erreichten. Auf dieser wanderten wir im Schatten des Lienzer Spitzes (brrrrrrrrrr…) fünf Kehren hoch, um dann beim Wegweiser Bützel (P.1224) die Forststrasse nach links zu verlassen (w-r-w markiert Richtung Kastensattel – keinesfalls auf der Forststrasse verbleibend(!). Auf doch deutlicher Spur erreichten wir bald das Zwischenziel Stofel, resp. die sehr sonnig gelegene und geschlossene Bützelhütte. Bis jetzt waren wir (mit Umweg) zweieinhalb Stunden unterwegs, Zeit also, an diesem aussichtsreichen und sonnigen Platz ausgiebig zu rasten. Der weitere Aufstieg in Richtung Gipfel wurde jetzt nicht nur steiler, sondern war schneebedeckt, und deshalb rutschig und schmierig. Dank Stockeinsatz schafften wir den Aufstieg bis unter die imposante Wand des Zinggenchopf (1634 m). Nun folgte die aufsteigende und des Schnees wegen tückische Querung der Wand entlang in Richtung West. Nach der Wand zeigte sich der etwa 200 Hm höher liegende Gipfel. Der etwas weiter östlich des Gipfels liegende Kastensattel (P.1677) liessen wir rechts stehen. Schliesslich waren uns die Trittspuren eines vor uns aufgestiegenen, offensichtlich ortskundigen Wanderers, vertrauenswürdig genug – allerdings war diese Direttissima sehr steil, vollständig unter Pulverschnee, teilweise vereist und weglos. Dampfend erreichten wir den zum Kastensattel führenden Pfad, um auf dem weiteren Gipfelweg rasch der Sonne entgegen zu steigen. Oben dann ein unbeschreiblich schönes Panorama – Blick ins Vorarlbergische und zu den österreichischen Alpen, ins 1400 m tiefer liegende Rheintal, zu den Bündner Voralpen, und natürlich zum Säntis und seinen Nachbarn. Nur der Sämtisersee lag unter einer Nebeldecke, welche allerdings auch dekorativ wirkte. Nach diesem Gipfelgenuss folgte die achtminütige Talfahrt mit der Kastenbahn nach Brülisau (922 m.ü.M.) hinunter. Dort erwartete uns das Postauto nach Weissbad, ab dort dann der weitere Heimweg mit der Appenzellerbahn, ab Herisau mit dem Voralpenexpress, ab Rapperswil mit der S-Bahn, ab Wetzikon mit den VZO – mehr als zwei Stunden Heimfahrt, gefälliger ging es nicht…

Fazit:
Diesen Publikumsberg (nicht zuletzt des Drehrestaurants wegen ein Anziehungspunkt) von der ruhigen Seite her zu besteigen, war ein Vergnügen der besonderen Art – alles hat gepasst, vor allem auch das ausgezeichnete Wetter!

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig, ca. 3 bis 7° (Gipfel ca. 0°), im Schatten etwas kühl, schwacher Nordwind auf dem Gipfel.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 31. Oktober 2017
Schwierigkeit: T3+ (bei schneefreien, trockenen Verhältnissen T3-)
Strecke: 8.8 km
Aufstieg: ca. 1371 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 4 Std. 30 Min. 

Kamera:
Nikon Coolpix P900

Federispitz 1864 m via Plättlispitz 1763 m

Das für heute angesagte Zwischenhoch wollten wir nutzen – mit einer Tagestour in unserer Nähe. Und der Federi stand schon lange auf unserer Projektliste…

Nach kurzer Fahrt bis Weesen ist die etwas versteckt am Ortseingang gelegene Höfenstrasse nicht ganz einfach zu finden, auf dieser dann ca. 3.5 km hochfahren, um so 330 Hm zu gewinnen (nicht markierter Abstellplatz kurz vor Tutz, Platz für ca. 4-5 Fahrzeuge). Ab hier dann bei der WW-Markierung (Federispitz) folgend auf dem im Wald aufsteigenden (noch sehr nassen!) Nagelfluh-gespickten Pfad. Unterhalb des Hofs Kapuzberg dann ein kurzer Abschnitt auf der Strasse, dann bereits wieder WW-markiert rechts haltend hoch, erst über Weideland, wo uns gwundrige, weisse Geissen begrüssten. Weil sich unsere Blicke auf dem folgenden Abschnitt (im Wald) konsequent auf den holprig-glitschigen Pfad hielten, bemerkten wir die deutlich markierte Abzweigung bei P. 923 nicht. Erst unterhalb des Hofes Vorder Gmeindsberg bestätigte ein Blick auf das mit LK ausgestattete GPS-Gerät, dass wir umkehren sollten. Dieser Verhauer war nicht weiter tragisch, weil wir auf dem kurzen Rückweg die Markierung fanden, um so zum Aufstieg in Richtung Unternätenalp zu queren. Im ersten Abschnitt im Wald ziemlich nass und wegen der Nagelfluh-Unterlage an steilen Stellen nicht gerade das wahre Vergnügen. Nach etwa 800 m Strecke und 150 Hm weiter oben änderte dann die Szene, und wie: freier Blick in den Zigerschlitz und auf den Walensee hinunter, vor uns und bis zur Unternätenalp offensichtlich nicht beweidete, prachtvolle Naturwiesen. Im hohen Gras war der WW nicht immer zu erkennen, was auch für die w-r-w-Markierungen galt. Vorbei an der Unternätenalp, führte der markierte Pfad an einer (vorbildlich angekündigten) Muttertierherde vorbei – gwundrige Bubis, scharf beobachtet von deren Mütter. Kurz vor P.1428 dann eine Frau (die Sennerin von der Unternätenalp, so vermuteten wir), welche uns auf eine grössere Distanz zurief, dass wir nach dem WW-Wegweiser bei P. 1428 das Weidetor passieren sollten, um dann erst rechts haltend in Richtung Plättligrat/Plättlispitz aufzusteigen (geradeaus ginge es direkt zum Federispitz). Der nahende Rotorenlärm eines Rega-Helis liess uns vermuten, weshalb die Sennerin wartete und was wir später leider bestätigt erhielten: ein totes Kälblein musste geborgen werden… Doch der vor uns aufragende Grat zum ersten Gipfel, dem Plättlispitz, brachte Ablenkung und uns die für einen Moment abhanden gekommene Konzentration zurück. Der Aufstieg über das typische Nagelfluhgrätli war – nicht zuletzt dank heute trockener Verhältnisse – unschwierig. Die angelegten Ketten wären wohl für schlechtere Verhältnisse gedacht. Unterhalb des Gipfels dann noch eine steile Grashalde, aber immer auf guten Tritten. Auch wenn die Aussicht vom Plättlispitz bereits betörend schön war, schweifte unser Blick hinüber zum nahen, hundert Meter höheren Federispitz. Die bis dorthin ca. 600 m lange Strecke führte erst wenige Meter hinab über einen kaum auszumachenden, nicht ganz trivialen «Wanderweg». Die Bezeichnung WW ist nicht zutreffend, weil von den bis hier hinauf weidenden Viechern so richtig schön malträtiert. Jedenfalls bot hier der Stockeinsatz unterstützende Sicherheit, über die tiefen und nassen Löcher hinweg zu turnen. Im kurzen Wiederaufstieg auf den Federigrat wurden wir richtiggehend bestaunt von nahe weidenden Rindern. Der kurze Aufstieg über den kaum ausgesetzten Grat bis zum Gipfel war reine Formsache. Oben angekommen, ausser einem Berggänger keine Besucher – herrlich! Der Einzelgänger sanierte die Holzbank – danke für diesen freiwilligen und uneigennützigen Dienst! Jetzt war eine ausgiebige Gipfelrast angesagt – Genuss pur bei guter Fernsicht und 360°-Pano.

Im Abstieg über den Federigrat setzten wir beide Stöcke ein – was sich als sehr nützlich erwies. An wenige Stellen, genau dort wo die Blicke in die Ferne und Tiefe gehen, ist es naturgemäss auch etwas ausgesetzter – aber insgesamt ein gut zu begehender Abschnitt. Nach 160 Hm Abstieg – beim Wegweiser P.1699 – wäre der Abstieg via Ober Federi zur Federihütte, und weiter nach Schänis hinunter möglich. Wir hielten links und stiegen steil ab in Richtung der unter uns liegenden Obernätenalp. Vorbei an schönen Nagelfluh-Türmen erreichten wir die Alp nach zehn Minuten. Ab hier hielten wir links (w-r-w-Wegweiser Weesen). Beim P. 1428 erreichten wir die Stelle, die wir bereits im Aufstieg in Richtung Plättlispitz passierten. Der Pfad verläuft hier hangseits oberhalb Schwamm und Schwanten. Nach etwa 600 m wieder die bekannte Muttertierherde, welche wir in gebührendem Abstand passierten. Auf der Unternätenalp trafen wir dann die Sennerin(!), welche uns beeindruckte. Sogar etwas zu trinken wurde uns angeboten (ist ja offiziell keine Beiz). An diesem einmalig schönen Platz hielten wir es laaaaange aus, nicht zuletzt der sehr netten und kommunikativen Pächterin der Alp wegen. Sie bewirtschaftet die Alp solo (130 Tiere!). Von ihr erfuhren wir auch die Geschichte vom toten Kälblein, welches zwei Tage zuvor von einer Biene (oder eine Wespe) am Hals gestochen worden sei. Das im Juni geborene Tier reagierte allergisch und erstickte wegen Atemnot – die Hilfe der Sennerin kam leider zu spät. Auch solche Erlebnisse gehören offensichtlich zum Alpleben – meinte die aufgestellte Frau. Von ihr erfuhren wir auch, dass die unterhalb gelegene Naturwiese bewusst nicht beweidet werde, weil sie geschützt sei. Toll! Nach dem Abschied der Abstieg auf der bereits bekannten Aufstiegstrecke. Diese letzten zwei Kilometer gingen wir richtig gemütlich an, meist in der nun kräftig einstrahlenden Sonne. Beim Hof Kapuzberg vorbei an den noch immer fröhlich weidenden weissen Geissen. Den letzten Abschnitt zum Ausgangspunkt bei Tutz dann die Kurve auf geteerter Strasse (und nicht über den nassfeuchten WW durch den Wald hinunter).

Fazit:
Wieder einmal waren wir auf fast einsamer Tour und durften ein angesagtes Schönwetter-Fenster nutzen. Senioren mit flexiblem Zeitmanagement, wie wir eben (hihihi…) haben es schön, wenn sie an einem (blauen) Montag in die Berge dürfen…

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig, wolkenlos und sehr warm, ca. 24 bis 27°, in Gipfelnähe wenig störender Wind

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 7. August 2017
Schwierigkeit: T3
Strecke: 10.2 km ab P. 759 (bei Tutz, oberhalb Weesen) – P. 834 (Kapuzberg) – P.923 (Verzweigung Gmeindsberg, kurz vor der Holzbrücke links halten!) – Unternätenalp (1314 m) – P.1428 (rechts halten >Plättlispitz) – Plättligrat – Plättlispitz (1763 m) – Federispitz (1864 m) – Federigrat – P.1699 – Obernätenalp (1547 m) – Stelli – P.1428 – ab hier Abstieg wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 1161 m
Abstieg: insgesamt ca. 1138 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 30 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 7 Std. (viele laaaaange Genuss-Pausen…)

Kamera:
Sony DSC-HX90V