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Val Ferrera – Pass da Niemet – Splügenpass – Splügen

Für zwei Tage dem schlechten Wetter im Norden entfliehen war die Idee. In ein einsames Tal, dann über einen unbekannten Pass nach Italien, auf dem Rückweg in die Schweiz ein Stück ViaSpluga.

Erster Tag (Innerferrara 1481 m – Pass da Niemet 2294 m – Rif. Bertacci CAI – Montespluga 1905 m)
Mit dem Postauto ab Andeer erreichten wir Innerferrera in 18 Minuten. Die Fahrt durch das enge Val Ferrera ist hier noch lange nicht zu Ende – das Poschi fährt weiter in den Avers bis Juf. Wir starteten ab Dorfmitte, überquerten den viel Wasser führende Averserrhein (Ragn da Ferrera), um dann auf gut unterhaltener Naturstrasse aufzusteigen. Ab etwa 1800 m.ü.M. erreichten wir den Ual da Niemet, der Bergbach, der dem Tal den Namen gibt. Das Val Niemet weitet und lichtet sich ab hier. Zur rechten den rauschenden Bergbach, erreichten wir gleichmässig ansteigend die Alp Niemet (1899 m). Beidseits erheben sich Gipfel bis 3000 m. Gleich hinter der Alp geht die Alpstrasse über in einen Bergweg. Mittlerweile drückte sich die Sonne durch das Grau, und an der tiefst liegenden Stelle am Horizont war der Übergang nach Italien zu vermuten. Vorbei an einer uns beobachtenden Ziegenherde erreichten wir die Alp Sura (2131 m) – für Alpvieh (und Wanderer) ein Paradies! Umso erstaunlicher, dass uns nur wenige begegneten. Der weitere Anstieg verläuft noch immer moderat, auf den letzten 900 m bis zum Pass durch blockiges und gerölliges Gelände; Markierungen (w-r-w) sind zwar vorhanden, sie auszumachen verlangen aber doch etwas Aufmerksamkeit. Nach etwas mehr als 9 km war der Pass da Niemet erreicht; der Blick ins benachbarte Italien weitete sich: Lago die Emet, Rif. Bertacci CAI, rechts der Piz Spadolazzo (2722 m, T3), links Piz Timun/Pizzo d’Emet (3212 m, T4), am Horizont der Pizzo Ferrè (3103 m), zu erkennen an seinem Gletscherchen. Bis zur Hütte des CAI noch 20 Min., gerade richtig zur Mittagszeit und in Erwartung italienischer Pasta😊. Die Tagliatelle al ragù di cinghiale schmeckten zwar etwas fade, stärkten uns aber dennoch (was wohl auch an dem einen Glas Rotwein lag…). So erholt machten wir uns auf den knapp 7 km langen und nicht sehr steilen Abstieg nach Montespluga hinunter. Den Lago di Monte Spluga unter uns, zur Linken (südlich also) der Blick nach Madesimo hinüber. Und irgendwo unter der Staumauer die uns von der ViaSpluga bekannte und gar nicht so berüchtigte Cardinelloschlucht, welche aber nicht einsehbar war. Auf den nächsten zwei Kilometern galt unsere Aufmerksamkeit eines fast wie in einer Arena angelegten schmalen und felsigen Bergwegs (T2+), welcher konstant auf einer Höhe von ca. 2100 m verläuft. Gut, wer hier trittsicher ist, aber nirgendwo richtig ausgesetzt, auch wenn es links ca. 180 m runter geht. Bei Nässe, Eis oder Schnee bieten die Ketten allenfalls zusätzliche Sicherheit. Bei P. 2106 erreichten wir eine Naturstrasse, welche noch etwas höher führt, bis zu einigen Blechhütten, welche wohl den mutigen Arbeitern dienen, die Felssicherungen erstellen. Die befestigte, holprige Strasse mieden wir, ein Pfad führte jeweils in direkter Linie hinunter. Oberhalb dem Weiler Suretta hielten wir rechts in Richtung Montespluga und konnten so auch eine Muttertierherde umgehen. Nach P.1923 war die Passtrasse erreicht, die wir aber nicht begehen mussten. Wir nutzten die parallel verlaufende Naturstrasse, um dann bei den Alpi di Suretta doch noch für etwa 900 m entlang der heute wenig befahrenen Passstrasse zu laufen. Gegen halb fünf Uhr war unser Tagesziel erreicht. Da unsere Wunsch-Destination, das Albergo della Posta (mit bestbekanntem Restaurant) gerade renoviert und erweitert wird, kamen wir für eine Nacht im benachbarten Hotel Vittoria Ca‘ De La Montagna unter – gemütlich, gute regionale Küche, empfehlenswert!

Zweiter Tag (Montespluga 1905 m – Splügenpass 2115 m – Splügen 1457 m)
Nach erholsamer und ruhiger Nacht genossen wir italienisches Frühstück (mit ausgezeichneter Crostata selbstverständlich!). Etwas nach neun Uhr und bei schönstem Wetter starteten wir zum Sturm in Richtung Passhöhe – die wir nach weniger als einer Stunde erreichten. Ab Cerfui P. 2063 wandelten wir auf der historischen Säumerstrasse, die nach der Passhöhe gut markiert an den Hüscherenbach hinunterführt. Bei P.1847 dann die Überquerung der Passstrasse, dann etwas oberhalb auf mehr oder weniger tiefem Trampelpfad bei der Talstation einer Sesselbahn vorbei an Bodmastafel P.1784. Den Nüstafelwald durchquerend gelangten wir bald zur bekannten Marmorbrücke. Die Passtrasse nur kurz überquerend, stiegen wir steiler hinab durch eine schluchtartige, felsige Landschaft bis schliesslich wieder die Passstrasse ein letztes Mal zu überqueren war. Die letzten paar Meter entlang des Bachs, unter der A13 durch, und schon war Splügen erreicht (nach nicht ganz 3 Std. Wanderzeit). Fünfzehn Minuten später bestiegen wir das Poschi, das uns nach Andeer hinunter kutschierte.

Fazit:
Eine zweitätige Grenztour I-CH in einer am ersten Tag wirklich abgelegenen und unbekannten Landschaft, am zweiten Tag auf der ViaSpluga – einfach wunderschön!

Wetterverhältnisse:
Am ersten Tag anfänglich bedeckt, im Tagesverlauf zunehmend sonnig, ca. 18 bis 23°, wenig starker Wind, am zweiten Tag sonnig mit wenig Bewölkung, ca. 20 bis 26°, kaum spürbarer Wind.

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 27/28. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: total 26.1 km, davon am 1. Tag 16.9 km ab Innerferrara 1481 m – Pass da Niemet 2294 m – Rif. Bertacci CAI 2175 m – Montespluga 1905 m, am 2. Tag 9.2 km Montespluga – Splügenpass 2115 m – Splügen 1457 m.
Aufstieg: insgesamt ca. 1148 m
Abstieg: insgesamt ca. 11664 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 8 Std. 10 Min. (1. Tag: 5 Std. 15 Min, 2. Tag: 2 Std. 55 Min.)
Laufzeit mit Pausen: total ca. 10 Std. 30 Min. (1. Tag: 7 Std., 2. Tag: 3 Std. 30 Min.)

Kamera:
Nikon D7000

Lukmanierpass – Cadlimohütte SAC – Oberalppass

Eine ausgezeichnete Idee von Susanne und Richi war das, uns auf eine zweitägige Hüttentour zu locken – in einem uns nicht bekannten Gebiet.

Erster Tag (Lukmanierpass – Cadlimohütte SAC)
Mit dem Postauto erreichten wir den Lukmanierpass nach einer halben Stunde Fahrzeit kurz vor elf Uhr. Nach einem Startkafi im Hospezi Sta. Maria starteten wir um 11:15 Uhr. Zu Beginn verlief die Wanderung auf der trotz Fahrverbot von einigen (bequemen?) Automobilisten benutzten Naturstrasse bis zum Ufer des Stausees Lai da Sontga Maria, dessen Bogenstaumauer sich am Nordende befindet. In einem weiten Bogen erreichten wir nach etwa 2 km am südwestlichen Seeende bei P.1924 die Stelle, wo sich der Weg teilt; links ginge es ins Val Termine resp. in Richtung Passo dell’ Olmo. Wir verliessen die Holperpiste, um den Rein da Medel (Medelser Rhein) über eine kleine Hängebrücke zu überqueren. Der Rein da Medel ist der längste Quellfluss des Rheins und er durchströmt die Talschaften Val Cadlimo und Val Medel. Auf den nächsten anderthalb Kilometern waren ca. 280 Hm Steigung zu bewältigen, hinein ins einsame und unbewohnte Val Cadlimo. Der gut markierte Pfad (w-r-w) war wegen des wilden Gestrüps nicht durchgehend zu erkennen; mit zunehmender Höhe dann einige hohe Tritte, welche über Granitplatten führte. Ab ca. 2100 m.ü.M. dann eindrückliches Blockgelände. Beim P.2192 trafen wir auf eine Kleinstsiedlung mit einer sehr einfachen Hütte und einer kleinen Jurte. Den Utensilien nach zu schliessen (tibetische Gebetsfahnen, Gebetsmühlen, Buddafiguren) lebt hier  jemand, wahrscheinlich während des Sommers. Wie wir später erfuhren, ein italienischsprachiger Buddhist, der zusammen mit seinen Hunden eine etwa 100 Yaks grosse Herde und wahrscheinlich auch Schafe behirtet. Immer entlang des Gewässers erreichten wir nach etwa 1200 m Stabbio Nuovo (2229 m), wo ein kleines Wehr steht. Hier rasteten wir kurz, um dann weiter zu ziehen, noch immer entlang des Medelser Rheins. Nach Stabbio di Mezzo (P.2299) wurde das Gelände etwas weiter, und die ersten Bergseelein (Lago dell’Isra, Lago dello Stabbio) zogen unsere Blicke an. Das Gelände oberhalb der Seen heisst Motti dell’Isra. In diesem Bereich wurde das Gelände zunehmend steiler. Schon von weitem erkannten wir eine grosse Herde Yaks, eine in Zentralasien verbreitete Rinderart. Bald schon kamen uns einige Hirte (auch der beschriebene Buddhist war dabei) mit ihren Herdenhunden entgegen, die darüber berichteten, dass heute junge Yaks zur Welt gekommen seien und wir vorsichtig Abstand haltend und ohne anzuhalten, passieren sollten. Je näher wir kamen, desto mehr bewegte sich die Herde weg von unserem Weg. Dann aber die freudige Überraschung: eine Yak-Mutter hatte soeben geboren und brachte ihrem Baby die ersten Schritte bei. Wir traversierten in ca. 20 m Abstand und beobachteten die eindrückliche Szene – ein schönes und emotionales Bild! Im weiteren Verlauf des Hüttenzustiegs dann der Blick zu den nächsten Seen (Lago Scuro, Laghetti die Taneda, Lago di Tom). Auf der mittlerweile erreichten Höhe von ca. 2500 m.ü.M. öffnete sich der Weitblick auf die Tessiner Zustiege vom Ritómsee und von Airolo, sowie in die Tessiner Voralpen. Dann der letzte See vor der Hütte, der Lago di Dentro – und unvermittelt erblickten wir die Fahnen der Cadlimohütte (2570 m).

In der voll besetzten Hütte genossen wir den späten Nachmittag, die nette Tischgesellschaft, vor allem aber den absoluten Höhepunkt des Tages: Richi’s Bad im hütteneigenen Badesee (bei ca. 8°!), und zum Abschluss das leckere Abendessen. Grosses Kompliment an das Hüttenteam mit Hüttenwart Heinz Tschümperlin!

Zweiter Tag (Cadlimohütte SAC – Passo Bornengo – Maighelshütte SAC – Oberalppass)
Trotz voll besetzter Hütte (ca. 80 Personen) erlebten wir eine ruhige und erholsame Nacht. Nicht zu früh, kurz vor 7 Uhr, Tagwacht und anschliessend Frühstück. Viele der BesucherInnen wählten einen der Tessiner Abstiege oder denjenigen zum Lukmanierpass. Wir hatten den anspruchsvollen Steilabstieg von etwa 220 Hm (1.3 km) über die Bocchetta di Cadlimo auf die Pian di Bornengo hinunter vor uns – grosse Tritte, viel Geröll und steiles Gelände! Oberhalb der Pian di Bornengo dann der von weitem sichtbare Übergang ins Val Maighels, der Passo del Bornengo (2631 m). Im sehr steilen und ebenfalls etwa 1.2 km langen Aufstieg waren fast 300 Hm hinauf zu keuchen; genug, um die ganze Energiezufuhr des Frühstücks zu verbrennen. Vor der Passhöhe waren noch steile Altschneefelder auf gut zu tretenden Spuren zu traversieren. Schon von weit unten waren viele Steinböcke zu erkennen, die sich dann aber leider nach Osten in Richtung Piz Borel verzogen. Auf dem Pass dann wie erwartet der Blick ins Maighelstal und in die Weite (Piz Cavradi, Six Madun, Crispalt, usw.). Die heute noch stärkere Bise (Böen von geschätzten 50 km/h) hinderte uns daran, länger zu verweilen. Und ja, die ins Blickfeld gerückte Maighelshütte wollten wir um die Mittagszeit erreichen… Der Abstieg zum auf 2511 m.ü.M. gelegenen namenlosen See führte durch und über Blocks und Schotter, so wie es uns immer wieder gefällt. Nach etwa 2.4 km flachte das Gelände ab und wir passierten unterhalb des Pass Maighels. Dort wurden wir von einer grossen Steinmänner-Armee empfangen – eindrücklich. Im weiteren (keineswegs steilen) Abstieg erreichten wir den um einige Meter vom Wanderpfad weg liegenden Piogn Crap, eine veritable Schlucht. Weiter folgte Stavel da Maighels. Beim hübsch gelegenen Lai Urlaun verliessen wir den Weg, um wenige Meter aufzusteigen zur Maighelshütte. Die immer noch starke Bise trieb uns rein in die Stube, wo wir leckere Rösti’s genossen. So gestärkt machten wir uns auf die vier Kilometer lange Schlussstrecke, welche erst etwas unattraktiv auf dem (ungeteerten) Fahrweg verlief. Bei P.2079 verliessen wir die Strasse, um auf der westwärts gelegenen Seite Plauncas Cuflegl zu traversieren. Erstaunlich viel Wandervolk hier oben! Und erstaunlich auch, dass es HunderhalterInnen schafften, daran erinnert zu werden, dass hier Leinenpflicht gelte (weil Muttertierherden zu durchqueren waren). Der immer lauter werdende Lärm von der Passstrasse kündigte an, dass die Zivilisation nahte. Wenigstens waren die letzten paar hundert Meter bis zum Pass nicht auf, sondern parallel zur stark befahrenen Passstrasse zurückzulegen. Oben dann das erwartete Bild (Kampfwanderer in Vollausrüstung, Kampffahrer auf zwei und vier Rädern, flipflop-bewehrte Touris aller Farben und Rassen, usw). Unter solchen Umständen hatten wir es eilig: ab in den RhB-Zug in Richtung Disentis, wo wir 50 Minuten später eintrafen – ausreichend Zeit, um Roger F’s grossartigen Sieg in Wimbledon mitzuerleben!

Fazit:
Eine zweitägige Hüttentour par excellence – ein grosses Dankeschön an unsere beiden Wanderfreunde Susanne und Richi, welche uns sehr angenehme Gesellschaft leisteten.

Wetterverhältnisse:
An beiden Tagen grossmehrheitlich sonnig mit etwas Bewölkung, trocken, angenehme 12 bis 24°, starke, böenartige Bise, die etwas störte.

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 15./16. Juli 2017
Schwierigkeit: T2 (Stellen T3)
Strecke: total 25.8 km, davon am 1. Tag 11.9 km ab Lukmanierpass (1923 m) – Val Cadlimo – Cadlimohütte SAC (2570 m), am 2. Tag 13.7 km ab Cadlimohütte – Pian di Bornengo – Passo del Bornengo (2631 m) – P.2374 (nahe Pass Maighels) – Piogn Crap – Maighelshütte (2314 m) – Plauncas Cuflegl – Oberalppass (2044 m)
Aufstieg: insgesamt ca. 1230 m
Abstieg: insgesamt ca. 1142 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 7 Std. 45 Min. (1. Tag: 3 Std. 30 Min, 2. Tag: 4 Std. 15 Min.)
Laufzeit mit Pausen: total ca. 11 Std. (1. Tag: 4 Std. 30 Min, 2. Tag: 6 Std. 30 Min.)

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Via Engiadina 3|3: Ardez – Alp Valmala – Alp Laret – Motta Naluns

Wiederum bestens gelaunt trafen wir uns zum Frühstück – und für heute versprach die Wettersituation beste Bedingungen. Wie schon gewohnt, starteten wir um 9 Uhr. Ungefähr in der Dorfmitte verliessen wir das schöne Ardez um bis zum P.1588 aufzusteigen. Jetzt Richtungsänderung NO, moderat ansteigend durch lichten Lärchenwald. Auf Clüs (1740 m) eine erste Trinkpause, dann weiter aufsteigend bis auf eine Höhe von ca. 1830 m. Jetzt befanden wir uns schon im Taleinschnitt (Val Tasna), 300 m tiefer der Bach namens Tasnan. Mit Ausnahme einer Runse (L’Uriana P. 1932), welche wohl von den Gewittern der Vorabende etwas ausgespült war, ohne schwierige Stellen. Kurz vor der Alp Valmala dann ein Lawinenschneekegel im Bergbach, den wir aber problemlos umgehen konnten. Vor uns eine grossen Herde Alpvieh (bestimmt weit über hundert Tiere!), die sich aber friedlich verhielt (wir auch!). Auf der Alp konnten wir unsere Getränkespeicher füllen. Weiter über die Brücke, dann Richtungsänderung S und gleichzeitig der Aufstieg von ca. 200 Hm über Traumgelände. Einzelne von uns wurden immer schneller, wohl wissend um die nahende Alp Laret – wo erneute eine Belohnung in Form eines Käseplättlis winkte. Passt, schliesslich war es Mittagszeit! Sehr sympathische Alpbeiz, hier könnte man es problemlos länger aushalten. Hinter dem Alpgebäude besuchten wir noch die Alpschweine, dann zogen wir die Höhe von knapp 2200 m haltend in Richtung O. Im Bereich Clünas dann ein kurzer, ruppiger Abstieg nach Prui (2073 m) hinunter, der Bergstation eines von Ftan heraufführenden Sessellifts. Wir waren uns einig, die letzten anderthalb Kilometer bis Motta Naluns weiter zu laufen und dort die Talfahrt mit der Gondelbahn nach Scuol hinunter zu geniessen. Die heutige Unterkunft (Hotel Altana, Scuol) befriedigte uns kaum, so dass wir es vorzogen, ins Dorfzentrum zu flüchten – und dort in einem der gemütlichen Restorants ein paar Kalorien zuzulegen. Vorher aber noch ab ins Thermalbad und anschliessend Treff in der Belvedere-Bar zum Apéro.

Fazit:
Diese dritte (und letzte) Tagesetappe war zwar wiederum lang, aber kaum anspruchsvoller, als der Vortag; Immerhin durften wir heute annähernd 1000 Aufstiegsmeter zurücklegen.

Wetterverhältnisse:
Während der gesamten Wanderung mehrheitlich sonnig mit etwas Bewölkung, trocken, angenehme 22 bis 27°.

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 12. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 15.8 km, Ardez (1464 m) – P.1588 – Clüs (1740 m) – Alp Tasna (1896 m) – Alp Valmala (1980 m) – Alp Laret (2188 m) – Clünas – Prui (2073 m) – Motta Nalus (2142 m) – Talfahrt nach Scuol
Aufstieg: ca. 989 m
Abstieg: ca. -301 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std. 40 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std. 50 Min.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Via Engiadina 2|3: Guarda – Alp Suot (Val Tuoi) – Alp Sura – Ardez

Gut gelaunt trafen wir uns zum Frühstück – Kunststück, das Wetter zeigte Besserung, wenigstens ein paar blaue Streifen und ein bisschen Sonne zu Tagesbeginn – und es sollte heute noch besser kommen. Wiederum um 9 Uhr starteten wir. Nach wenigen Metern Abzweigung in Richtung Nord, ins Tal der La Glozza, resp. ins Val Tuoi. Fast schon gemächlich ansteigend verbleib uns wiederum ausreichend (überschüssige) Energie um die Gruppengespräche weiter zu führen. Die Alpstrasse ins Tal endete kurz vor der Alp Suot. Fast unbemerkt erreichten wir die 350 m höher liegende Alp. Die Erwartung, hier vom berühmten Ziegenkäse kaufen zu können, erfüllte sich nicht – Lager leer! Auch das Patenkind von Ursi und Domenico war nicht anzutreffen, musste schliesslich arbeiten um am Abend Milch zu liefern. Zu trinken gab es aber allemal. Über achtzig Geissen (und ein adoptiertes Lämmlein) leben dort oben – eine herrliche Alp am Fuss des schönen Piz Buin Grond (3312 m.ü.M.). Den Weiterweg bis zur Cna Tuoi überliessen wir dem Pedelec-Fahrer Michael, der uns heute wohl verfehlte(😊), schade, wäre lustig gewesen, ihn zu treffen. Die Alp Suot war heute der Wendepunkt auf dem Weiterweg in Richtung Ardez. Der kurze Aufstieg von ca. 200 Hm führte über Alpweiden, vorsichtig vorbei an Mutterkühen und ihren Kindern. Ab Alp Marangun (2176 m) hatten wir die Höhe, und wir erreichten bald die Alp Sura, wo uns Senn Reto mit vorzüglichen einheimischen Produkten verwöhnte; Käse, Trockenfleisch, ja sogar Tatsch wurde gereicht – und dazu alles Nötige an Flüssigkeit – zur Hauptsache natürlich Tschliner Bier. Thomas hatte sogar überschüssige Energie für eine Zusatzrunde (1.5 km zurück lag nämlich seine Regenjacke – welche er heute eigentlich nicht benötigte…). Unschwer zu erkennen, dass wir uns von dieser aussichtsreichen, sonnig gelegenen Alp kaum loslösen konnten. Trotzdem: der Aufbruch über Plans Mier (2182 m) bis Mutura Dadoura (2142 m) nahte. Erst ab hier begann der Abstieg nach Ardez hinunter, dessen Häuser wir schon erblickten. Gut 580 m Höhenunterschied, verteilt über 4.8 km – den einen von uns ging das ganz schön in die Knie. Kurz vor dem Tagesziel dann doch noch ein kurzer Regenjacken-Test, nichts Ernsthaftes. Ab P.1588 wählten wir (nicht in allgemeiner Einigkeit!) die Direttissima. In der Dorfmitte dann eine dieser wunderbaren Tankstellen (Dorfbrunnen mit bestem Quellwasser). Ein paar Meter am westlichen Dorfausgang fanden wir unsere Unterkunft, das splendide Hotel Schorta’s Alvetern (Schorta heisst die sympathische Gastgeberfamilie, Alvetern heisst Edelweiss). Vor sieben Jahren renoviert und noch immer wie neu – sehr geschmackvoll! Dieses Attribut gilt uneingeschränkt auch für die Küche – ein einziger Genuss! Wir wurden heute Fans und kommen bestimmt wieder! Vor dem währschaften Bündner z’Nacht dann ein ausgiebiger Rundgang durch das (zusammen mit Guarda) bestimmt schönste Dorf im Unterengadin.

Fazit:
Diese zweite Tagesetappe war etwas anspruchsvoller, aber jederzeit so, dass wir alle ohne an die Leistungsgrenzen zu gelangen, gut am Tagesziel ankamen.

Wetterverhältnisse:
Während der gesamten Wanderung mehrheitlich stark bewölkt, aber trocken, angenehme 20 bis 25°, bei der Ankunft in Ardez freundlich-sonnig

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 11. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.6 km, Guarda (1666 m) – Clüs – Prasüras (1824 m) – Alp Suot (2018 m) – Marangun (2176 m) – Alp Sura (2118 m) – Plans Mier (2182 m) – Mutura Dadoura (2142 m) – Muntaditsch – Chöglias (1780 m) – Ardez (1464 m)
Aufstieg: ca. 595 m
Abstieg: ca. -799 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 45 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std. 15 Min.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Via Engiadina 1|3: Zernez – Susch – Lavin – Guarda

Nach gemütlicher Bahnfahrt erreichten wir (das sind die ssssWanderfreunde Ursi, Manuela, Doris, Domenico, Thomas und Ruedi) während eines Gewitters Zernez, wo wir nach dem Bezug unsrer Loge im Bär & Post einen Dorfrundgang im historischen Teil unternahmen. Gleichzeitig erlebten wir die Ankunft der Teilnehmer des Engadin Radmarathon 2017 (211 km). Nach dem Dorfrundgang folgte ein sehr gutes Menü (Capuns als Vorspeise…). Nach einer etwas unruhigen Nacht (das Hotel liegt an der Hauptstrasse) und nach dem Frühstück starteten wir um 9 Uhr motiviert zur ersten Etappe. Die ca. 6.5 km dem Inn entlang boten weder spektakuläre Aussicht noch Ereignisse – vom Begleitlärm der ennet dem Inn verlaufenden Hauptstrasse, den roten RhB-Kompositionen und dem braungefärbten Innwasser mal abgesehen. Beste Gelegenheit also, sich gegenseitig aufzudatieren; schliesslich haben wir uns schon länger nicht mehr gesehen (😊). Statt in Susch den Inn zu überqueren, stiegen wir zur 130 Hm höher liegenden Fortezza Rohan auf, welche auf dem Hügel Caschinas steht; die Geschichte ist auf einem der Bilder nachzulesen. Eine durchaus interessante Burgruine; das Fort ist um 1635 angelegt worden. Für den Abstieg wählten wir die Variante und gelangten so – ohne den Inn zu überqueren zum Ortsteil Surpunt hinunter. Vorbei an ein paar schönen und typischen Engadiner Häusern und der reformierten Kirche zogen wir weiter, noch immer der linken Seite dem Inn entlang in Richtung Ost, also abwärts. Bis die Holzbrücke von Lavin über den Inn führte, nicht weiter spannend. Jetzt aber die paar Höhenmeter hinauf bis in die Dorfmitte. Gegenüber des altehrwürdigen Hotel Piz Linard genossen wir in einem Naturpärklein Gazosa in allen möglichen Farben. Wunderbar erholt machten wir uns pünktlich(!) zur Ladenöffnungszeit ins Giacometti Furnaria, Pastizaria, Cafe, wo wir uns auf der Terrassa hoch über dem Inn die verdiente Belohnung abholten (ein Stück Engadiner Nusstorte und Kafi). So gestärkt war die restliche Strecke bis Guarda fast schon ein Spaziergang, auch wenn auf diesen knapp 5 km doch immerhin 270 Aufstiegsmeter zurück zu legen waren. Mittlerweile wich das Grau einem freundlicheren Blau, so dass wir auf dem letzten Teil bis ins Schellenursli-Dorf Guarda sogar leicht ins Schwitzen gerieten. Die prachtvollen Engadinerhäuser, überhaupt das ganze, sehr schön erhaltene Dorf gefiel uns sehr. Am östlichen Ende von Guarda bezogen wir unser Logis im Hotel Piz Buin – den namengebenden Gipfel bekamen wir heute aber vorerst nicht zu Gesicht. Auf der aussichtsreichen Terrasse löschten wir den ersten Durst, überwiegend mit dem leckeren Saft der Bieraria Tschlin. Später dann der Apéro auf der Terrasse im Hotel Meisser Restorant; uns gefiel es dort so gut, dass wir anschliessend im stilvollen Esssaal ausgezeichnet dinierten. Quasi toll und voll (von den Eindrücken des ersten Wandertages selbstverständlich…) legten wir uns auf den komfortablen Pritschen nieder, um eine sehr ruhige und erholsame Nacht zu erleben.

Fazit:
Diese erste Tagesetappe war wenig anspruchsvoll, fast schon ein gemütliches Einlaufen, aber trotzdem ausreichend, um am Abend in Guarda Appetit für den kulinarischen Teil „aufgebaut“ zu haben.

Wetterverhältnisse:
Während der gesamten Wanderung mehrheitlich stark bewölkt, aber trocken, angenehme 20 bis 25°, bei der Ankunft in Guarda freundlich-sonnig

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 10. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 16.5 km, Zernez (1473 m) – dem Inn entlang bis Susch – Fortezza Rohan (1559 m) – Surpunt – dem Inn entlang bis P.1387 (Holzbrücke über den Inn) – Lavin (1442 m) – Kirche Lavin (1431 m) – Clüs – Resgia (Brücke La Cluozza) – Guarda (1666 m)
Aufstieg: ca. 503
Abstieg: ca. -313 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std. 30 Min.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Walliser Suonen 2|2: Bisse de Sion ab Barrage du Rawil

Von unserem Standort in Anzère resp. St-Romain ist die Barrage du Rawil, auch Barrage de Tseuzier genannt, auf kurvenreicher und sehr enger Strecke bequem und in weniger als 30 Minuten zu erreichen (Postautokurs sei Dank!). Die auf 1778 m.ü.M. stehende Talsperre hat folgende Daten: Höhe 156 m, Länge 256 m, Dicke oben 7 m, Dicke unten 26 m – eindrücklich also! Wir, das waren der heute aus Bern angereiste Wanderführer Peter, Ruth, Doris, Jürg, Viktor und Ruedi starteten auf der Talsperre. Erstes Ziel war die Umrundung des Stausees, der einen tiefen Wasserstand aufwies. Ganz hinten, unter dem Wetzsteihore (2782 m), befindet sich auf etwa 1840 m.ü.M. die Quelle der Liène. Peter, ausgewiesener Suonenkenner, erklärte: die Bisse de Sion wurde erbaut in den Jahren 1901 und 1902, sie dient nicht direkt der Bewässerung. Sie wird unterhalb von Anzère in das Flüsschen Sionne geleitet, das nach der Schneeschmelze für die Bissen Bitailla, Grimisuat, Dejour und Lentine sonst zu wenig Wasser führt. Von der Schöpfe hinter dem Lac de Tseuzier bis zum Wasserschloss bei Sé des Samarins fliesst sie ausserhalb der Stollen offen und anschliessend einige Kilometer verrohrt. Sehr spannend, einen Kenner wie Peter dabei zu haben! Unterhalb der Staumauer beginnt übrigens die Bisse d’Ayent, deren Schöpfe sich ursprünglich an der Liène unterhalb der Staumauer des Lac de Tseuzier befand. Der obere Teil dieser Bisse ist heute ausgetrocknet. Sie erhält oberhalb von Samarin ihr Wasser aus einem Stollen.

Zurück zu unserem Seerundgang: der Wanderweg führt über eine blütenreiche Alp. Die Quelle ist schon von weitem zu sehen, je näher man ihr kommt, desto besser ist zu erkennen, wie das Wasser aus mindestens sieben Felslöchern zischt und als Wasserfall herunter schiesst – heute sogar mit Regenbogen. An diesen hintersten Punkt beginnt übrigens auch der Aufstieg zum Rawilpass (2429 m.ü.M., T3) und von dort z. B. zur Iffigenalp hinunter. Wir wendeten in Richtung Westufer, vorbei an P.1815, wo ein kleine Wirtschaft mit Tipizelt steht. Die Suone führte gerade kein Wasser; es scheint, dass die Ufer und die Wasserleitung gerade gesäubert werden – also wird wohl bald wieder Wasser fliessen. Nach ca. 1 Stunde Seerundgang erreichten wir die Barrage wieder. Der weitere Weg führte erst einmal durch einige beleuchtete Tunnels. Bei der Talstation des Télésiège Les Rousses verliessen wir gerne die geteerte Unterlage, um rechts zur Suone zu gelangen. Die noch immer trockene Bisse verläuft hier wunderschön durch Wald und über Wiesen. Ab ca. Les Grillesses ist die Suone verrohrt und der Weg verläuft unmittelbar über der Wasserleitung (zu erkennen an den sporadisch sichtbaren Schachtdeckeln). Der weitere Verlauf des Abstiegs nach Anzère war sehr aussichtsreich – mit Fernblick zu den Walliser Viertausenden und bis zum Montblanc. In Anzère angekommen, freuten wir uns alle, die Zeit bis zur Abfahrt des Postautos mit einem Panaché zu geniessen. Fehlanzeige, alles tot hier oben – offensichtlich hat die Sommersaison noch nicht begonnen.

Fazit:
Diese Suonenbegehung war landschaftlich sehr reizvoll, auch wenn sie zurzeit kein Wasser führte. Die nicht sehr anforderungsreiche Tour bietet viel Abwechslung. Uns hat diese Wanderung mit netten Gleichgesinnten sehr gefallen. Peter, ein herzliches Dankeschön für deine Initiative und die vielen Informationen eines profunden Suonen-Kenners!

Wetterverhältnisse:
Sonnig, wolkenlos, hochsommerlich heiss (35°). Gut dass Suonen viele Waldabschnitte haben…

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 6. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.3 km, Barrage du Rawil /1778 m) – Umrundung Lac de Tseuzier – Les Rousses (P.1778) – P.1760 (Se des Samarins) – P.1750 (Ravouyéne) – P.1676 – Les Grillesses (1711 m) – Les Bochones – Anzère (Poste)
Aufstieg: ca. 280
Abstieg: ca. -366 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Walliser Suonen 1|2: Bisse du Rho – Cry d’Er – Crans sur Sierre

Von unserem Standort in Anzère ist Crans-sur-Sierre auf kurvenreicher Strecke in knapp 30 Minuten zu erreichen. Als Ausgangspunkt wählten wir den Parkplatz bei der Talstation der Telecabine Crans-Merbé-Cry d’Er. Verdächtig ruhig hier, halt noch Nebensaison. Gleich beim Parkplatz folgten wir dem Wanderwegweiser Bisse du Rho, dann aber bald abruptes Ende der Informationen. Zum Glück hatten wir gutes Kartenmaterial dabei. Das Villenviertel Plan des Mayens umgingen wir westwärts, um dann teilweise auf dem Biketrail(!) aufzusteigen. Oberhalb Plan des Mayens erreichten wir die Suone – leider trocken, weil sie halt nicht mehr betrieben wird. Auf den ersten 1.5 bis 2 km verlief der sehr gut unterhaltene Weg meist über Holzstege (fast schon Rollator-gängig!). Obwohl im Wald verlaufend, wurden doch einige Tiefblicke frei. Später dann wurde es ernsthafter: zwar noch immer gut gesichert, verlief der Steg entlang sehr steiler Felswände, nie aber richtig ausgesetzt. Bei bidi’s Tanne (in Wirklichkeit eine Föhre) steht sogar ein Bänkli, und einige hundert Meter später sogar ein überdachter Rastplatz. Hier könnte, wer genug hat, nach Crans absteigen. Nicht für uns! Denn schliesslich lag der abenteuerliche Teil der Bisse du Rho vor uns: in den Fels eingeschlagener Wasserweg, ohne komfortablen Steg, dafür mit schwindelerregendem Verlauf durch steile Wände. Bestimmte Stellen mussten bückend traversiert werden, wollte man dem Felsen keinen Schaden zufügen  – so gefällt’s uns! Über uns bizarre Schieferformationen, 500 m unter uns die Lens. Auf diesem Abschnitt erhält man einen ausgezeichneten Eindruck von der unglaublich abenteuerlichen und auch gefährlichen Arbeit der Erbauer. Auf dem zuletzt beschriebenen Abschnitt ist besser dran, wer trittsicher und schwindelfrei ist. Bei der Brücke über die Ertentse wieder ein paar Schritte zurück, um über schöne Alpweiden nun steiler aufzusteigen. Die Alp Er de Chermignon liessen wir links (oben) liegen und gelangten bei P.1733 zur Pont Er de Chermignon. Oberhalb dieser Stelle, beim beim P.1788, erreichten wir dann La Cave d’Er de Lens, den Wendepunkt unserer Tour. Hier auch gleich eine erste Schlüsselstelle (😊) – ein Felsbrocken war unspektakulär mittels Leitern zu übersteigen. Ab jetzt ging es in Richtung Süd und durch lichten Wald, bis zum P. 1995 moderat steigend. Über uns bedrohlich steil (und abweisend) die ca. 300 m aufragenden Flühe. In unseren Köpfen kam allmählich die Frage auf, wo es denn einen Durchstieg gäbe. Vor uns also der steilste Teil heute; Trittsicherheit war gefordert! Nach einem kurzen, aber heftigen Aufstieg standen wir direkt unter der Wand und suchten nach einer Markierung. Ein unscheinbarer weissroter Pfeil wies auf den Einstieg. Die mit Seilen gut gesicherten Steilstufen gefielen uns sehr (besser rauf als runter – dachten wir…). Ziemlich rassig erreichten wir den Ausstieg, im Blickfeld auch schon die Liftanlagen und die Bergstation Cry d’Er. Hier oben dann eine erste Enttäuschung: eine einzige riesige Baustellenwüste. Und die zweite Enttäuschung folgte gleich: die Bahn war (noch) nicht in Betrieb. Irgendetwas habe ich wohl falsch verstanden bei der Konsultation der Website der Bahn. Also hatten wir anstelle der erhofften Talfahrt den Abstieg per pedes vor uns; nicht gerade der Traum eines Bergwanderers, mitten im Skigebiet abzusteigen. Vorbei am auf 2112 m stehenden mondänen Hotelklotz Chetzeron erreichten wir Merbé – in der Hoffnung dass die Bahn ab/bis dieser Mittelstation laufe – wieder nichts. Okay, ab hier sind es ja nur noch 450 Abstiegsmeter – eine gute Wegstunde sozusagen. Ziemlich steil zur Sache gehend, erreichten wir endlich den Lac de Chermignon, und wenig später die ersten Villen und letztlich auch den Parkplatz der Bergbahn – und damit das Endpunkt unserer Tagestour.

Fazit:
Die abenteuerliche Bisse du Rho ist ein Muss für Liebhaber, auch wenn sie heute kein Wasser mehr führt. Die recht lange und auch anstrengende Tour ist sehr abwechslungsreich, für trittsichere und schwindelfreie, fitte Wanderer (wie wir es sind, hihihi…) sehr zu empfehlen. Uns hat diese Wanderung sehr viel Spass bereitet.

Wetterverhältnisse:
Anfänglich sonnig, leicht bewölkt, hochsommerliche 32° heiss, im Verlauf der Tour (ab Cry d’Er) stärker bewölkt mit einigen wenigen, verirrten Regentropfen, bis zum Endpunkt dann wieder Hochsommer.

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 5. Juli 2017
Schwierigkeit: T3 (Bisse du Rho = T2)
Strecke: 15.5 km, Talstation Telecabine Crans-Merbé-Cry d’Er (1476 m) – Plans Mayens – Ancien Bisse du Rho – Pont sur l’Ertentse (P.1662) – Pont Er de Chermignon (P.1733) – La Cave d’Er de Lens (P.1887) – P.1995 – Cry d’Er (2263 m) – Chetzeron (2112 m) – Merbé (1933 m) – P. 1808 – Lac de Chermignon – Talstation Telecabine Crans-Merbé-Cry d’Er
Aufstieg: ca. 814
Abstieg: ca. -813 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 5 Std.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Kies GL – Mettmen – Wildmadfurggeli (2292 m) – Unter Ampächli (Elm)

Ab Bahnhof Schwanden fuhren wir im Sernftalbus (in Normalgrösse!) die sehr enge Bergstrasse hoch bis zur Talstation Kies LKM. Unsere zweifelnde Frage quittierte der Fahrer selbstsicher: am Vormittag jedenfalls sei es noch gut gegangen… Unterwegs mussten dann schon einige PW (überwiegende mit ZH-Nummern😊) zurücksetzen, was nicht immer unproblematisch klappte. Bei der Talstation Kies ging der Blick hoch zur 600 m höherstehenden Mettmen. Dort steht unsere Loge, das Berghotel Mettmen. Wir machen es uns nicht so einfach und nehmen den steilen Aufstieg unter die Füsse. Zwar macht sich die Hitze bemerkbar, und der Schweiss floss in Strömen. Gut, dass es zwischendurch schattenspendende Stellen gab. Nach einer Stunde erreichten wir das Naturfreundehaus, wo der Wasserverlust teil-kompensiert wurde mit einem Adlerpfiff. Ein schönes Plätzchen mit ebensolchem Ausblick! In wenigen Minuten, vorbei an der schön gelegenen Alp Breitrus, erreichten wir das Berghotel. Check-in ins Panoramazimmer, Dusche, kurze Siesta bei formidablem Glärnischblick, und schon war es Zeit, auf der Sonnenterasse einen Hugo zu geniessen. An diesem Sonntagabend war das Berghotel Mettmen gut ausgelastet, jedenfalls waren wir erwartungsgemäss nicht alleine. Das gebotene Viergang-Überraschungsmenü war dann vom Feinsten: alles frisch zubereitet und von bester Qualität – grosses Kompliment, was das junge Team auf 1600 m.ü.M. bot! Der kurze Verdauungsgang hoch zur Staumauer, verbunden mit dem Austausch mit anderen Gästen – bis uns die Kühle wieder zurücktrieb. Ab in die Panoramapfanne, nur ja nicht die Vorhänge ziehen – bei diesem Naturkino wäre das sündhaft.

Gut ausgeschlafen machte der Glärnischblick darauf aufmerksam, dass es nun Zeit sei, aufzustehen und das reichhaltige Frühstücksbuffet zu geniessen. Um neun Uhr dann der Start zur heutigen Tour, die uns über das Wildmadfurggeli nach Elm hinunter führen wird. Nach der Überquerung der Nebenstaumauer des Stausees Garichti bogen wir auf dem Weg zur Leglerhütte beim P.1625 links ab um aufzusteigen in Richtung Widerstein – wo ein kleiner aber feiner Klettergarten eingerichtet ist. Diese ersten 200 Hm verliefen zwar steil, aber immer auf gut instandgehaltenem Pfad. Etwas unterhalb des Widerstein, bei P.1832, hielten wir rechts (in Richtung S) um auf ca. 1900 m oberhalb der Mattchöpf und unterhalb des Charenstock zu queren. Vor uns das Kärpfgebiet und der Blick zur Leglerhütte. Bei Vorder Matt (P. 2171) kommt der Weg von der her Chärpfbrugg hoch. Ab hier waren einige Stellen noch unter Schnee, allerdings unschwierig zu begehen; es wird wohl nur noch Tage dauern, bis alles weggeschmolzen ist. Der weitere Aufstieg zur 120 m höher liegenden Wildmadfurggel verlief stellenweise noch auf allerdings gut zu tretendem Restschnee, der auch umgangen werden kann. Auf der Furggel angekommen, schieben sich ein paar graue Quellwolken vor die Sonne. Frisch wie wir noch waren, wollten wir eigentlich noch den rechts stehenden Vorder Blistock (2405 m) besteigen. Zur Linken aber hat es uns ein anderer, namenloser Gipfel mit einer Höhe von 2380 m, ein dem Bergligrat vorgelagerter Felsaufbau, angetan. Ein paar Meter hoch bis zum Felsaufbau, wo wir Rucksäcke und Stöcke deponierten. Wir freuten uns wieder einmal Fels zu berühren und einige II-er und vielleicht III-er zu kraxeln. Nach etwa zehn Minuten standen wir oben, leicht stolz und auf die uns beobachtenden Wanderer auf der Furggel runter blickend. Nach den Gipfelposen dann der Abstieg. Das war ein spannendes Intermezzo! Dann weiter über einige flache Restschneefelder zum zweiten Steinmann, wo wir ausgiebig rasteten. Hier geht der Panoramablick zur Glarner Hauptüberschiebung mit den Tschingelhörnern und dem Martinsloch, zum Vorab, zum Piz Sardona, sogar der Spitzmeilen war zu erkennen.

Gestärkt machten wir uns auf den zweiten Teil unserer Tagestour; über eine Strecke von ca. 5 km waren gut 800 Hm zu „vernichten“. Auf dem Pfad über die Wildmad, vorbei an den noch teilweise zugefrorenen Seelein, war wegen des Schnees noch etwas Vorsicht geboten (Einsinkgefahr). Die Steilstufe bei etwa 2220 m hinunter zum Gelb Chopf (2117 m), nahe der Bergstation des Sessellifts Pleus, war gottseidank schneefrei. Dennoch machte dieser imposante und wilde Durchgang schon Eindruck – auch wenn ohne ausgesetzte Stellen. Bei Wegweiser Gelb Chopf hielten wir links – unter uns der wunderschön gelegene Chüebodensee, den wir nach wenigen Minuten Abstieg erreichten. Weiter führte uns der wrw-markierte Pfad via Ober Chüeboden bis zur Abzweigung bei P.1740. Die Richtung änderte nun nach S zur Mittlere Abedweid. Dann folgte die tiefer liegende Alp Chuenz, wo ein grosser „Riesen“-Park für Familien eingerichtet ist. Durch den folgenden „Riesen“-Wald erreichten wir nach wenigen Minuten die Bergtourismusanlage Unter Ampächli, mit Bergrestaurant und Bergstation. Nochmals die Wassertanks auffüllen, und dann die letzten 500 Hm nach Elm hinunter gondeln. Der Nutzung alternativer Abfahrmöglichkeiten (Trottinett, Mountaincarts) widerstanden wir – zu gefährlich für uns… Ab Elm erholsame Rückfahrt mit dem Sernftalbus bis Schwanden.

Fazit:
Eine unserer Wunschwanderungen, verteilt auf zwei Tagesetappen – sehr zu empfehlen!

Wetterverhältnisse:
Freundlich, sonnig, leicht bewölkt, hochsommerlich heiss

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial

Parameter:
Tour-Datum: SO/MO 18./19. Juni 2017
Schwierigkeit: T2 (stellenweise T3 wegen der Restschneefelder)
Strecke: 12.3 km, Kies LKM (1029 m) – Naturfreundehaus – Berghotel Mettmen (ca. 1600 m) – Stausee Garichti (1622 m) – Verzweigung P.1625 – P.1832 (Widerstein) – Vorder Matt P. 2171) – Wildmadfurggeli (2290 m) – Wildmad (2206 m) – Verzweigung Gelb Chopf (P.2117 m) – Chüebodensee (2046 m) – Obere Chüeboden (P. 1848) – Verzweigung P. 1740 – Abedweid – Chuenz (1484 m) – Riesenwald – Unter Ampächli Bergstation Gondelbahn
Aufstieg: 1492 m
Abstieg: -1046 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 6 Std. 15 Min., ab Mettmen ca. 5 Std.

Kamera:
Nikon D7000 (DSLR)

Taufenscharte (2230 m) und Mutspitze (2291 m)

War der erste Wandertag von gestern geprägt von wenig Höhenmeterdifferenzen, sollte es heute Sonntag in dieser Beziehung etwas anspruchsvoller werden. Mit der Luftseilbahn ab Dorf Tirol in wenigen Minuten Bergfahrt zur Hochmuth. Am 20 Hm höherstehenden Gasthof Steinegg links vorbei – und schon waren wir alleine unterwegs. Der auf den ersten paar hundert Metern etwas ausgesetzte Hans Frieden Weg (Nr. 24) ist breit, sehr gut unterhalten, aber schwindelfrei sollte man schon sein. Nach einer Stunde Wanderzeit die erste Trinkpause auf der Leiteralm. Wohl wissend, dass dies die letzte Jausestation für lange war, füllten wir unsere Trinkwasserreserven nach. Hinter dem Restaurant ging es dann steil hoch auf dem Weg Nr. 24, ab bald folgender Verzweigung auf dem markierten Weg Nr. 25. Im schattenspendenden Wald ging es ziemlich steil und schweisstreibend zur Sache. Kaum war die Baumgrenze erreicht (bei etwa 1950 m), war die steil über uns liegende Taufenscharte zu sehen. In endlosen Serpentinen stiegen wir durch sichtbar steinschlag-gefährdetes Gebiet hoch. Auf dieser Strecke von ca. 1.5 km hatten wir eine Höhendifferenz von fast 300 m zu bewältigen, was wir in knapp vierzig Minuten schafften (T2). Auf der Taufenscharte angekommen, eröffnete sich auf der Nordseite ein wunderschönes Panorama ins Spronser Tal und zur gegenüberliegenden Kette mit den Gipfeln Hochwart 2525 m und Hahnenkamm 2120 m. Die Seenlandschaft (7 Bergseen) war von hier leider nicht einzusehen. Dafür stand uns eine massive Holzbank zur Verfügung, auf der wir den mitgebrachten Lunch vertilgten – bei schönstem Panoramablick. Der nordseitig exponierte Weiterweg (Weg Nr. 23) lag teilweise unter gut trittigem Schnee, bei entsprechender Vorsicht unproblematisch zu begehen; aber Stöcke leisteten hier gute Dienste(!) Nach der ersten Kurve erblickten wir – in 900 m Luftlinie entfernt – auch schon das Gipfelziel, die Mutspitze. Von weitem ein blockiger Koloss, der bereits massigen Besuch hatte. Der Weg bis zum Gipfelaufbau führte stellenweise über schneebedeckte Steilstufen und über einen schönen, blockigen Grat, mit entsprechendem Tiefblick ins untere Vinschgau. Mit blossen Augen erblickten wir die in einem langen Stau stehenden bedauernswerten Heimkehrer (wohl mehrheitlich Schweizer…). Der Aufstieg zum Gipfel dann unspektakulär, aber doch T3+ und ab und zu war der Einsatz der Hände gefragt. Auf dem Gipfel dann sehr enge Platzverhältnisse, bestimmt 30 Leute hier oben. Nichts für uns, kurzes Gipfelselfie beim Kreuz, dann zwanzig Meter unterhalb eine ruhige Stelle für die verdiente Gipfelrast. Wunderbar der Tiefblick nach Dorf Tirol und Meran hinunter! Der Abstieg zum 600 m tiefer liegenden Berggasthaus Mutkopf dann von mittlerer Steilheit (T2), allerdings nicht gerade knieschonend, da der Pfad mit Kopfsteinen solide „gepflastert“ war. Nach einer Stunde war das Restaurant erreicht, Zeit einen Radler reinzuschütten. Der dreiviertelstündige Weiterweg zur Bergstation Hochmuth dann wenig anstrengend und im schattigen Wald verlaufend. Um fünf Uhr erreichten wir die im Viertelstundentakt fahrende Luftseilbahn, um bequem nach Tirol hinunter zu schaukeln. Ende eines erfüllenden Bergtages in einer uns bislang unbekannten Gegend.

Fazit:
Das war unser 2. Wandertag im Südtirol auf dem Weg in die Toscana – der Zwischenhalt in Naturns (Hotel Lamm) war absolut lohnend.

Wetterverhältnisse:
wolkenlos, hochsommerlich sonnig, Tageshöchsttemperatur um 27°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial

Parameter:
Tour-Datum: 28. Mai 2017
Schwierigkeit: T3+
Strecke: 13 km, Bergstation Seilbahn Tirol-Hochmuth (1400 m) – Steinegg (1420 m) – Hans Frieden Weg (Nr. 24) – Leiteralm (1550 m) – Taufenscharte (2230 m) – Mutspitze (2291 m)
Aufstieg: ca. 777 m
Abstieg: ca. -743 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 53 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 46 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 17:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Meraner Höhenweg Nr. 24 – von Katharinaberg bis Giggelberg

Unser erster Wandertag im Südtirol war geprägt von wenig Höhenmeterdifferenzen, auf dem Weg in „unsere“ Toscana. Unerwartet pünktlich werden wir vom Bus abholt; die ca. halbstündige Fahrt ins Schnalstal (einem engen Seitental im Vinschgau) führte am Taleingang vorbei an Reinhold Messmers Schloss Juval. Weiter hinten dann auf enger Strasse hinauf nach dem sonnig gelegenen Dörfchen Katharinaberg (1240 m), Endstation. Und folglich Beginn unserer Höhenwanderung auf dem Meraner Höhenweg Nr. 24. Trotz guter Markierung brachten wir es fertig, auf einem Pfad verbotenerweise mitten über eine schöne Wiese zu laufen – ohne allerdings die vielen Blümchen zu zertrampeln… Oberhalb des Dorfes ging der Blick nochmals zurück auf das Dorf und die schmucke Kirche. Erst führte der Weg durch Wald, dann erreichten wir bald den Bauernhof Unterpferl (ein sehr altes Holzhaus mit Kirchlein). Wunderschönes, aber sehr steil abfallendes Gelände auf einer Höhe von ca. 1400 m. Nun folgte ein leichter Abstieg in eine kleine Schlucht, in welcher der Weg einen Bogen beschreibt. Bald erreichten wir einen weiteren Hof, den Wandhof auf 1460 m Höhe. Abwechselnd führte der Pfad durch Wald, dann wieder über schönste Wiesen – kaum Schwierigkeiten, aber T2. Kurz vor der Jausestation Kopfron dann ein kurzes Wegstück auf der asphaltierten Bergstrasse – die Jause war geschlossen (Ruhetag). Machte nichts, bald kam die nächste Jausestation, der Waldhof (mit WC!). Bei dieser Gelegenheit eine Bemerkung zu den vielen am Wanderweg stehenden Jausestationen: die Südtiroler sind ganz schön clever – die Wanderwege führen nämlich ohne Ausnahme (ausgeschildert und folglich zwingend!) mitten durch die Jausen. Diese wunderbare Erfahrung machten wir während unserer beiden Wandertage fortgesetzt. Hier, beim Hofschank Wald kehrten wir natürlich ein erstes Mal ein – die junge und nette Bäuerin machte uns ihren noch ofenfrischen Buchweizenkuchen gefällig – nein zu sagen wäre seeeeehr unfreundlich gewesen – und gelohnt hat es sich alleweil. Auf dem nach Süden verlaufenden Weiterweg – immer auf etwa einer Höhe von 1450 m verbleibend – änderte sich nun die Richtung nach Ost. Unter uns jetzt das Val Venosta (Vinschgau) mit Naturns. Schon wieder eine Jausestation, der Linthof, aber wir ohne Durst. Schliesslich wollten wir durchhalten bis zum Pirchhof. Also querten wir oberhalb der Bergstation der Luftseilbahn Naturns-Unterstell. Den wirklich einmalig aussichtsreich gelegenen Pirchhof erreichten wir gerade zur Mittagszeit – Zeit also für ein Pirchhofbrettl (für Kaiserschmarren blieb leider kein Platz). So gestärkt und nach ausgiebiger Ruhepause machten wir uns auf den Weiterweg. Unmittelbar nach dem Pirchhof nahte die Schlüsselstelle des Tages, angeblich 1000 Stufen durch die Schlucht(en). Rauf, runter, und so weiter – wirklich spektakuläres T3-Gelände, das uns sehr gefiel. Fast schon endlos erschien uns die verbleibende Strecke bis zum Tagesziel, dem Giggelberg (Bergstation der Texelbahn). So abwechslungsreich die Strecke war, leicht ermattet waren wir schon nach diesen 19 km. Also rasch auf die Terrasse Giggelberg – und Proste und rein mit den beiden Radlern – lecker! Um halbfünf dann die Talfahrt mit der modernen Luftseilbahn hinunter nach Partschins, wo gerade ein Bus wartete, der uns nach Naturns zurückbrachte. Ende eines ersten und erfüllenden Wandertages in einer uns bisher nur von der Durchfahrt bekannten Gegend.

Fazit:
Das war unser 1. Wandertag im Südtirol auf dem Weg in die Toscana – der Zwischenhalt in Naturns (Hotel Lamm) war absolut lohnend.

Wetterverhältnisse:
wolkenlos, hochsommerlich sonnig, Tageshöchsttemperatur um 27 bis 30°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial

Parameter:
Tour-Datum: 27. Mai 2017
Schwierigkeit: T2 (1000 Stufen-Schlucht T3)
Strecke: 19.1 km, ab Katharinaberg markierter Weg Nr. 24, vorbei an unzähligen (und verführerischen) Jausestationen – Pirchhof – 1000 Stufen-Schlucht – Hochforch – Giggelberg (Talfahrt mit der Texelbahn)
Aufstieg: ca. 966 m
Abstieg: ca. -650 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 39 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 47 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 16:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V