Archiv der Kategorie: Ostschweiz

Hüenerchopf 2170 m – ein Wintertouren-Klassiker

Dieser Tag sollte der wettermässig schönste dieser Woche werden, zumindest im Osten und dank der Wetterlage (Föhn in den Bergen). Bei unserer Wegfahrt zuhause deutete nichts auf einen schönen Tag hin, je näher wir aber in Richtung Walensee fuhren, bestätigten sich die Vorhersagen. Die Fahrt ab Mels hoch bis Vermol auf der sehr engen, aber kaum befahrenen Strasse führte uns direkt in den tiefen Winter. Auf dem grossen Parkplatz nach dem Kurhaus Alpenrösli waren erst zwei Wagen abgestellt. Vor dem Start wie üblich der Startkafi im wiedereröffneten sympathischen Alpenrösli.

Um viertel vor Zehn liefen wir los, mittlerweile befanden sich auch ein paar andere Türeler am Start – alle mit dem Ziel Hüeneri, wie es sich herausstellte. Hundert Meter nach dem Parkplatz der Einstieg auf die Spur. Entlang dem Lutzbach erreichten wir rasch den Lutzboudä (ca. 1200 m). Jetzt wurde es steiler, auf den nächsten etwa anderthalb Kilometer Strecke war eine Steigung von annähernd 400 m zurückzulegen. Tipptoppe Spur, allerdings sehr sportlich angelegt, meist in der direkten Linie im Alpstutz – so erreichten wir rasch Betriebstemperatur. Vom Riet zur Gletti wieder etwas gemächlicher steigend, hatten wir Gelegenheit zu verschnaufen und die tolle Winterlandschaft zu geniessen. Der Hüeneri zeigte sich zwar noch nicht, dafür erkannten wir zur Linken oberhalb Tamons-Vorsäss (unterhalb der Rot Wand) einige grosse Rutsche. Damit war die weitere Routenführung klar (also nicht über Vorsäss). Immer noch auf guten Spuren durchquerten wir die Gletti; nun zeigte sich auch das Gipfelziel in einer Distanz von einem Kilometer, und noch mehr als 400 Hm vor uns. In einer leicht nach W ausholenden Schleife kamen wir auf der topografisch geschickt angelegte Spur immer näher zum Steilhang. Mental konnten wir uns langsam auf die Herausforderung des Tages vorbereiten: die Querung des nach NO ausgerichteten Steilhangs, welcher zwischen Broch und Hüenerchopf zum Grat hochführte. Im oberen Teil war die Traverse beinhart gefroren, für uns Schneeschuhläufer ziemlich kräfteraubend. Auf dem Grat dann eine richtige Natureisbahn, ziemlich abgeblasen – und nun standen wir auch voll im Wind. Die vorausgesagten Böen hier bestimmt >50 km/h. Noch dreihundert Meter zum 70 m hohen Gipfelaufbau. Die Skitüreler richteten unterhalb des Gipfels ein Skidepot ein, wir fühlten uns mit unserem Fussgeschirr sicherer. Der Einsatz von Steigeisen wäre aber durchaus richtig gewesen. Jedenfalls waren im eisigen Aufstieg zum Gipfel der Einsatz der Frontzacken sehr hilfreich (WT3 wegen Abrutschgefahr). Auf dem Hüeneri (wie der Hüenerchopf liebevoll genannt wird) trotz sehr ungemütlicher Windverhältnissen das formidable 360°-Panorama. Allein schon deshalb hatte sich der Gipfel heute gelohnt. Und jetzt verstanden wir auch die Berichte anderer Türeler, dass der Gipfel in den letzten Tagen kaum bestiegen worden sei. An eine Gipfelrast war also nicht zu denken; schnell ein paar Fotos, und gleich wieder absteigen! Der Gipfelabstieg hatte es dann nochmals in sich – jeder Tritt ein Balanceakt. Nach langen Minuten waren wir heilfroh, den Grat wieder erreicht zu haben. Hier entschieden wir etwas westlich der mittlerweile windverwehten Aufstiegsspur „abzufahren“ in die Ebene bei Chrummbäche. Dort wo wir die Aufstiegsspur wieder erreichten, genossen wir es (stehend) und etwas weniger dem Wind ausgesetzt, die Gipfelrast nachzuholen – Brote und heisser Tee boten willkommene Stärkung. Über Gletti erreichten wir Riet wieder, wo wir im Schutz des lichten Waldes nochmals eine Trinkpause einlegen konnten. Inzwischen boten sich am Himmel einmalig schöne Wolkengebilde (siehe Bilder). Vor uns noch der steile Abstieg zum und im Alpstutz. Runter geht’s halt wie immer mit doppelter Geschwindigkeit. Wieder auf dem Lutzboudä angelangt, staunten wir über die Leichtigkeit, wie wir hier am Vormittag aufgestiegen sind. Jetzt noch etwa 900 m und schon war der Startpunkt in Vermol erreicht – um viertel vor Vier, also genau nach sechs Stunden zurück. Von den letzten Sonnenstrahlen(!) verabschiedet, schlossen wir den schönen Tag ab – im Alpenrösli natürlich (Tee und leckere Apfelwähe!).

Fazit:
Ein herrlicher Wintertag hoch über dem Weisstannental. Die Wahl des Tourengebiets war heute goldrichtig wegen des vorhergesagten Föhnfenster im Osten der Schweiz.

Wetterverhältnisse:
Viel (Neu-)Schnee, bis ca. 1700 m Pulver, höher meist windgepresste Unterlage, ein klassicher föhnbedingter Schönwettertag bei fast ungetrübtem Sonnenschein, sehr tiefe Temperatur (-10°) im böigem Südwind gefühlt bis -15°.

Lawinengefahr:
Laut SLF wie folgt: Stufe 3 erheblich, Neu- und Triebschnee der letzten Tage liegen auf einer ungünstigen Altschneeoberfläche. Einzelne Wintersportler können Lawinen auslösen. Diese können recht gross werden. Wummgeräusche und Risse beim Betreten der Schneedecke können auf die Gefahr hinweisen. Skitouren, Variantenabfahrten und Schneeschuhwanderungen erfordern Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr.

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS, Sonde, Schaufel, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 31. Januar 2019
Schwierigkeit: WT3
Strecke: 11.4 km, Vermol (1110 m) – Lutzboudä – Lutz (P.1460) – Alpstutz – P.1634 – Riet – Gletti 1739 m – Chrummbäche – Grat – Hüenerchopf – Abstieg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 1090 m
Abstieg: ca. -1090 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 15:45 Uhr

Stöcklichrüz 1246 m, Gueteregg 1270 m

Hier begann fast auf den Tag genau vor acht Jahren unsere Schneeschuh-Karriere. Grund genug, dieses nahe liegende Gebiet wieder einmal zu besuchen – ausserdem war die Schneelage viel versprechend und die noch herrschenden Lawinenverhältnisse hielten uns davon ab, höhere Ziele anzustreben. Heute war der erste schöne Tag nach den vielen trüben und schneereichen Tagen, den es zu nutzen galt. Kurzer Anfahrt via Rapperswil Seedamm nach Altendorf SZ und dann auf der schneefreien Strasse hoch bis zum öffentlichen Wanderer-Parkplatz (mehrere Sponsoren, u.a. TCS) beim Bräggerhof. Jetzt Schneeschuhe montieren und los ging es auf bereits mehrfach anlegten Spuren, Skitüreler und Schneeschuhläufer schon einträchtig vereint. Bereits nach wenigen hundert Metern konnten wir unsere Kleider lockern, die Sonne heizte schon mächtig ein. Im nicht sehr steilen Aufstieg spurten wir im ca. 30 cm tiefen Pulverschnee immer wieder mal unseren eigenen Lauf – es war richtig der Plausch! Nach 1 Std. und 15 Min. war der erste Gipfel, Stöcklichrüz 1246 m, erreicht. Welche grandiose Rund- und Weitsicht – ein Genuss! Nach kurzer Trinkpause der Weiterweg zum Kreuz, auf leicht windgepresster Unterlage. Dann der kurze Zwischenabstieg von ca. 50 Hm zum P.1200, ein richtig schöner Pulverhang. Dann der gemächliche Aufstieg über eine ausgezeichnete Spur und durch schönstes Gelände (siehe Bilder). Die Gueteregg, der mit 1270 m heute höchste Punkt war nach etw einer halben Stunde erreicht. Neben einem Kreuz steht hier ein hübsches Kirchlein, und – beim Wandern immer wichtig, eine Beiz! 1x Gueteregg-Plättli für 2 und Tee – sehr lecker! Die strategisch günstig gelegene Alpwirtschaft war heute wie erwartet gut besucht. Nach der Mittagspause dann der Abstieg in Richtung O, auf den ersten paar hundert Metern mit grandioser Fernsicht (Alpstein, Federispitz, Glärnisch, Tödi, usw.). Des betörenden Panoramas wegen verpassten wir beinahe bei P.1181 die Richtungsänderung nach N; ein im ersten Teil sehr steiler Abstieg; hier könnte, wer Lust hat, mehr oder weniger elegant (und ungefährlich) auf dem Hosenboden runterrutschen. Nach Überquerung der Alpstrasse Stollen-Wisital wurde das Gelände wieder ruhiger. Nach einer Bachüberquerung hielten wir die Höhe von knapp über 1000 m.ü.M. um dann nach Windeggli beim Waldeggli wieder unsere Aufstiegsspur zu erreichen. Jetzt öffnete sich die Sicht ins Zürioberland, auf den Züri- und Obersee, alles frühlingshaft grün dort unten. Die letzten 230 Hm über eine Strecke von 1200 m bis zum Ausgangspunkt dann wieder mit etwas mehr Gefälle – aber kaum fordernd. Jedenfalls erreichten wir den Parkplatz um halb drei – noch frisch genug für die kurze Heimfahrt. So macht Winter riesige Freude!

Wetterverhältnisse:
Sonnig und gute Fernsicht, ca. 80-100 cm Schnee (Neu- und Altschnee), schwacher SW-Wind (ca. 20-30 km/h), Temperatur ca. -1 bis 3°, ideale Verhältnisse

Lawinensituation:
Laut SLF: Stufe 2 mässig

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS, Sonde, Schaufel, GPS-Maschine

Parameter:
Tourdatum: 16. Januar 2019
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 7.3 km, Parkplatz Bräggerhof 817 m – Waldeggli – Diebishütten 1079 m – Stöcklichrüz 1246 – Gueteregg 1270 m – Verzweigung P.1181 – P.1038 – Windeggli – Waldeggli – Bräggerhof
Aufstieg: ca. 560 m
Abstieg: ca. -560 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 40 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 14:30 Uhr

Gamplüt 1352 m (kurze Schneeschuh-Runde)

Das kleine Skigebiet Gamplüt am nördlichen Dorfrand von Wildhaus ist südöstlich ausgerichtet und ein lohnendes Ziel für die erste Schneeschuh-Einlauftour in diesem Winter, der bis heute keiner war😀. Aber in der letzten Nacht hatte Frau Holle ein Einsehen und es gab 15 bis 20 cm von der begehrten weissen Pracht. Und weil die Wetterprognosen bei deutlichen Minusgraden akzeptable Verhältnisse in Aussicht stellten, gab es kein halten mehr – raus aus der Stube, das Obertoggenburg ist nah!

Nicht zu früh, kurz nach elf Uhr kamen wir an auf dem nicht stark belegten Parkplatz Chuchitobel in Wildhaus. Freundlicher Sonnenschein, feinster Pulverschnee beim Start – was will man mehr. Wir wählten die Runde im Gegenuhrzeigersinn; nach ein paar Schritten auf der schneebedeckten Fahrstrasse hielten wir links um auf bereits guter Spur steil aufzusteigen über Egg, Brem, Bode. Einige wenige Gleichgesinnte vor und nach uns. Nach 50 Minuten war das Bergrestaurant Gamplüt mit zugehöriger Bergstation der Gamplütbahn erreicht. Draussen war es uns etwas zu kalt, also rein in die gute gut besetzte Stube für den Genuss eines kleinen z’Mittags🥘. Gestärkt machten wir uns auf den Weiterweg; hinter dem Bergrestaurant beim Hauptwegweiser hielten wir in Richtung Dreihütten, nach Norden also. Was für eine schöne und unverspurte Landschaft! In leichtem Galopp surften wir die 50 Hm runter bis zum P.1319 Dreihütten, um dann in Richtung Süd zu wenden. Über das Moor, welches unter Schnee lag, der leichte Anstieg durch den Wald hoch zur Rossegg. Hier geniessen wir das schöne Churfirsten-Panorama, wobei das Wetter über den Firsten gewaltig kocht (siehe Bilder). Den Winterwanderweg überschritten wir, um etwas direkter und steiler in Richtung Lisigweid zu halten. Mittlerweile trübte das Wetter ein, die Sonne hatte sich verzogen. Nicht weiter schlimm, denn bald erreichten wir über Büel und Steinrüti den Ausgansort unserer kurzen und einfachen Einlaufrunde. Wir durften zufrieden sein mit dem Start in die Schneeschuhsaison 2019.

Wetterverhältnisse:
Teilweise sonnig und bedeckt, ca. 15 cm Pulver (Neuschnee), schwache Bise (<15 km/h), Temperatur ca. -8°, ideale Verhältnisse also.

Lawinensituation:
Laut SLF: Stufe 3 erheblich ab 2000 m

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tourdatum: 3. Januar 2019
Schwierigkeit: WT1
Strecke: 5.3 km, Parkplatz Chuchitobel – Egg – Brem – Bode – Gamplüt – Unterstofel – Dreihütten P.1319 – Rossegg – Lisigweid – Steinrüti – P Chuchitobel
Aufstieg: ca. 320 m
Abstieg: ca. -330 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 50 Min.
Tageszeit: 11:15 bis 14:15 Uhr

Pizalun 1478 m – prächtiger Aussichtspunkt

Für heute war in der Ostschweiz ein weiterer Föntag vorausgesagt; Grund genug, die vielleicht letzte Wanderung in diesem Jahr zu unternehmen. Ab ins Epizentrum des Föns, Churer Rheintal! Tausend Meter über dem Rheintal liegt die ziemlich unbekannte Aussichtsplattform namens Pizalun (alte romanische Schreibweise Piz Alun). Der Gipfel wäre auch zu erreichen mit dem Auto via Bad Ragaz – Pfäfers – Furggels – St. Margrethenberg – ab da zu Fuss in ca. anderthalb Stunden. Wir starteten in Mastrils oberhalb Landquart. Beim Schulhaus/Kindergarten im Ortsteil Rösli hatte es ausreichend Parkplätze. Da wir nicht auf der Dorfstrasse laufen wollten, wählten wir die Abkürzung über die steile Treppe direkt beim Schulhaus. So erreichten wir schnell Betriebstemperatur. Nach ein paar hundert Metern, in der Haarnadelkurve bei der ÖV-Haltestelle Pizalun wurden wir beim P.654 rechts w-r-w weggewiesen. Hier beginnt das Litzitobel, welches wir links des Wildbachs entlang aufsteigend erreichten. Bei P.698 dann über eine Brücke weiter aufsteigend – über uns eine Hochspannungsleitung. In drei Kehren im lichten Hagwald war rasch eine Höhe von tausend Metern erreicht. Ab P.1005 (Abbiegung Spiger Weg, Skilift, Präschenal) wurden die Kurven serpentinenartig. In der obersten Linkskurve dann eine Fehlinformation: der Wanderwegweiser wies uns nach rechts aus der Kurve in Richtung Spig und Pizalun. Laut LK (1:20000) wäre es besser gewesen, auf der Strasse zu bleiben in Richtung Valzauda und Matteli – aber da war nichts ausgewiesen. Auf der LK war (wenigstens teilweise) ein Pfad eingezeichnet, der weiter oben von Spig herführend zum Matteli führen sollte. Für solche «Abenteuer» braucht es Ruedi’s ganze Überzeugungskunst😏. Gleich nach dem ersten Stadel hielten wir also links steil und weglos hoch, weil am Waldrand eine erste und letzte (alte?) Markierung zu erkennen war. Ab jetzt waren wir Pfadfinder. Wald, sehr steiles Gelände, keine Trittspuren, viel nasses Laub, schmierig, zum Glück noch schneefrei. GPS-unterstützt wühlten wir uns durch den Urwald, bis schliesslich nahe Matteli wieder eine Markierung leuchtete. Ab jetzt wieder normales Gelände, allerdings stellenweise schneebedeckt und deshalb rutschig. Bei P.1362 erreichten wir den Sattel, von wo der Blick auf die hundert Meter tiefer liegenden Alpen des St. Margrethenberg frei wurde. Vom Sattel rechts hoch aufsteigend bis zum etwas verborgenen Pizalun, dessen höchster Punkt mit einer langen Stahltreppe erschlossen ist. Oben angekommen, ein prächtiges 360°-Panorama – bei dieser Wetterlage besonders interessant. Auf der Plattform sind Panoramatafeln angebracht, dank derer die Orientierung über die Gipfelpracht problemlos gelingt. Und unter uns – gemeint ist im Innern des Bergs – befindet sich die Festung Furggels, das gigantische Gebirgs-Schlacht-Schiff unter den Schweizer Alpen. Auf der Plattform hielten wir es des Föns wegen nicht lange aus; die Gipfelrast musste warten. Im Abstieg begegneten wir dem heute einzigen Gleichgesinnten – eine einsame Tour also! Kurz vor dem Sattel bei P.1362 und damit genau auf der Kantonsgrenze SG/GR annektierten wir an geschützter Stelle eine Bank im (offen zugänglichen) Vorgarten einer Alphütte. Bei 13° genossen wir die mitgebrachten Leckereien, Doris auf der Sanggaller Seite, ich auf der Bündner Seite 😎.

Den weiteren Abstieg über die mit 10 cm Schnee bedeckte Lichtung hinunter zu P.1328 nahmen wir vorsichtig unter die Füsse – unter der knappen weissen Decke warteten jede Menge Kuhfladen auf eine weiche Landung. Bei P.1322 wies uns ein Schild zur nahen Jägeri und der Stefis Bergwirtschaft. Die sympathischen Gastgeber hatten sich auf einen ruhigen Tag gefreut – Tee und Nusstorte gab es allemal in der gemütlichen Stube. Draussen zu sitzen war nicht angesagt, weil das Wetter eintrübte. Von diesem schönen Flecken liefen wir zurück zum nahen Naturfreundehaus. Ab dort dann der schmierig-rutschige Abstieg – fast hätten wir die mitgebrachten Grödel montiert. Jedenfalls war der steile Abstieg zur Alphütte Prafisaschga ziemlich tricky. Nahe der Bergstation des Skilifts erreichten wir die Fahrstrasse im Boda. Nach einem kurzen Abschnitt verliessen wir den Fahrweg wieder, um über verlassene Weiden zum Ausgangspunkt Mastrils zu gelangen. Etwas nach drei Uhr wieder beim Schulhaus, waren wir froh, die stark verschmutzten Bergschuhe auszuziehen…

Fazit:
War das unsere letzte Bergwanderung in diesem Bilderbuch-Jahr? Toll war’s!

Wetterverhältnisse:
Kein T-Shirt-Wetter, sonnig und teilweise bedeckt, angenehme Temperatur ca. 8-13°, starker Fön

Hilfsmittel:
Bergwanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 29. November 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 12 km, Mastrils (Rösli, Schulhaus, 559 m) – P.654 (ÖV-Haltestelle Linkskurve Pizalun) – Litzitobel P. 698 – Hagwald P.831 – P.1005 – Linkskurve Wegweiser Ü Spig und Pizalun – vor Spig weglos durch den Wald nach W bis Matteli P.1188 – P. 1328 – P.1362 – Pizalun 1478 m – zurück bis P.1328 – P.1322 (Verzweigung) – Naturfreundehaus (1293 m) – Jägeri, Stefis Bergwirtschaft (1305 m) – P.1293 – Prafisaschga (1235 m) – Boda (960 m) – P.935 (Munter Egg) – Mastrils
Aufstieg: ca. 968 m
Abstieg: ca. 958 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std.
Tageszeit: 09:15 bis 15:15 Uhr

Neckertaler Höhenweg 3|3: Schwägalp – Hinterfallenchopf – Ennetbüel

Naja, eigentlich luden uns die Wettervorhersagen ein, die Originalstrecke bis Hemberg (>21 km) zu laufen. Leichter Niederschlag war für heute erst angesagt für den späten Nachmittag. Es kam ganz anders. Schon beim Verlassen des Hotels verdunkelte sich die Szene – der Berg war umhüllt von grau-schwarzen Wolken. Also nichts wie los! Über den Laternliweg hinunter zum Pass. Dort über die Passstrasse zum gestern schon abgelaufenen Weg durch die auch bei suboptimalem Wetter wunderbare Moorlandschaft. Im Chräzerenwald nahmen wir wie geplant die Strecke in Richtung Hinterfallenchopf und Gössigenhöchi. Statt wie auch schon (im Winter) über Pfingstboden, liefen wir ab P.1296 bei Horn in Richtung Ellbogen. Wir wollten die Umgebung des nahen Ofenlochs erkunden. An einen Abstieg dorthin war nicht zu denken – mittlerweile nieselte es ziemlich stark. Ab Ellbogen dann der steile Aufstieg im Nebel und bei einer Sicht von unter 20 m. Der Aufstieg zum höchsten Punkt, dem Hinterfallenchopf (1532 m), war etwas demotivierend; jedenfalls verliessen wir das Gipfelgelände fast schon fluchtartig. An eine Gipfelrast war nicht zu denken; aufkommender Wind, Nebel, Regen. Nach dem zügigen Abstieg zur Alp Ober Scherlet (1416 m) bot sich uns die Möglichkeit unter das Vordach zu stehen und etwas zu essen (leckere Brote mit 5 Doppellagen Fleischkäse und zusätzlich mit Appenzellerkäse). Mittlerweile war es richtig kalt – Doris benötigte Handschuhe, ich markierte Härte trotz Kuhnagel. Uns wurde klar, dass unter diesen Umständen der Weiterweg bis Hemberg keinen Sinn machte. Bei P.1351 entschieden wir, auf der Fahrstrasse via Hinder Chlosteralp (1315 m) – Unter Chlosteralp (1244 m) nach Ennetbüel zu laufen. Der Regen wurde stärker, zwischendurch böenartiger Wind; also wehrten wir uns im Laufschritt. Für die verbleibende Strecke bis Ennetbüel (5.4 km) benötigten wir 50 Minuten – schliesslich wollten wir das Postauto Ennetbüel mit Abfahrt 13:47 nicht verpassen; sonst hätten 2 Stunden Wartezeit gedroht. Locker geschafft, und das erst noch bei guter Laune…

Fazit:
Das ganz tolle Wandererlebnis sieht anders aus… Kurz und gut: der Bonus der zwei wunderschönen Vortage überwog deutlich.

Wetterverhältnisse:
Heute kein T-Shirt-Wetter, grau und nass, der Jahreszeit entsprechende (aber nicht erwartete) Witterung bei ca. 8°

Hilfsmittel:
Bergwanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 13. November 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.2 km, Schwägalp (1352 m) – Schägalp Passhöhe (1278 m) – Beieregg – P.1318 – P.1322 – Chräzerenpass (1266 m) – P.1321 – Horn P.1296 – P.1275 – Engi, P.1258 (Abzweigung Ofenloch) – Ellbogen (1268 m) – Hinterfallen (1330 m) – P.1492 – Hinterfallenchopf (1532 m) – Ober Scherlet (1416 m) – P.1351 – Hinder Chlosteralp (1315 m) – Unter Chlosteralp (1244 m) – Brugg (1107 m) – Risi (943 m) – Ennetbüel (885 m)
Aufstieg: ca. 427 m
Abstieg: ca. 879 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 4 Std.
Tageszeit: 09:30 bis 13:30 Uhr

Neckertaler Höhenweg 2|3: Schönengrund AR – Schwägalp

Nach einer sehr erholsamen Nacht im Schäfle Schönengrund und dem ausgiebigen z’Morge Abschied von diesem heimeligen Ort – auf Wiedersehen! Vor uns die zweite Tagesetappe, mit vielen Aufstiegsmetern über Hochhamm (1209 m) und Hochalp (1528 m) zur Schwägalp (1352 m). Und wie vorausgesagt: ein sonniger Herbsttag erwartete uns. Die 350 Hm Aufstieg zum Hochhamm waren das reine Vergnügen – schliesslich erwartete uns ein schönes Bergrestaurant. Und zum Kafi gabs ofenfrischen Doppelfladen (auch Schlorzifladen genannt) – Genuss pur also auf der Sonnenterrasse – und die Panoramasicht gratis dazu! Nach dieser Stärkung der kurze Abstieg zum 150 m tiefer liegenden Osterbüel –  welch schöne Gegend! Und gleich wieder der Anstieg via die Höfe Untere Schurtanne und Obere Schurtanne. Wenige hundert Meter oberhalb der Aufstieg entlang des Tellwalds (ja nicht im Schatten…) auf eine Anhöhe nahe Oberer Schwarzenberg (ca. 1200 m.ü.M.). Jetzt folgte der kurze Zwischenabstieg bis Guggenhalden (1172 m) vorbei an einigen schön gelegenen Wochenendhäuschen. Die Kreuzung überquerten wir in Richtung Hochalp, deren Nordseite (noch) schattenhalb lag. Vor uns also erneut 350 Hm Aufstieg. Vorbei an zwei Wander-Parkplätzen und an einer Jägerhütte erreichten wir rasch den Bruggerenwald. Nach einem Kilometer die Verzweigung beim Rossmoos: rechts zur Hochalp, links zum Hochalp Ostgipfel. Da das Bergrestaurant geschlossen war, und der Aufstieg dorthin im Schatten lag, war die Entscheidung einfach für den steilen Aufstieg in der Sonne, östlich der schattigen Mulde. Auf diesem sehr steilen Abschnitt ist etwas Trittsicherheit gefragt. Den im Blickfeld stehende Ostgipfel (1527.8 m) erreichten wir kurz vor 13 Uhr – gerade zeitig für eine Gipfelrast. Hier oben geht der Blick hinüber zum allgegenwärtige Alpstein mit Hauptdarsteller Säntis (Luftlinie 7 km). Während wir das Superpanorama genossen, sorgten ein paar andere BergängerInnen für (unerwünschte) Ablenkung: lautstarke Präsentationen von Smartphone-Videos, und eine etwas schrille (junge) Frau in ausgesprochen berggängigem Outfit: knallroter Ministrickrock, schwarzglänzende Latex-Leggins, dazu passende Turnschuhe. Uns wars recht, dass die vier den Abstieg zum Rossfall hinunter wählten. Nach diesem Gipfelgenuss der Abstieg bis Älpli (1361 m), dann weiter in leichtem auf und ab bis Spicher West (P.1469). Unterwegs einige steilere, aber niemals ausgesetzte Stufen. Weiter gings vorerst die Höhe haltend bis Schifaltlig. Jetzt befanden wir uns in der Nähe des Ofenlochs, einer unglaublich schroffen und abgründigen Gegend – hier unten irgendwo ist die Quelle des Neckers. Anschliessend wurden die spektakulären Bilder abgelöst durch den Tiefblick zum bereits im Schatten liegenden Chräzerli. Auf der Forststrasse, streckenweise leider geteert, erreichten wir zuerst die Verzweigung im Chräzerenwald und wenig später den Chräzerenpass (1266 m). Zum Abschluss noch das Auf und Ab durch die Schutzgebiete Witiriet und Lauchriet, und schon war das Tagesziel Schwägalp erreicht. Der Säntis präsentierte sich im herrlichen Licht des späten Nachmittags…

Fazit:
Ein langer, im Vergleich zum Vortag deutlich anspruchsvollerer Wandertag mit wiederum tollen Aussichtspunkten.

Wetterverhältnisse:
Erneut T-Shirt-Wetter, sonnig, angenehme Temperatur ca. 8-14°, wenig störender Wind (Föhn)

Hilfsmittel:
Bergwanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 12. November 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 17 km, Schönengrund AR (841 m) – Pfand (1015 m) – Hochhamm (1209 m) – Windhalden – Osterbüel – Unteregg (P.1061) – Untere Schurtanne – Obere Schurtanne – Guggenhalden (1172 m) – Bruggerenwald – Verzweigung Rossmoos – Hochalp Ostgipfel (1527.8 m) – Älpli (1361 m) – Spicher West (P.1469) – Schifaltlig (P.1479) – P.1403 (Rietfaltlig) – P.1335 – P.1321 – Chräzerenpass (1266 m) – P.1318 – Beieregg – Schwägalp Passhöhe (1278 m) – Schwägalp (1352 m)
Aufstieg: ca. 1350 m
Abstieg: ca. 718 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 5 Std.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 7 Std.
Tageszeit: 09:30 bis 16:30 Uhr

Neckertaler Höhenweg 1|3: Mogelsberg SG – Schönengrund AR

Das Neckertal und sein Fluss war uns schon ein Begriff. Der 32 km lange Fluss im östlichen Teil des Toggenburgs entspringt in der Nähe des Ofenlochs. Er fliesst zunächst durch eine abgelegene, tief eingeschnittene, wildromantische Waldschlucht und mündet schliesslich bei Lütisburg in die Thur. Der Necker und sein Tal sind Namenspatron der am 1. Januar 2009 aus der Fusion von Brunnadern, St. Peterzell und Mogelsberg entstandenen neuen Gemeinde Neckertal. Der Name Necker ist keltischen Ursprungs und bedeutet heftiger, böser, schneller Fluss. Er entstammt dem ureuropäischen Wort Nik, welches losstürmen bedeutet. Die Entwicklung des Namens beginnt zu vorchristlicher Zeit mit der Bezeichnung Nikros, welche über Nicarus und Neccarus zu Necker wurde. So viel zur Geschichte

Sehr gute Informationen zur Vorbereitung auf diese mehrtägige Weitwanderung fanden wir auf der Webseite www.neckertal-tourismus.ch. «Wenn es in der Ostschweiz eine landschaftliche Unschuld gibt, dann ist es das Neckertal» steht dort geschrieben. Der durchgehend gut markierte Neckertaler Höhenweg mit 56 km Länge und gut 17 Stunden Wanderzeit (und vielen Höhenmetern) ist recht anspruchsvoll und aufgrund der langen Tagesetappen konditionell fordernd.

Ausgangspunkt unserer Drei-Tages-Tour war Mogelsberg, das mit der Bahn gut zu erreichen ist. Eine Viertelstunde vor neun Uhr (und bei leichtem Regen) nahmen wir den kurzen Weg zum 40 m höher liegenden Dorf unter die Füsse. Im Wissen darum, dass das schmucke Rössli um neun Uhr öffnete – Startkafi und frischer Zopf! Eine Viertelstunde später starteten wir, mittlerweile schien die Sonne durch die dunklen Restwolken. Nach ein paar hundert Metern führte der Weg vorbei am neuen (und einzigartigen) Baumwipfelpfad. Leichter Abstieg zum Haselgrund, wo wir die geteerte Strasse nach links verliessen. Über schöne Weiden erreichten wir P.871, um dann durch den Wald nach Ebersol hinunter zu laufen. Auf der Strasse Degersheim-Necker dann ein kurzes Stück in Richtung Necker um kurz vor Ebersol (Moos) in einer Spitzkehre dem Wegweiser Balik zu folgen – also nicht etwa zu früh abbiegen auf der Fahrstrasse in Richtung Spitzbad! Vorbei an der bekannten Lachs-Räucherei erreichten wir ein wildes und tief eingeschnittenes Tälchen, in dem es erst wenig ansteigend und schliesslich steiler aufzusteigen galt bis zum Gerensattel (1001 m). Jetzt befanden wir uns auf einer Krete, rechts der Furtberg, links (östlich verlaufend) der Wilket. Fast so etwas wie Tiefblick nach St. Peterzell hinunter, und in der Ferne die Voralpen. Der weitere Aufstieg (170 Hm) zur Wilkethöchi führte steil hoch, vorbei an einem sturmholz-beschädigten Waldstück. Bald aber war die Höhe erreicht und wir durften über raschelndes Laub wandeln. Auf der Wilkethöchi genossen wir die prächtige Panoramasicht. Gleich zwei Bankniederlassungen standen zur Verfügung – wir entschieden uns für diejenige mit der Rückenlehne (😊). Mittagszeit! Nach etwas mehr als sieben Kilometern war hier der ideale Ort zu rasten – und das erst noch bei 28° an der Sonne(!). Nach ausgiebiger Pause verliessen wir diesen heute höchstgelegenen Punkt in östlicher Richtung. Nach einem kurzen Abstieg erreichten wir bei P.1064 einen wunderschön eingerichteten Rastplatz mit einer (offenen!) Hütte. Statt direkt nach Dicken abzusteigen, hielten wir vorerst Höhe um im Kubelwald 200 Hm abzusteigen zum Chubelboden. Hier – bei Moos – hatten wir die Wahl, die markant aufragende Züblisnase (1048 m) nördlich oder südlich zu umrunden. Wir entschieden uns für die sonnigere Variante. Mit schönem Blick zum Stickerdorf Dicken erreichten wir die Siedlung Höhenschwil. Nach einem kurzen Stück auf der geteerten Strasse passierten wir den Papageienhof – die munteren und schmucken Vögel grüssten uns ganz aufgeregt. Bis zum 100 m höherstehenden schmucken Bergrestaurant Bergli floss der Schweiss in Strömen – spielte keine Rolle, denn bald war die Tankstelle erreicht – dachten wir. Geschlossen! Schade – also weiter nach Osten, in leichtem auf und ab zum Gägelhof. Weiter über die Anhöhe Hochwacht und schliesslich hinunter zur Strasse, welche von Dicken zur Landscheidi führt. Das gleichnamige Restaurant steht auf einer Art Passhöhe unmittelbar an der Grenze SG-AR und war gut besucht. Tee und etwas Süsses gabs. Vor uns noch der letzte Abschnitt zum nahen Tagesziel – über die grüne Arnighöchi nach Arnig hinunter, von dort ein paar hundert Meter auf geteerter Unterlage, und schliesslich wieder auf dem Wanderweg hinunter nach Wald SG. Kurzes Stück auf der Strasse St. Peterzell-Waldstatt, um dann über die Brücke über den Tüfenbach die Kantonsgrenze zu überschreiten und am Tagesziel, dem Schäfle mitten im Dorf Schönengrund, zu landen. Von der sympathischen Ida Lämmler begrüsst und später bekocht, genossen wir einen gemütlichen Abschluss eines wunderbaren Wandertags. Im gemütlichen und einfachen Haus fühlten wir uns richtig wohl – danke Frau Lämmler!

Fazit:
Eine langer, aber dennoch gemütlicher erster Herbst-Wandertag mit vielen tollen Aussichtspunkten über die voralpinen Hügelzüge – ganz nach unserem Gusto!

Wetterverhältnisse:
T-Shirt-Wetter, sonnig, angenehme Temperatur ca. 10-15° (direkt an der Sonne bis 28°), leichter Wind (Föhnlage)

Hilfsmittel:
Bergwanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 11. November 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 17.7 km, Mogelsberg Bahnhof (714 m) – Mogelsberg Dorf (755 m) – Haselgrund (796 m) – P.871 – Ebersol/Moos – Gerensattel (1001 m) – Wilkethöchi (1172 m) – P.1064 – Chubelboden (862 m) – Moos (Dicken) – Höhenschwil – Bergli (999 m) – Gägelhof (1025 m) – Hochwacht (P.1073.4) – Landscheidi – Arnighöchi – Arnig (P.1002) – Vorderarnig – Wald SG (836 m) – Schönengrund AR (841 m)
Aufstieg: ca. 906 m
Abstieg: ca. 774 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 5 Std.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 7 Std.
Tageszeit: 08:45 bis 15:45 Uhr

Gocht 1951 m – steiler Übergang in den Churfirsten

Nach gemeinsamer Fahrt bis Ziegelbrücke folgte die Zugfahrt nach Walenstadt und die Busfahrt bis Walenstadtberg, Endstation Rehaklinik. Um 07:45 Uhr liefen wir los, gemütlich das Tempo, auf den ersten 3.5 km auf geteerter Unterlage über Hochrugg bis P.1388. Ab hier zum Glück Naturstrasse bis Schwaldis. Jetzt in einer Rechtskurve hoch um das Florzentobel zu umrunden. Bald war das Alpgebäude Säls erreicht, wo im Gelände gebaut wird (Wasserversorgung?). Erst eine Kehre nach rechts und dann nach links war P.1521 erreicht. Hier verliessen wir den weiterführenden Forstpfad, nun w-b-w-markiert, um über eine steile Alpweide hoch zu steigen zum Waldrand und bis P.1642. Durch den Wald weiter steil hoch, links stark abfallendes Gelände, rechts eine Felsnase (P.1852) umrundend. Wenige Meter absteigend war eine erste Runse zu überqueren; über uns die Wand des Nägeler. Im Weiteraufstieg auf eine Höhe um 1800 m.ü.M. schmale Pfade, welche unter den senkrecht aufragenden Wänden durchführten. Mittlerweile hatten wir die Stöcke in den Rucksäcken verstaut, weil jetzt vermehrt die Hände zum Einsatz kamen. Jetzt war definitiv Trittsicherheit gefragt – Stolperer hätten fatale Folgen (1300 m über dem Walensee). Oberhalb des Säls-Chamm änderte die Richtung von SW nach NW, direkt unter den felsigen Ausläufer der Nägelerwand. Noch eine letzte etwas knifflige Querung auf eine Höhe von ca. 1900 m, rechts die ca. 250 m aufragende Wand, links der über 40° geneigte Hang, der erst am Walensee wieder abflacht😊. Zwar ist der Pfad trocken und ausreichend breit, volle Konzentration ist aber dennoch nötig über teilweise hohe felsige Tritte oder feingeröllige Passagen. Nun standen wir also am unteren Eingang zur Gocht. Eigentlich ist es eine grosse geröllige Runse, die ziemlich direkt und sehr steil (>30°) nach oben führt, über eine Strecke von 400 m müssen 140 Höhenmeter aufgestiegen werden. Das Gelände ist durchsetzt mit Kletterfelsen, aber auch mit feinem, sehr rutschigem Geröll, welches sich wie Kugellager unter den Füssen anfühlte. Die «Arbeit» in diesem anspruchsvollen Abschnitt forderte uns, bot aber auch Kraxelfreuden. Also schön langsam, jeden Schritt abwägend, und ausreichend Abstand haltend. Übrigens: Sicherungen wie Fixseile oder Ketten fehlen hier. Nach etwas mehr als einer halben Stunde war der Übergang Gocht endlich erreicht. Grund genug, hier oben ausgiebig zu rasten und die famosen Ausblicke zu geniessen; sogar ein Schläfchen erlaubten wir uns – herrliche anderthalb Stunden an der Sonne. Erstaunlich auch, dass wir bis jetzt keinen anderen BerggängerInnen begegneten – eine offensichtlich nicht häufig begangene Tour also. Erst gegen halb drei Uhr Aufbruch zum Abstieg: über Karst und felsige Brocken unterhalb des steil aufragenden Glattchamm erreichten wir nach weniger als einer halben Stunden P.1830, und damit den Toggenburger Höhenweg (w-r-w). Leicht absteigend und dann (im Schatten) wieder aufsteigend erreichten wir über seilgesicherte Stufen die Tritt-Wand. Zur linken Glattchamm und Leistchamm, dazwischen eine eindrückliche Karstmulde. Wenige Schritte am Tritt, und schon hatte uns die Sonne wieder – herrlich nun der Ausblick zu den nahen Bekannten (Federispitz, Mattstogg, Speer, Flügenspitz, Gulmen, Goggeien, Stockberg, Neuenalpspitz, Lütispitz, Säntis, Schafberg, Altmann, usw.). Und Arvenbüel, unser Ziel, im warmen Licht des späten Nachmittags. Jetzt ging es rasch: am First angelangt, ein rascher Blick ostwärts in die abrupt abfallende, mächtige Schrattenkalkmulde. Nur noch wenige Minuten bis zur 100 Hm tiefer liegenden Alp Looch und dem gleichnamigen Bergrestaurant. Getrübte Vorfreude: Toni und Anni, die sympathischen Wirtsleute, hatten heute ausnahmsweise früher Feierabend gemacht – wir haben sie verfehlt um knappe zehn Minuten… Für den weiteren Abstieg nach Arvenbüel hinunter folgten wir dem Vorschlag Roli’s: bei Egg (P.1470) verliessen wir den harten Strassenbelag und hielten rechts über die schönen Wiesen bei Rör, über die Beerenbach-Brücke, dann wenige Hm aufsteigend bis Arvenbüel. Das Tagesziel war rasch erreicht, nicht zuletzt wegen des Hungers von Mägi(😊). Im Restaurant Arvenbüel genossen wir zum Abschluss in der abendlichen Sonne die verdienten Leckereien. Schliesslich waren wir während neun Stunden auf den Beinen. Den herrlichen Wandertag beschlossen wir mit der Busfahrt über Amden – Weesen nach Ziegelbrücke.

Fazit:
Die Gocht zusammen mit Mägi und Roli – das war ein toller Wander-Genuss!

Wetterverhältnisse:
Herrliches Herbstwetter, trockene Witterung bei ca. 14 bis 24°

Hilfsmittel:
Bergschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 17. Oktober 2018
Schwierigkeit: T4
Strecke: 15.2 km, Walenstadtberg (Reha-Klinik, ca. 970 m) – Bärgerwald P. 987 – Schönegg – Hochrugg 1288 m – Schwaldis 1434 m – Säls 1446 m – P.1521 (Verzweigung) – P.1642 – Gocht 1951 m – Verzweigung Toggenburger Höhenweg (bei P.1830) – Tritt Wand 1821 m – First 1663 – Alp Looch 1556 m – Egg P.1470 (Verzweigung) – P.1415 – Rör – Brücke über den Beerenbach (P.1254) – Arvenbüel (1273 m)
Aufstieg: ca. 1264 m
Abstieg: ca. -966 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 9 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen 6 Std.
Tageszeit: 07:45 bis 17 Uhr

Fronalpstock GL 2123 m – das Schönwetterfenster optimal genutzt…

Die Fahrt über die A53/A3 bis Mollis, dann die enge Bergstrasse hoch bis zum Berggasthaus Naturfreundehaus Fronalp dauerte eine knappe Stunde. Hier stehen einige Gratis-Parkplätze zur Verfügung. Klar, dass wir einen Startkafi genossen! Draussen wurden die Tische gedeckt – in Erwartung vieler Gäste. Wir starteten um halb zehn bei noch etwas verhangener Wetterlage. Allerdings zeigten sich südlich, im Bereich des Tödi, erste blaue Flecken; die Wetterfrösche sollten recht behalten! Auf der Naturstrasse über Fellboden war die Alp Mittelstafel (1583 m) in einer halben Stunde erreicht. Hier teilten sich die Routen: rechts in Richtung Schilt, geradeaus zum Fronalppass. Die jetzt folgende Strecke bis zur Ober Stafel (1815 m) war nicht nur steil, sondern geröllig, in einem schlechten Zustand also. Um halb elf war die Alp erreicht, und wenige Minuten später auch der Fronalppass (1852 m). Jetzt hatten wir links zu halten, der schöne Fronalpstock vor uns. Ab hier weiss-blau-weiss markiert, war die Zelsegg zu queren; ein zunehmend anspruchsvoller Weg mit spektakulären Ausblicken (zum nahen Mürtschenstock zum Beispiel). Die schmale, teils gesicherte Querung bis zum Einstieg zum Kamin verlangte also erhöhte Aufmerksamkeit. Der folgende Aufstieg durch den Kamin – eine steile etwa 40 m hohe fast senkrecht Rinne – ist wenig ausgesetzt und teilweise beidseitig mit Ketten gesichert. Die Tritte sind meist ausreichend breit, allerdings massiv speckig. Wer ohne Ketten klettert, trifft auf eine spannende Kraxelei im II. Grad. Nach dem Ausstieg geht es über einen teilweise felsigen und steilen Bergweg hoch zum Gipfel, der in etwa zehn Minuten erreicht wird. Oben angekommen, öffnet sich ein Rundum-Panorama vom feinsten. Heute zeigte sich auch das Wetter von der freundlichsten Seite. Und der Ansturm hielt sich in Grenzen; gerade mal zwei Gipfelstürmer vor uns. Nach den Gipfelfotos genossen wir bei Windstille die Gipfelrast ausgiebig. Auf dem nahen Schilt und dem Nachbar Tristli waren die Berggänger von blossem Auge auszumachen. Und der schöne Spaneggsee unter uns und gegenüber der Mürtschenstock beeindruckten sehr. Zeit für den Abstieg! Bis zum Kamin auf dem bekannten Bergweg, teilweise felsig – zum Glück trocken. Das galt auch für den Kamin, der im Abstieg kaum Schwierigkeiten bot – wenn etwas Abstand eingehalten wird. Die Querung über die Zelsegg dann besonders schön, weil die Umgebung in schönsten Herbstfarben leuchtete. Bald war auch der Fronalppass und die darunter liegende Alp Ober Stafel wieder erreicht. Bis hierhin ging alles etwas rascher – obschon wir keine Eile hatten. Jetzt folgte die ziemlich rutschige (weil geröllige) Wegstrecke zur Alp Mittelstafel; diese Wegstrecke wird gerade instandgesetzt (nötig hat sie es…). Ab Alp Mittelstafel noch eine halbe Stunde, und schon war der Ausgangs- und Endpunkt erreicht. Auf der sonnigen Terrasse des symphatischen Berggasthaus Naturfreundehaus Fronalp genossen wir zum Abschluss den Durstlöscher namens Adlerpfiff – herrlich!

Fazit:
Der Fronalpstock war uns wohl bekannt von unseren Besteigungen 2009 und 2011. Heute war es wieder einmal so weit, diese nicht allzu lange, aber spassige Tour zu wiederholen. Gelohnt hat es sich!

Wetterverhältnisse:
Freundliche, trockene Witterung bei ca. 12 bis 20°, im Verlauf der Tour zunehmend sonnig und blau blau blau – wie es sich gehört…

Hilfsmittel:
Bergschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 6. Oktober 2018
Schwierigkeit: T4, II-er Kletterstellen (Kamin)
Strecke: 8.6 km, Berggasthaus Naturfreundehaus Fronalp (1389 m) – Alp Mittelstafel (1584 m) – Alp Ober Stafel (1816 m) – Fronalppass (1852 m) – Zelsegg – Fronalpstock (2124.4 m) Abstieg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 740 m
Abstieg: ca. -740 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 2 Std. 45 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 13:45 Uhr

Guscha 2140 m – eine überraschend schöne Gratwanderung

Guscha? Kaum jemand kennt diesen Gipfel, dessen nördlicher Felskopf Schönhalden um ca. 700 Hm überragt und auf der Vorbeifahrt auf der A3 auf Höhe der Ausfahrt Flums immer wieder (unsere) Blicke anzog. Doris’ Vorschlag, an diesem Montag wieder einmal eine Tagestour in den Flumserbergen unternehmen, kam gut an. Und anständiges Wanderwetter wurde auch vorhergesagt. Ab A3-Ausfahrt Flums und der Ortsdurchfahrt in Flums (in Richtung Flumserberg) nach dem grossen ehemaligen Industriegebäude Flumserei links abbiegen (gut ausgeschildet «Saxli, Berghotel Schönhalden»). Nach 1.5 km Bergfahrt war im Ortsteil Saxli die auf 640 m.ü.M. liegende Talstation der kleinen Doppelgondelbahn erreicht (ausreichend P vorhanden). Mit der immer zur vollen und halben Stunde verkehrenden Bahn bewältigten wir zeitsparend und elegant fast 900 Hm zum Preis von Fr. 20.00 pro Person (Berg- und Talfahrt). Gleich bei der Bergstation nahmen wir den direkten Eingang ins nach einer Brandkatastrophe neuerbaute Berghotel Schönhalden – der Startkafi musste sein. Bergseitig hinter dem Haus beginnt der w-r-w-markiert ausgeschilderte Wanderweg. Über steiles Weideland im stillgelegten ehemaligen Klein-Skigebiet war Fulriet bald erreicht. Nach einer kurzen Waldstrecke wurde der Blick frei zum Pizol-Gebiet und weiter in Richtung Mädems und Hüenerchopf. Vorbei an friedlich weidendem Vieh war die Abzweigung bei P.1711 rasch erreicht. Hier hielten wir rechts, um auf steiler werdendem Pfad rechts (nördlich) der felsigen Wisswand in engen Stufe aufzusteigen. Unterhalb der ebenfalls felsigen Wand des Guscha war die steile Stufe zu erkennen, welche zu P.1994 hochführte. Alternativ hätte sich unterhalb auch die Aufstiegsmöglichkeit weiter östlich und näher am Grat geboten. Bei P.1994 vereinen sich die beiden Pfade wieder. Ab hier noch etwas steiler, aber gut zu begehen der Aufstieg zum Kreuz, welches markant an der Kante des nördlichen Ausläufers des Guscha auf etwa 2060 m.ü.M. steht – hier geht’s 200 m senkrecht runter. Beim Kreuz, das nicht der höchste Punkt des Guscha ist, trafen wir den einzigen Berggänger heute – Wildhüter Paul aus Mels mit seiner Hündin Cindy. Nach einer netten Schwatz-Pause hielten wir weiter in Richtung Grat und erreichten beim grossen Steinmann den höchsten Punkt 2140 m.ü.M. Zwar erst halb zwölf, war der Ort trotzdem gerade richtig, um eine ausgedehnte Rast abzuhalten – mit wunderbarem 360°-Panorama. Weit und breit niemand unterwegs, mit Ausnahme einer Gruppe, welche sich grade auf dem Gratübergang zwischen Steingässler und Hochgamatsch befand (Distanz 2 km). Hatte uns die bisher attraktive Streckenführung über den nicht ausgesetzten Grat überrascht, ging es vorerst weiter so. Auf dem Vorderchamm angelangt dann der steile Abstieg über Chuewägli zum hundert Meter weiter untenstehenden Chammhüttli – niemand da. Beim nahestehenden Wegkreuz nutzten wir die Bankniederlassung für eine Trinkpause, und natürlich zum Genuss der Aussicht – unter uns die Alp Mädems Hintersäss. Der steile, aber gut gepflegte Weg zur Alp hinunter führte unterhalb des markanten Schluderichopf vorbei. Bis zur Alp hinunter begleitete uns die friedliche Glockenmusik der weidenden Tiere. Auf den letzten Metern kurz vor der Alp war der Untergrund dann verständlicherweise etwas morastig, Grasbuckelhüpfen war angesagt. Der Weg führte zwischen den Alphütten durch – und an einer wunderschönen Sauerei vorbei (siehe Bilder). Auf dem uns von Schneeschuhwanderungen (zur oberhalb liegenden Pfufisegg) bekannten Normalweg wanderten wir zurück, bis sich die Runde schloss beim Verzweigungspunkt 1711. Der Ausblick ins Rheintal und in die Vorarlbergischen und Bündner Alpen beeinträchtigte unsere Aufmerksamkeit leicht, so dass wir den (unfallträchtigen!) Kuhfladen nur reflexartig😎 ausweichen konnten. Immerhin erreichten wir den Ausgangspunkt unbeschadet, und die Panachées auf der Terrasse im Berghotel Schönhalden bildeten den willkommenen Schlusspunkt.

Fazit:
Eine schön aussichtsreiche, unerwartet einsame Kammwanderung

Wetterverhältnisse:
Sonnig mit leichter Bewölkung, ca. 17-20°, windstill, sehr angenehm im Vergleich zu den hinter uns liegenden Hochsommertagen

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke (nicht eingesetzt), GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 27. August 2018
Schwierigkeit: T3
Strecke: 9.1 km ab Berghotel Schönhalden 1484 m – Fulriet P.1680 – Abzweigung P.1711 – Wisswand – P.1994 (Steilstufe) – Guscha Kreuz 2092 m – Guscha Steinmann 2140 m – Vorderchamm – Chammhüttli 2040 m – Alp Mädems Hintersäss 1776 m – Abzweigung P.1711 – Fulriet P.1680 – Berghotel Schönhalden 1484 m
Aufstieg: ca. 674 m
Abstieg: insgesamt ca. 666 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 4 Std. 45 Min.