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Motta Naluns 2146 m – Sent 1430 m

Nach einigen Tagen Alpinskifahren im attraktiven Motta Naluns nutzten wir die für heute angekündigte Schlechtwettersituation für eine Schneeschuhwanderung mit Manuela und Thomas. Die ersten 900 Höhenmeter legten wir elegant zurück in der Gondel ab Scuol hoch zur Bergstation Motta Naluns. Bei leichtem Schneetreiben starteten wir gleich unterhalb der Bergstation, die Talstation der Sesselbahn umrundend führte die präparierte, unter ca. 10 cm Neuschnee liegende Spur parallel zu den Skiliften des Kinderskiparadieses hoch. Hier fanden gerade die Abschlussrennen der jüngsten Skischüler statt – am lustigen (und ernsthaften!) Treiben der angehenden Skirennfahrer hatten wir unsere helle Freude. Über die nächsten anderthalb Kilometer stiegen wir locker hoch bis zum heute höchsten Punkt bei ca. 2293 m.ü.M. (östlich der Chamanna da Naluns). Etwa 140 m tiefer Jonvrai (2158 m), wo sich die Skifahrer auf drei sternförmig angelegten Transportanlagen bis auf 2700 m hoch transportieren lassen. Der etwa 600 m lange Abstieg bot bei dieser tollen Spuranlage keine Schwierigkeiten. Schon fast achtlos liessen wir die von uns in den vergangenen Tagen regelmässig besuchte Bergbeiz Alpetta links liegen. Vorsichtig querten wir die Pisten um dann auf einer gemischt genutzten Spur aufzusteigen. Im Gebiet Sur Bos-cha trennten sich Piste und Winterwanderweg – in leichtem auf und ab erreichten wir nach ca. 5 km nahe Taslaina die Traumpiste, welche wir vorsichtig querten (heute kein Problem, da wenig «Verkehr»). Unser Ziel war die schön gelegene Sömmi Bar (2015 m.ü.M.), eine einfache Hütte. Gulaschsuppe, Hirschsalzi, Senterkäse, und zum Dessert Berliner – weisch wie fein!! Hier oben zeigte sich heute auch erstmals die Sonne, so dass der Blick frei war zu den Unterengadiner Dolomiten (Piz Lischana und Konsorten). Unter uns lagen Scuol und Sent in einer grauen Suppe. Gestärkt und vergnügt nahmen wir den weiteren Abstieg unter die Schneeschuhe. Gleich unter der Hütte verlief die breite Spur nahe P.1891 ins enge Val Spadla, entlang der nahen Traumpiste, welche wir aber bald aus den Augen verloren. Wir hatten unsere eigene Traumpiste. Unser nächstes Ziel war das Restorant da Muntogna Vastur (ca. 1650 m.ü.M.). Sonne und aufziehende Nebelschwaden wechselten sich ab, so dass wir den Hauskafi in der gemütliche (vom Vorabend noch immer Fondue-geschwängerten) Stube genossen. Eigentlich stünden hier für die Abfahrt auf der Alpstrasse (ca. 3 km) auch Schlitten zur Verfügung – wegen des doch leicht höheren Alkoholpegels trauten wir uns nicht so richtig😊. Ab hier stiegen unsere Freunde direkt nach Scuol hinunter; wir blieben auf dem verschneiten Weg nach Sent hinunter. Die ca. 220 m Abstieg wären übrigens auch problemlos ohne Schneeschuhe zurück zu legen. Beim Schlittendepot nahe Hof Ils Clüs kurz vor Sent entledigten wir uns der Hilfsmittel. Der Weiterweg führte durch das schluchtartige Val da Muligns, und bald erreichten wir die Ortsmitte, wo wir die vielen schönen Senter Häuser bestaunen konnten. Am Pflotsch auf der Strasse war unschwer zu erkennen, dass es hier unten geregnet haben musste. Am Plaz angelangt, begegneten wir ein zweites Mal dem sympathischen Senter Künstler Not Vital, der übrigens gestern Abend in «unserer» Pensiun Aldier den 70. Geburtstag feierte. Wir (Not und Ruedi) sind also Jahrgänger, unsere Geburtstage liegen zwölf Tage auseinander… – schon speziell.

Auf der etwas übertrieben als hochalpine Winterwanderung beworbenen Strecke begegneten wir trotz des nahen Skigebiets wenigen Gleichgesinnten.

Fazit:
Ein tolles Winterwander-Erlebnis mit unseren Freunden Manuela und Thomas – danke, mit euch beiden wars schön!

Wetterverhältnisse:
Ideales Winterwanderwetter, viel Schnee, ab Mittag sogar freundlich-sonnig, auf unserer Tour anfänglich leichter Schneefall bei ca. 0°, wenig Wind.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. Februar 2018
Schwierigkeit: WT2 (dank gut präparierter Spur)
Anfahrt: ÖV (Postauto), Bergfahrt ab Scuol Staziun bis Motta Naluns
Strecke: 12 km, Bergstation Motta Naluns (2146 m) – Jonvrai (2158 m) – Sur Bos-cha –  Sömmi Bar (2015 m.ü.M.) – P.1891 – Vastur – Ilss Clüs – Sent (1430 m)
Aufstieg: ca. 336 m
Abstieg: ca. -1051 m(!)
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 15 Min. (wie waren also sportlich unterwegs…)
Tageszeit: 10:40 bis 16:10 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Dreibündenstein 2160 m – Schneeschuh-Rundtour von Brambrüesch bis Feldis

Für einen blauen Montag wenige Autos auf dem Parkplatz bei der Talstation der Luftseilbahn in Chur – dennoch grosser Andrang; einige Schulklassen drängten auf die erste Bergfahrt um 08:30 Uhr. Die wollten allerdings ausnahmslos skifahren oder schlitteln… Wir lösten das Rundfahrtticket für Fr. 31.00 (Halbtax), mit welchem wir ab Brambrüesch über Mutta/FeldisRhäzüns nach Chur zurück gelangen konnten. So legten wir die ersten 970 m Höhendifferenz elegant und rasch zurück. Oben in Brambrüesch dann zuerst der Startkafi in der schönen Battagliahütte, welche zwar erst um 11 Uhr öffnete; aber für uns (arme Seelen) machte man bereitwillig eine Ausnahme – herzlichen Dank, sehr nett!

Zwanzig vor zehn dann der Start, erst flach und gepistet bis zur Talstation des Skilifts Hühnerköpfe. Ab dort gut markiert und gespurt erst rechts des Lifts hoch, nach etwa 500 m dann in einer Rechtskurve in den Wald (Richtung Spundis), nach ca. 300 m in einer Linkskurve weiter, nun etwas steiler werdend, durch hochwinterlich eingeschneiten Wald, zwischendurch an der Sonne, welche zusätzlich einheizte (bei frühlingshaften 5°). Unterhalb der Spundisköpf querend, erreichten wir P.1812 – ein schöner Platz für eine Trinkpause. Auf der nahen Skipiste tummelten sich viele Jugendliche, die man gut hörte. Nach kurzem Zwischenabstieg der Aufstieg zur Bergstation Hühnerköpfe und an dieser vorbei. Wenig unterhalb der Bergstation dannnoch eine Rega-Show – toll für uns, nicht so für den zu rettenden Skifahrer (hoffentlich nichts allzu Schlimmes – gute Besserung!). Schon eindrücklich, die Rettung ab Landung bis Start dauerte kaum 10 Minuten. Ab Skilift-Bergstation verlief die noch immer perfekte Komfortspur in der Falllinie und ziemlich parallel des Sessellifts zum Furggabüel; auf dem Sessellift wären die 230 m Aufstieg etwas weniger schweisstreibend zu machen gewesen – nicht für uns! Für diesen steilen Kilometer benötigten wir 38 Minuten. Nach den letzten Metern Aufstieg dann das wirklich prächtige 360°-Panorama auf Furggabüel. Vom höchsten Punkt unserer Tour dann der leichte Abstieg zum 500 m weiter südlich stehenden Dreibündenstein Term Bel (2160 m). Zur Geschichte mehr hier. Wir hatten Glück, den 2 Meter grossen Obelisken für kurze Momente alleine für uns zu haben – bis ihn eine Gruppe von Senioren als Wäschehänge «entweihten» 😊. Das Picknick an der prallen und wärmenden Sonne war Genuss pur. Sagenhafte 110 km Weitsicht hatten wir – sogar das Finsteraarhorn war gut zu sehen. Wir konnten uns kaum lösen, hatten wir doch ausreichend Zeit bis zur letzten Talfahrt in Feldis um 16 Uhr. Und das vor uns stehende, verlockende Gipfelziel, das Fulhorn (2529 m), mussten wir für heute ohnehin vergessen. Macht nichts, wir nahmen die genussvolle «Abfahrt» in Richtung Feldis unter die Schneeschuhe. Viele Spuren standen zur Auswahl; die ca. 110 m Abstieg zum Rundwanderweg Alp dil Plaun hinunter war ein grosses Vergnügen in 1a-Schneeschuhgelände – und das bei besten Bedingungen (gut tragende Unterlage, leicht windgepresst, kein Einsinken). Ab Alp dil Plaun führte eine Wanderpiste in leichtem auf und ab erst in Richtung Süd, um dann nach West zu drehen – und immer das hochwinterliche Alpen-Paradies vor Augen – allen voran natürlich der schöne Piz Beverin (2998 m). Auf dem präparierten Winterwanderweg wären die Schneeschuhe eigentlich nicht mehr nötig – wir waren einfach zu bequem, diese zu demontieren. Auf der Alp Raguta (1946 m) angekommen, konnten wir nicht mehr anders: an diesem schön gelegenen Platz einzukehren und den Betrieb auf der 15 x 40 m grossen Natureisbahn zu geniessen – was will man mehr! Nach dem Kafi und dem ausgezeichneten Schoggikuchen sind die wenigen Aufstiegsmeter zur nahe und etwas höher gelegenen Bergstation Mutta ein kurzer Sprint. Auf der Talfahrt mit der 1.3 km langen Sesselbahn präsentierte sich das kleine, aber feine Skigebiet von Feldis. Ab der etwas ausserhalb des Dorfes gelegenen Talstation wurden wir dann mit dem Shuttlebus bis zur Bergstation der Gondelbahn Luftseilbahn Rhäzüns Feldis gebracht – ohne Wartezeit direkt nach Rhäzuns hinunter; so vernichteten wir elegant und rasch 1300 m Höhendifferenz. Kurzer Fussmarsch zum RhB-Bahnhof Rhazüns, von wo wir nach wenigen Minuten Wartezeit komfortabel nach Chur zurückfuhren.

Fazit:
Frühlingshaftes Wetter, ideale Schneeschuh-Verhältnisse, viel Schnee (dieser Winter 2017/18 hat es in sich!). Wieder einer dieser Bilderbuchtage!

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos blau, im Tal ca. 12°, auf unserer Tour ca. 4°, windstill, viel Schnee (1 bis 2 m).

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 29. Januar 2018
Schwierigkeit: WT2
Anfahrt: A3 Chur Süd, Talstation Luftseilbahn Brambrüesch, Gratis-Parkplätze direkt bei der Talstation, aber nur für diejenigen, welche Autokennzeichen bei der Talstation registrieren lassen)
Strecke: 8.9 km, Bergstation Brambrüesch (1595 m) – Talstation Skilift Hühnerköpfe – Spundis – P.1812 – Bergstation Skilift Hühnerköpfe (1947 m) – Furggabüel (2174 m) – Dreibündenstein Term Bel (2160 m) – Alp dil Plaun P.1953 – Alp Raguta (1946 m) – Bergststation Sessellift Mutta Feldis – Feldis
Aufstieg: ca. 700 m
Abstieg: ca. -316 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 5 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 14:45 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Pfufisegg (1950 m) – ein Schneeschuh-Geheimtipp!

Nach der gemütlichen Bergfahrt (800 Hm) mit der Gondelbahn genossen wir den Startkafi im nach dem Brand vom 20. April 2015 neu aufgebauten und am 13. Mai 2017 neu eröffneten Berghotel Schönhalden. Der Neubau ist schlicht, zweckmässig, und steht an einer wunderbaren Aussichtslage. Um zehn also starteten wir – aufgrund der Aussage des Besitzers Reto Flury durften wir eine einsame Tour erleben. So war es dann auch: einen einzigen Skitourengänger haben wir angetroffen! Die Tour kannten wir schon vom 29. März 2014. Die im gesamten alpinen Raum bestehende hohe Lawinengefahr (Stufe 3 erheblich) brachte uns auf die Idee, die relativ ungefährdete Arena um Mädems zu besuchen.

Viel mehr Schnee als 2014! Froh darum, eine Spur vom Vortag nutzen zu können, erwartet uns heute kaum Spurarbeit. Nach den ersten Aufstiegsmetern – nicht mehr wie früher entlang des (abgebrochenen) Skilifts – erreichten wir rasch das leicht bewaldete und hochwinterlich verschneite Fulriet (ca. 1680 m). Unterhalb des Ostausläufers der Guscha erreichten P.1711 (Wanderwegweiser Abzweiger Guscha). Der weitere Aufstieg verlief in sicherem Abstand unterhalb der Wisswand (bei P.1761), von welcher schon kleinere Rutsche heruntergekommen waren. Nach etwa 75 Min. erreichten wir die fast vollständig eingeschneiten Gebäude der Alp Mädems Hintersäss. Zwischen den Alphütten stiegen wir weiter auf – noch immer auf einer gut angelegten Spur, diesmal direkt in Richtung Pfufisegg – das ist zwar kein Gipfel, sondern vielmehr eine aus mehreren Hügelchen bestehender Aussichtspunkt. Jetzt kam die Schaufel zum Einsatz – schliesslich wollten wir eine Sitzgelegenheit für die ausgiebige Rast – bei Windstille und mit einzigartigem Panorama (Alvier, Rheintal, Vorarlberg, Rätikon). Das mitgebrachte Gourmetmenü (Vorspeise Parpaner Birabrot, Hauptgang Schruubebrot gefüllt mit Kräuterkäse und Bio-Bündnerfleisch von Brügger aus Parpan, Schoggi-Dessert und Tee natürlich) schmeckte ausgezeichnet. So gestärkt nahmen wir die Abfahrt unter die Schneeschuhe, der Einfachheit halber auf der Aufstiegsspur. Ab Alp Mädems Hintersäss diesmal nicht in Richtung Mädems Vorsäss hinunter, weil im Tüfboden keine Spur auszumachen war. Den dort zu erwartenden Harsch mit Einsinkgefahr wollten wir uns ersparen. Immer wieder verlangsamten wir unser „Arbeitstempo“ um den Genuss zu erhöhen – und ausserdem erreichten wir bald wieder das bereits schattenhalb gelegene Fulriet. Der restliche Abstieg – bereits wieder auf leicht gefrorener Unterlage – war reine Formsache. Im Berghotel Schönhalden verkürzten wir die Wartezeit beim Tee am Panoramafenster und dem Ausblick zum gegenüberliegenden Alvier und Konsorten. Und in der Luft über dem Seeztal herrschte reger Flugverkehr (WEF und Trumpeltier sei Dank😊).

Fazit:
Frühlingshafte Witterung, ideale Schnee-Verhältnisse im Aufstieg wie auch im Abstieg, unglaublich viel Schnee hier oben. Wiederum ein Bilderbuchtag!

Wetterverhältnisse:
Ein schöner, schon fast frühlingshafter Tourentag, wolkenfrei, im Tal ca. 12°, auf unserer Tour ca. 4°, schwacher, kaum spürbarer Wind (Föhn?), viel Schnee auf Schönhalden (1 bis 2 m), gute Spur (vom Vortag) vorhanden, bis auf eine Höhe von 1700 m etwas verharscht, ab Mädems pulvrig, dank Spur ohne Einsinken bis zum Ziel.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 24. Januar 2018
Schwierigkeit: WT2
Anfahrt: A3 bis Flums – Ortsdurchfahrt – am Ortsende Linksabbieger Richtung Saxli (ausgeschildert „Schönhalden“), Talstation Luftseilbahn Saxli (630 m), Fr. 20.00/Person Berg- und Talfahrt, Gratis-Parkplätze direkt bei der Talstation)
Strecke: 7.9 km, Bergstation Saxli/Berghotel Schönhalden (1487 m) – Fulriet P.1680 – P. 1711 (vorbei am Abzweiger Guscha) – Alp Mädems Hintersäss (1776 m) – Pfufisegg (1950 m) – Rückweg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 500 m
Abstieg: ca. -500 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Gamperfin – Silvester-Schneeschuhrunde 2017

Für heute war eine einfache Schneeschuhtour das Ziel: ausnahmsweise auf einem Global Trail. Die ausgeprägte Lawinensituation und auch die angesagten Windverhältnisse (Böen aus SW bis 60 km/h) liessen höhere Ambitionen nicht zu; und schliesslich wollten wir das abendliche Silvestermenü im Bären nicht verpassen… Am schönsten Tag dieser Woche lockte das herrliche Wetter verständlicherweise viele an die frische Luft. Das war gut zu spüren an der Talstation des Sessellift Wildhaus-Oberdorf. Im Oberdorf – nach einem Kafi – starteten wir um zehn Uhr und querten das Pistengebiet, um über die St. Gallerweid aufzusteigen bis zur ersten Skiliftbergstation. Dort verliessen wir den Rummel, um auf dem markierten Trail in Richtung O – vorbei an P.1310 und P.1347 über Älpligatter bis Schöntobel (1391 m). Auf diesen ersten 2.2 km waren ca. 160 Aufstiegsmeter zurück zu legen – moderat also. Der Trail führte durch das sensible Hochmoorgebiet Älpli. Unterwegs immer wieder Infotafeln über Standort und mögliche Varianten (Schlaufen), immer mit dem Ziel Gamperfin, resp. dem dort stehenden Skihaus (Skiclub Grabserberg). Dem hier im Obertoggenburg reichlich gefallenen Schnee hat der Regen der letzten Tage ziemlich zugesetzt; entsprechend verharscht war die Grundlage – für Schneeschuhläufer besser als für Skitourenläufer. Das idyllische Traumgelände präsentierte sich winterlich. Kurz nach einer Richtungsänderung nach S war der P.1427 Ölberg erreicht. Während sich in unserem Rücken der Alpstein von den Restwolken enthüllte, ragten vor uns Gamsberg und Sichelchamm auf. Wir entschieden uns für die weite Schlaufe über Hinter Witi (1380 m), um dann leicht absteigend entlang des Chrüzwaldes die auf 1303 m schön gelegene Skihütte Gamperfin zu erreichen; kurz nach zwölf, gerade richtig für die Mittagspause (leckere Hüttensuppe für Doris, Ghackets und Hörnli für Ruedi😊). So gestärkt verliessen wir die gemütliche Hütte – mittlerweile hatte sich auch die Sonnenterrasse gefüllt. Gleich hinter der Hütte der kurze, schweisstreibende Aufstieg (100 Hm) über den sonnigen Südhang hoch zum P.1405 oberhalb Brand. Bei Lochgatter P.1429 war der höchste Punkt erreicht. In leichtem auf und ab – die Höhe haltend – führte der Trail durch das Hochmoor, bis sich beim Ölberg die grosse Gamperfin-Runde schloss. Die Unterlage wurde wieder härter und wegen der maschinellen Präparierung auch holprig. Ab Schöntobel wählten wir die Schlaufe über P.1384 um das Hochmoorgebiet Älpliboden südlich/westlich zu umrunden. Dann der Abstieg über die St. Gallerweid, und weiter am östlichen Rand des Pistengebiets direkt hinunter zur Bergstation Oberdorf. Zum Abschluss die windige Talfahrt auf dem Sessellift (zurück im Rummel).

Fazit:
Eine richtig gemütliche Schneeschuhtour war das, nicht zu anstrengend, gerade richtig um ca. 1800 Kalorien zu verbrennen (keine schlechte Perspektive also für die abendliche Schlemmerei im Bären).

Wetterverhältnisse:
Sonnig, der Alpstein anfänglich noch wolkenverhüllt, im Tagesverlauf mehrheitlich wolkenfrei, im Tal ca. 8°, auf unserer Tour etwas weniger, gefühlt aber weit über null Grad, schattenhalb etwas kühler, auf der gesamten Strecke kaum störender Wind (auf Chäserrugg und Gamserrugg waren Windfahnen zu sehen).

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: Silvester, 31. Dezember 2017
Schwierigkeit: WT1-2
Strecke: 11.2 km, Wildhaus Oberdorf (Bergstation Sessellift 1233 m) – St. Gallerweid – P.1310 – P.1347 – Älpligatter – Schöntobel P.1391 – Ölberg P. 1428 – Hinter Witi 1380 m – Skihaus Gamperfin 1303 m – Lochgatter P.1429 – Ölberg – Schöntobel – Älpliboden – St. Gallerweid – Oberdorf
Aufstieg: ca. 440 m
Abstieg: ca. -440 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Allen Besuchern unserer Website unsere beste Wünsche für ein tolles 2018 bei bester Gesundheit!

Creux du Van – Rundwanderung ab Noiraigue NE

Heute nahmen wir uns eine alte Pendenz vor: der Creux du Van – ein sog. Ausräumungskessel (französisch: cirque) im Jura an der Grenze zwischen den Kantonen Neuenburg und Waadt. Er ist etwa 1200 m breit und 500 Meter tief. Die Gesamtlänge der Felswände, die ca. 160 Meter senkrecht abfallen, beträgt etwa vier Kilometer. Das Gebiet liegt beim Mont Soliat auf 1200 bis 1450 m.ü.M. Seit 1972 ist es unter Schutz gestellt und gehört zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Der Kessel ist wahrscheinlich nach der Eiszeit durch Erosion entstanden. Der Boden ist mit Moränen- und Bergsturzmaterial bedeckt, auf dem Tannen und Buchen wachsen. In der Mitte unter dem oben unbewaldeten Teil des Kessels liegt die Fontaine Froide, deren Wasser das ganze Jahr über gleichmässg 4° C warm ist. An den Felswänden leben Steinböcke und Gämsen. Soviel im Voraus zum heutigen Tagesziel.

Um sechs Uhr Abfahrt, dauerte die ÖV-Fahrt bis Noiraigue im Val de Travers knapp drei Stunden; so starteten wir kurz nach neun Uhr am Bahnhof Noiraigue. Gut ausgeschildert durchquerten wir das kleine Dorf in Richtung S, nach der Überquerung der Areuse bis zum Hof Vers chez Joly (ein ziemlich chaotischer Ort, verunziert mit etwa 30 Autoruinen). Nach dem Hof verliessen wir die zur Ferme Robert hoch führende Strasse um nach rechts abzubiegen. Frost und Nebel motivierten uns zu einem forschen Marschtempo, so dass wir rasch Betriebstemperatur erreichten. Auf der Forststrasse, welche ab ca. 800 m.ü.M. schneebedeckt war erreichten wir bald den Hof Les Oeillons (1014 m). Ab hier begann der mittlerweile doch hochwinterliche Aufstieg durch den Wald, genannt Sentier des
14 Contours
, zu deutsch «Pfad der 14 Kurven» – die 10 bis 20 cm Schnee verlangten etwas Trittsicherheit. Bei Kurve 14 (so markiert) erreichten uns erste Sonnenstrahlen, und im Rücken ging der Blick über die Nebelsuppe zu den naheliegenden Jurahöhen. Auf dem Dos d’Ane auf etwa 1370 m.ü.M. erreichten wir den Pertuis de Bise; damit bot sich ein erster Blick zum monumentalen Kessel des Creux du Van. Der Hof Le Soliat (1382 m) liessen wir rechts liegen, weil das Restaurant Winterschlaf hält. Wir stiegen der Trockenmauer entlang hoch, und überschritten so für eine kurze Distanz die Kantonsgrenze NE/VD. Meist bewegten wir uns nahe dem felsigen Abgrund, also links der Trockenmauer. Hartgefroren der Boden, der windverwehte Schnee ebenfalls – also gut zu machen ohne Schneeschuhe. Am südlichen Ende des Kessels hielten wir auf das auf dem Mont Le Soliat stehende Kreuz zu. Hier auf 1464 m genossen wir das sich über dem Nebelmeer ausbreitende Alpenpanorama, welches vom Titlis bis zum Mont Blanc reichte. Der richtige Ort also, hier auch die mitgebrachten Leckereien zu vertilgen: Vorspeise Cashewnüsse und Dörraprikosen, Hauptgang Sandwiches mit Lachs und Kräuter-Cantadou gefüllt, zum Dessert Biberli und Schoggi – herrlich! Nach ausgiebiger Gipfelrast wieder der Rückweg, leicht abzusteigen bis zum Kesselrand. Wirklich beeindruckend, dieser monumentale felsige Kessel! Immer hart der Kante entlang, begegneten wir an einer besonders windstillen Stelle doch tatsächlich einem weiblichen Steinbock (Steingeiss) – dem einzigen Tier heute. Dazu muss man wissen, dass hier oben eine grosse Kolonie von Steinböcken und Gämsen lebt. Die Tiere sollen angeblich ziemlich zutraulich sein. Zurück zu «unserem» Steinböckli: gesehen und gehört hatte es uns schon, aber beeindrucken liess sich das schöne Tier überhaupt nicht (siehe Bilder). Nach diesem schon nicht mehr erwarteten tierischen Erlebnis entschieden wir uns für den (w-r-w-markierten) Abstieg über den Sentier du Single in Richtung Fontaine froide. Diese steile Strecke war unter 10 bis 20 cm Schnee und gerade noch ohne Leichtsteigeisen (die wir dabeihatten) zu machen, allerdings waren die Stöcke sehr hilfreich. Ab P.1195 standen uns verschiedene Pfade zur Auswahl, alle führen sie zur Ferme Robert (972 m) hinunter – auch hier geschlossen. 250 m über uns die beeindruckend wuchtige Wand des Creux du Van. An der Ferme zogen wir also gezwungenermassen vorbei, um unspektakulär auf der Bergstrasse nach Noiraigue hinunter auszulaufen. Vorbei am schon eingangs beschriebenen Chaos-Hof erreichten wir den Bahnhof. Die halbe Stunde Wartezeit nutzten wir für einen Tee in der Auberge de Noiraigue. Kurz vor drei Uhr Abfahrt nach Neuchâtel hinunter, von dort per ICN zurück nach Zürich.

Fazit:
Dieses «Weltwunder» zu dieser frühwinterlichen Jahreszeit zu besuchen, fanden wir besonders reizvoll, weil sich der hier sonst garantierte Publikumsauflauf in engen Grenzen hielt.

Wetterverhältnisse:
Unten grau, oben blau, ab ca. 1000 m.ü.M. sehr sonnig, ca. -2 bis +7°, im Wald/Schatten frostig-kühl, schwache Bise.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. November 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.1 km
Aufstieg: ca. 784 m
Abstieg:  ca. 773 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 10 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 5 Std. 20 Min. 

Kamera:
DSLR Nikon 7000

Hoher Kasten 1793 m – winterlicher Südostaufstieg

Hoch Vera motivierte uns zur heutigen Tour. Zugegeben: nicht ganz konventionell der Aufstieg, viele machen den Gipfel mit der Kastenbahn – nichts für uns (rauf nicht, runter schon…)! Den bestimmt nicht häufig begangenen direkten Aufstieg über die Südostseite via Bützelhütte wählten wir alleine schon der erwarteten winterlichen Verhältnisse wegen. Denn in der Nacht zum Vortag hatte es auf dem Hohen Kasten ca. 10 cm Neuschnee gegeben. Ab der Bützelhütte – also ab einer Höhe von ca. 1290 m.ü.M. – waren die Verhältnisse dann frühwinterlich.

Nach der mehr als zweistündigen ÖV-Fahrt starteten wir in Rüthi (Dorf, 430 m.ü.M.) bei frostiger Temperatur um 10:15. Dem Dorfbach entlang bis zum Mühltobel, auf der geteerten Plonastrasse über den Tobelbach zum zu Altstätten gehörenden Dorfteil Plona (ca. 590 m.ü.M.), nun endlich an der Sonne. Den schönen Weiler Plona durchquerten wir oberhalb der hübschen Kapelle in Richtung Lienz – noch immer auf befestigter Strasse. Die Absicht, die Strasse bei Erreichen des Waldrandes auf einem rechts abbiegenden Pfad zu verlassen, um P.697 (Geeren) direkt anzusteuern, mussten wir verwerfen – «gesperrt wegen Holzschlag». Also weiter auf der Strasse bis P.646, um den Bogen über Furnis zu nehmen (wo eine schmucke Hütte steht). Zweihundert Meter nach der Haarnadelkurve erreichten wir den erwähnten P.697. Jetzt hiess es aufpassen: nachdem wir erst 300 m zu weit liefen und umkehrten, fanden wir den geplanten, auf der LK nicht eingezeichneten Pfad – eine schwach ausgebildete, links von der Strasse wegführende Rampe, welche in den Wald führte. Wegen der Belaubung waren kaum Trittspuren auszumachen – dank etwas Orientierungsgefühl und auch Navi-unterstützt erreichten wir die Runse des Rötelbachs, dessen Überquerung wegen der bescheidenen Wasserführung unproblematisch war. Danach weiter auf noch immer undeutlicher Spur über Tammoos, wo wir wieder eine Forststrasse erreichten. Auf dieser wanderten wir im Schatten des Lienzer Spitzes (brrrrrrrrrr…) fünf Kehren hoch, um dann beim Wegweiser Bützel (P.1224) die Forststrasse nach links zu verlassen (w-r-w markiert Richtung Kastensattel – keinesfalls auf der Forststrasse verbleibend(!). Auf doch deutlicher Spur erreichten wir bald das Zwischenziel Stofel, resp. die sehr sonnig gelegene und geschlossene Bützelhütte. Bis jetzt waren wir (mit Umweg) zweieinhalb Stunden unterwegs, Zeit also, an diesem aussichtsreichen und sonnigen Platz ausgiebig zu rasten. Der weitere Aufstieg in Richtung Gipfel wurde jetzt nicht nur steiler, sondern war schneebedeckt, und deshalb rutschig und schmierig. Dank Stockeinsatz schafften wir den Aufstieg bis unter die imposante Wand des Zinggenchopf (1634 m). Nun folgte die aufsteigende und des Schnees wegen tückische Querung der Wand entlang in Richtung West. Nach der Wand zeigte sich der etwa 200 Hm höher liegende Gipfel. Der etwas weiter östlich des Gipfels liegende Kastensattel (P.1677) liessen wir rechts stehen. Schliesslich waren uns die Trittspuren eines vor uns aufgestiegenen, offensichtlich ortskundigen Wanderers, vertrauenswürdig genug – allerdings war diese Direttissima sehr steil, vollständig unter Pulverschnee, teilweise vereist und weglos. Dampfend erreichten wir den zum Kastensattel führenden Pfad, um auf dem weiteren Gipfelweg rasch der Sonne entgegen zu steigen. Oben dann ein unbeschreiblich schönes Panorama – Blick ins Vorarlbergische und zu den österreichischen Alpen, ins 1400 m tiefer liegende Rheintal, zu den Bündner Voralpen, und natürlich zum Säntis und seinen Nachbarn. Nur der Sämtisersee lag unter einer Nebeldecke, welche allerdings auch dekorativ wirkte. Nach diesem Gipfelgenuss folgte die achtminütige Talfahrt mit der Kastenbahn nach Brülisau (922 m.ü.M.) hinunter. Dort erwartete uns das Postauto nach Weissbad, ab dort dann der weitere Heimweg mit der Appenzellerbahn, ab Herisau mit dem Voralpenexpress, ab Rapperswil mit der S-Bahn, ab Wetzikon mit den VZO – mehr als zwei Stunden Heimfahrt, gefälliger ging es nicht…

Fazit:
Diesen Publikumsberg (nicht zuletzt des Drehrestaurants wegen ein Anziehungspunkt) von der ruhigen Seite her zu besteigen, war ein Vergnügen der besonderen Art – alles hat gepasst, vor allem auch das ausgezeichnete Wetter!

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig, ca. 3 bis 7° (Gipfel ca. 0°), im Schatten etwas kühl, schwacher Nordwind auf dem Gipfel.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 31. Oktober 2017
Schwierigkeit: T3+ (bei schneefreien, trockenen Verhältnissen T3-)
Strecke: 8.8 km
Aufstieg: ca. 1371 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 4 Std. 30 Min. 

Kamera:
Nikon Coolpix P900

Gasteretal 1537 m – Lötschepass 2689 m – Hockenhorn 3292 m – Lauchernalp 1969 m in 2 Tagen

Unsere Tour (damals mit Michael) im Juli 2015 wollten wir unbedingt wiederholen – diesmal mit der Besteigung des Hockenhorn. Die äusseren Bedingungen waren ideal, wenn auch etwas später in der Jahreszeit. So wussten wir um den nordseitigen Aufstieg, der nur noch teilweise von der Sonne beschienen war. Lediglich der felsige Aufstieg zum Lötschepass nach der Gletscherquerung und tags darauf der Gipfelaufstieg auf das Hockenhorn (Schnee, Vereisungen!) boten zusätzliche Schwierigkeiten. Aber der Reihe nach.

Erster Tag (Gasteretal 1537 m – Lötschepass 2689 m):
Mit einer Sonderfahrt im Kleinbus fuhren wir, zusammen mit elf weiteren Wanderern um 09:50 Uhr ab Bahnhof Kandersteg ins Gasteretal bis Selden (Gasthaus Steinbock). Nur wenige wählten dasselbe Ziel. Nach Überquerung der hier noch jungen Kander über die metallene Hängebrücke begann der steile Aufstieg vorbei am Fall des Leitigbachs zur 300 m höher liegenden Gfelalp, welche nach ca. 45 Minuten erreicht war. Die Berghütte war bereits geschlossen, weshalb wir nach einer kurzen Trinkpause weiter aufstiegen, um bald einmal die ersehnte Sonne zu erreichen. Welche Wohltat, bei immerhin null Grad! Bald einmal stellten wir die veränderte, ruppiger werdende Wegführung fest, welche offensichtlich die Folge von Rutschungen war. Erst ab der auf etwa 1850 m schön gelegenen Alp wieder auf dem ursprünglichen Pfad, wurde es noch steiler, aber auch deutlich felsiger, bis Bälme (2408 m) erreicht war. Auf der Bälme erreichten wir die Gletschernase, welcher viel Schmelzwasser auslief. Nahe eines grossen Steinmanns genossen wir an schönster Aussichtslage eine längere Verpflegungspause – nördlich vor uns der Blick über das Gasteretal zum markanten Doldenhorn, weiter rechts das Blüemlisalphorn, unter diesem der Kanderfirn. Der Weiterweg führte mit Stangen markiert über den unteren Teil des Lötschegletschers. Spaltenlos, das Eis von Schutt überdeckt – trauriges Bild eines serbelnden Gletschers. Auf der Ostseite bestiegen wir die Moräne, um dann die wie erwartet im Schatten liegende Felswand zu erreichen. Dank w-r-w-Markierungen war der Einstieg gut zu erkennen. Heute schätzten wir die Fixseil-gesicherten Stellen, weil immer wieder blank vereiste hohe Tritte kaum Halt boten. Steigeisen wären nützlich gewesen – aber diese blieben im Rucksack verstaut. Kurz vor dem höchsten Punkt dann die Erlösung, der Pass und die Lötschepasshütte. Und natürlich das phänomenale Panorama zu den hohen Wallisern. Die Fernsicht erstklassig, weil die Luftfeuchtigkeit geringer war als in den letzten Tagen. Nach dem freundlichen Empfang durch Andrea und Martin füllten wir an der Sonne und im Windschatten unsere Wasser- und Salzspeicher auf. Nach dem vorzüglichen z’Nacht folgte eine erholsame und ruhige Nacht – die Hütte war zu etwa einem Viertel belegt.

Parameter 1. Tag:
Tour-Datum: 17. Oktober 2017
Schwierigkeit: T4 (Trittsicherheit Bedingung)
Strecke: 8.9 km
Aufstieg: ca. 1168 m
Abstieg: ca. 139 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std.
Laufzeit mit Pausen: ca. 4 Std. 40 Min.

Zweiter Tag (Lötschepass 2689 m – Hockenhorn 3292 m –
Lauchernalp 1969 m)
:
Gut erholt genossen wir das typische Hüttenfrühstück. Um 08:45 Uhr starteten wir in Richtung Hockenhorn, das von der Hütte aus nicht zu sehen war. Auf der knapp 3 km langen Aufstiegstrecke waren ca. 440 Hm zurück zu legen. Im Gegensatz zum Juli 2015 lag die Strecke heute lange nicht unter Schnee. Erst kurz vor dem markanten Kleinhockenhorn war die Schneedecke kompakt und hartgefroren. In der Lücke eine kleine Trinkpause, und die Gelegenheit die Steigeisen zu montieren. Denn in der steilen Querung über den harten Schnee bis zum Gipfelaufbau wollten wir Trittsicherheit. Für den eigentlichen Aufstieg (>30°) zum Gipfel (ca. 130 Aufstiegsmeter über eine Strecke von 400 m) erwiesen sich die Eisen als die für uns sicherere Variante – hohe und stark vereiste Tritte im Blockfels – Gelände, wie es uns gefällt. Nach einer halben Stunde war der Gipfel erreicht (ab Lötschehütte ca. 2.5 Std.). Was für ein 360°-Panorama vom Feinsten! Windstill und knapp über Null Grad, also angenehm für eine längere Gipfelpause. Endlich hatten wir die vor zwei Jahren Unvollendete geschafft! Und der Gipfel gehörte uns alleine! Einfach toll!

Für den Abstieg wählten wir in etwa die uns bekannte Strecke, diesmal mit je einem Stock im Einsatz. Wohlbehalten erreichten wir die Einstiegstelle, um dann rasch zum Kleinhockenhorn hinunter zu queren. Nach etwa 300 m entledigten wir uns der Steigeisen, und nun ging es flotter runter zur Hütte. Dort hatten wir je etwa 3 kg Gewicht deponiert, aber der Hauptgrund war natürlich Rösti mit Spiegelei – schliesslich war Mittagszeit. Gestärkt traten wir den Abstieg über den Lötschberg zur Lauchernalp an (Vorgabe 2 Std. – sehr sportlich!). Auf den ca. 6.8 km waren 750 Hm abzusteigen. Vorbei an den hübschen Bergseelein ging es über Platten und vorbei an Blocks über Sattlegi (2566 m), ein Übergang, der zwischen Schwarzi Simmla und Hockuchriz liegt. Die Unterlage wurde weniger ruppig, dafür steiler. Bei P. 2372 war der Golmbach zu überqueren – über einen neu angelegten Bergweg. Über weiterhin steile Alpweiden hinunter erreichten wir (etwas ermattet!) die Bergstation der Luftseilbahn Lauchernalp-Wiler. Auf die Minute genau bestiegen wir die im Halbstundentakt fahrende Bahn, um an der Talstation in Wiler den Direktanschluss auf den Postautokurs nach Ried zu erreichen. Direkt vor dem uns bekannten Hotel Nest- und Bietschhorn befindet sich die Haltestelle, von wo wir mit letzter Kraft zum Apéro auf die noch besonnte Terrasse «torkelten». Das anschliessende (viergängige!) Feinschmeckermenü war wiederum vom Feinsten – inzwischen sagenhafte 15-Punkte-Küche! Und im **-Sterne-Hotel sind alle Zimmer modernisiert – sehr schön! Ein wiederum schöner Abschluss im urigen Lötschental.

Parameter 2. Tag:
Tour-Datum: 18. Oktober 2017
Schwierigkeit: T4+ (Vereisung im Gipfelaufstieg, sonst T4, Trittsicherheit Bedingung)
Strecke: 15.5 km
Aufstieg: ca. 658 m
Abstieg: ca. 1367 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 5 Std.
Laufzeit mit Pausen: ca. 8 Std.

Fazit:
Eine von vielen Höhepunkten geprägte und sehr abwechslungsreiche «Reise» vom Gasteretal ins Lötschental war das!

Wetterverhältnisse:
Traumwetter! Sonne pur, wolkenlos, ca. 0 bis 10° (Gipfel ca. 3°), annähernd windstill.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, Steigeisen, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter total:
Tour-Datum: 17./18. Oktober 2017
Strecke: 24.4 km
Aufstieg: ca. 1826 m
Abstieg: ca. 1506 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 8 Std.
Laufzeit mit Pausen: ca. 12 Std. 40 Min. 

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Piz Languard 3263 m

Seit Tagen dieses traumhafte Oktoberwetter! Beste Gelegenheit, heute einer unserer Gipfelträume im Oberengadin endlich zu realisieren; und solches an einem Freitag dem Dreizehnten!. Auf dem Sessellift ab Pontresina hoch zur Alp Languard (2325 m) war die Kälte (knapp über null Grad) zu spüren, was sich mit Erreichen der Bergstation schlagartig änderte. Ohne zu zögern (diesmal ohne Startkafi) starteten wir kurz vor 10 Uhr. Auf dem w-r-w markierten Bergweg ins Val Languard hinein erreichten wir rasch den P.2733, wo der Steinbockweg von der Cna. Segantini einmündet. Mittlerweile türmte sich der Gipfel regelrecht auf, und die Cna. Georgy war gut zu sehen; dass wir heute nicht alleine waren, war auch zu erkennen… Bei P. 2927 dann die Verzweigung, wo es weiter nach SO in Richtung Fuorcla Pischa ging. Jetzt begann die eigentliche Anstrengung, der heftige Aufstieg über 1.3 km resp. 340 Hm, schneefrei, wie erwartet (weil südexponiert). Auf der Terrasse der (seit 9. Oktober) geschlossenen Cna. Georgy (3000 m.ü.M.) nutzten wir die aussergewöhnliche Panoramalage für eine Foto- und Trinkpause. Der 63 m über uns thronende Gipfel war schon beeindruckend, aber heute problemlos machbar – einsehbar, praktisch schneefrei, an exponierten Stellen gut fixseil-gesichert, für Doris schon einige sehr hohe Tritte. Der nur an wenigen Stellen etwas ausgesetzte Gipfelaufstieg verlangt nebst Trittsicherheit in Gratnähe bestimmt auch Schwindelfreiheit. Oben dann ein überwältigendes 360°-Panorama vom feinsten: natürlich der Blick zum phantastischen Festsaal der Alpen, und in 185 km Entfernung(!) waren sogar das Matterhorn, Monte Rosa, und Weisshorn auszumachen. Den Gipfelaufenthalt genossen wir ausgiebig, weil windstill – die Verpflegungspause sparten wir auf, die Georgyhütte wartete. Nach diesem tollen Gipfelgenuss der kurze Abstieg zur Hütte, wo wir an einem sonnigen Platz die mitgebrachten Leckereien verzehrten – immer angesichts von Piz Palü, Bellavista, Piz Bernina. Gestärkt machten wir uns auf den Abstieg, immer konzentriert, damit wir nicht unnötig Steinschlag auslösten. Für die Abstiegstrecke von etwa vier Kilometern und ca. tausend Abstiegsmeter bis zur Alp Languard benötigten wir knapp mehr als zwei Stunden. Eigentlich planten wir im Abstieg den kleinen Umweg über die Cna. Paradis – der erkennbare Volksauflauf dort drüben hielt uns davon ab. Auf der sehr sonnigen Terrasse des Bergrestaurants war dann wegen des Ansturms etwas Geduld gefragt – schliesslich kam das Panaché und der Eiskafi grade noch rechtzeitig. Darauf folgte die Talfahrt auf dem Sessellift – nicht mehr ganz so kühl, wie am Vormittag…

Fazit:
Ein besonders schönes Erlebnis, zu zweit einen der allerschönsten Gipfel im Oberengadin zu erreichen!

Wetterverhältnisse:
Traumwetter! Sonne pur, wolkenlos, ca. 3 bis 14° (Gipfel ca. 5°), annähernd windstill.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: Freitag, der 13. Oktober 2017
Schwierigkeit: T3+
Strecke: 8.3 km
Aufstieg: ca. 941 m
Abstieg: ca. 941 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 30 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 5 Std. 50 Min. 

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Pass dal Fuorn – God Tamangur – S-charl

Gemütliche Fahrt mit der RhB via Samedan (wo Michael zustieg) bis Zernez, dann Umstieg ins Postauto (viele Gleichgesinnte, deshalb wurde der Kurs doppelt geführt, die meisten fuhren bis Buffalora). Auf dem Ofenpass um 10 Uhr angekommen, begann unsere Tour auf der Passhöhe Süsem Givè, gleich gegenüber des Hotels, auf dem w-r-w markierten Wanderweg. Der Pfad führte in leichtem auf und ab wunderschön durch lichten Wald. Ab und zu wurde der Blick auf die gut hörbare Passstrasse frei, darüber der schon leicht eingeschneite 2968 m hohe Piz Daint (auch eines unserer Ziele…). Mit dem Verlassen des Waldes weitete sich der Blick zum (kleinen) Skigebiet von Tschierv, weiter südlich der Blick zum majestätischen Ortler (3905 m) – welch ein Postkarten-Panorama! Auf der Alp da Munt dann Richtungsänderung nach Nord, nun auch steiler werdend. Auf den nächsten 1.2 km waren ca. 180 Hm zurück zu legen, die Fuorcla Funtana da S-charl, erreichten wir nach anderthalb Stunden. Hier oben machte sich eine allerdings nicht weiter störende Bise bemerkbar. Vor uns weitete sich das Super-Panorama (Piz Mutera, Piz Starlex, Lorenziberg). Im Abstieg zur etwa 250 m tiefer liegenden Alp Astras waren wir gemütlich unterwegs (Schonung für Michael); vor der Alphütte fanden wir an windgeschützter Stelle einen erstklassigen Picknickplatz an der Sonne. Alleine waren wir hier nicht, vielleicht ein Dutzend Gleichgesinnte. Nach ausgiebiger Verpflegungspause liefen wir unterhalb der Alphütte in Richtung God Tamangur; dieser höchstgelegene Arvenwald Europas war der Hauptgrund für unsere heutige Tour. Diese Streckenvariante bis S-charl ist mit 2 Std. 15 Min. etwas länger, als diejenige über die Fahrstrasse (1 Std. 45 Min.), dafür lohnender. Etwa 50 Hm über dem Wasser der Clemgia erreichten wir den God Tamangur. Sagenhaft schön, dieses Naturwunder (siehe Bilder)! Nur den Retter des God Tamangur, der Tännenhäher, bekamen wir leider nicht vor die Linse. Kurz vor der verfallenen Alphütte Damangur Dadora (2127 m) verliessen wir den Wald, um dann beim P.2018 die Fahrstrasse zu erreichen. Parallel zur hier noch zahmen Clemgia passierten wir Plan d’Immez und etwas weiter Plan San Martaila. Vor uns türmte sich das Massiv mit den Gipfeln Piz Pradatsch, Piz Madlain und Piz Cotschen auf. Das Farbenspiel mit dem blauen Himmel und dem Gold der Lärchen lieferte Postkartenmotive. Bald war S-charl (1810 m), ein nur im Sommer bewohnbares Dörfchen, erreicht wo auch schon zwei Postautos bereit standen, die bestimmt mehr als hundert Wanderer mitzunehmen. Die 16 km lange Talfahrt bis nach Scuol hinunter (1208 m) war unglaublich spektakulär; am 30. Juli (und im August ein zweites mal) wurde die «Strasse» als Folge heftiger Gewitter von mehreren Murgängen und Felsstürzen an verschiedenen Stellen vollständig zerstört; S-charl war von der Umwelt über eine Woche lang abgeschnitten. 15 Personen sassen in ihren Fahrzeugen fest, wie die Kantonspolizei Graubünden damals mitteilte. Die Rega konnte im Verlauf einer Nacht 13 Personen, darunter zwei Kinder, an einem Seil hängend aus dem Val S-charl ausfliegen. Zwei Personen mussten die Nacht in ihrem blockierten Fahrzeug (in einem Tunnel!) verbringen. Verletzt wurde zum Glück niemand. Auf unserer Talfahrt über die provisorische Piste konnten wir die Schäden und die Bauarbeiten an den sehr schwierig zugänglichen Stellen beobachten. Auf Fotos verzichteten wir aus Gründen des Respekts. Von den Eindrücken fast schon überwältigt, waren wir froh, das Ziel Staziun Scuol-Tarasp wohlbehalten erreicht zu haben. Die sichere Rückfahrt mit der RhB war dann sehr erholsam…

Fazit:
Wiederum eine Herbstwanderung der Superlative! Unschwierig, gute Kondition vorausgesetzt. Wunderbar! Einzigartig! Farbenfroh! Eindrücklich!

Wetterverhältnisse:
Traumwetter! Sonne pur, wolkenlos, ca. 8 bis 14°, wenig Wind aus NO.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, evtl. Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 12. Oktober 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.3 km
Aufstieg: ca. 387 m
Abstieg: ca. 709 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 10 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 5 Std. 30 Min. 

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Val da Camp – märchenhaftes Lärchengold und prächtige Bergseen

Gestern angereist ins Oberengadin (Pontresina), wurden wir nur so geblendet vom Gold – Lärchengold natürlich! Heute war eine Einlauftour mit Michael geplant, der in seiner zweiten Ferienwoche in Samedan weilte. Mit dem Postauto gemütlich über den Berninapass bis nach Sfazù (1622 m), dort bestiegen wir den Postauto-Kleinbus (Platzreservation erforderlich!), der uns über die enge Naturstrasse – am bekannten Rif. Saoseo CAS im Weiler Lungacqua vorbei – zur Alpe Campo (2064 m) brachte – so legten wir 440 Hm in 20 Fahrminuten elegant zurück. Auf der sonnigen Terrasse vor dem Restaurant genehmigten wir den Startkafi, um dann gemütlich loszulaufen. Ziel war der auf 2159 m gelegene Lagh da Val Viola. Diesen zu umrunden, und dann zum Lagh da Saoseo (2028 m) abzusteigen, um schliesslich bei der sehr sympathischen Familie Bruno Heis einzukehren. Nach dem Zvieri ging es dann zügig nach Sfazù hinunter, diesmal auf der anderen Talseite auf dem Wanderweg über Terzana, Suracqua, Doss, Colonia di Buril. Diesmal war es unsere Absicht, die Berichterstattung nicht unnötig in die Länge zu ziehen, sondern die Bilder dieser Traumlandschaft «erzählen» zu lassen…

Fazit:
Was für eine Herbstwanderung der Superlative! Unschwierig, etwas Kondition vorausgesetzt. Wunderbar! Einzigartig! Farbenfroh! Nicht zu überbieten! Und der von seiner schweren Verletzung noch immer nicht vollständig genesene Michael hat sich tapfer gehalten😊.

Wetterverhältnisse:
Traumwetter! Sonne pur, wolkenlos, zu Beginn nahe null Grad, im Laufe des Tages ca. 8 bis 12°, windstill.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, evtl. Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 11. Oktober 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 13.5 km
Aufstieg: ca. 391 m
Abstieg: ca. 836 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 10 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 6 Std. 

Kamera:
Nikon D7000