Archiv der Kategorie: Bergwanderung T3

Weisstannental: Rundwanderung Horn (Steinbockweg)

Richi’s Idee! Er kannte die Gegend schon von seinen Bergläufen im nahen Sardona-Welterbe-Gebiet. Am Vorabend reisten wir zu viert ins Heidi-Land, um im für Wanderer sehr empfehlenswerten Hotel Gemse in Weisstannen zu übernachten. Für den heutigen Nationalfeiertag stand die Rundwanderung über das Horn auf dem Programm, die zu Recht als der Klassiker im Weisstannental gilt. Nach dem z’Morge starteten wir relativ früh um acht Uhr, denn heute war ein Hitzetag mit Gewittergefahr angesagt. Ab Weisstannen Oberdorf liefen wir ins enge Tal des Gufelbachs, wo es nach ca. 600 m sehr wild und steil wird. Beim Sässli auf der Alp Unterlavtina ginge es geradeaus bis zu den Wasserfällen von Batöni; wir bogen gleich bei der Hütte rechts ab um – mittlerweile an der Sonne – sehr steil und entsprechend schweisstreibend in Serpentinen über Steilgrashänge bergauf zu steigen (500 Hm). Auf einer Höhe von ca. 1600 m.ü.M. war die eindrückliche Lavtinaruns zu queren – bei dieser Trockenheit kein Problem. Auf 1700 m.ü.M. erreichten wir die heute verwaiste Alphütte Rappenloch. In den Sommerferien betreibt Cedric mit seinen Brüdern ein Besenbeizli, und es ist erlaubt, im eingezäunten Sitzplatz die Ruhe zu geniessen, zu bräteln und sich am Brunnen zu erfrischen. Wir nahmen diese «Einladung» gerne und dankend an, um an aussichtsreicher Stelle zu trinken und den Tiefblick ins Weisstannental zu geniessen. Wenige Meter oberhalb der Alphütte eine weitere Überraschung: Diogenes’ Fass; hier kann auf Anmeldung übernachtet werden, es hat zwei Betten mit Duvets und Fenster mit wunderbarer Aussicht. Der weitere Aufstieg zum bereits sichtbaren Gipfelkreuz vorerst nochmals steil, wenige Hm unter dem Gipfel Legföhren durchquerend, erreichten wir das Horn – zwei neue Bänke bieten Platz für den Genuss der Aussicht ins Tal, ins gegenüber liegende Lauitobel mit der Lauifurggla, zu Madchopf und Hüenerchopf, und im Osten zu den Lavtinahörnern mit dem Pizol. Übrigens: der Pizol gehört zur Ortsgemeinde Weisstannen – gewusst? Nach der Gipfel-Überschreitung folgte der leichte Abstieg auf die ausgedehnte Alp Valtnov, welche vom Marchstein, Hüenerspitz und Laritschchopf überragt wird. Kurz vor der Alp Vordersäss dann die Begegnung mit einer Muttertierherde; sehr eindrücklich, wie die tollen Herdenschutzhunde ihren Job verrichteten. Auf Vordersäss nutzten wir die nahe Bankniederlassung für eine Mittagsrast mit anschliessender Siesta – wunderbar! Von ersten Tropfen geweckt, machten wir uns auf zum Abstieg ins Tal hinunter. Steil (über hohe betonierte Tritte) führt der Alpweg bis zum schmucken Alphüttli Gula; danach durch die sehr steilen Planggen nach Vorsiez hinunter – Stöcke waren hier hilfreich. Auf diesem Abschnitt werden über eine Strecke von 1.2 km 250 Hm bewältigt. Der Alpweg ist für den Alptrieb und die Wanderer bestens hergerichtet – aber eben nicht gerade knieschonend… Unten an der Seez angekommen, zog uns die Alpbeiz magisch an. Kaum unter deren Dach, entlud sich ein herrliches Gewitter – und wir glücklich am Schärme (das nennt man Timing). Jetzt durfte es dauern, jedenfalls schmeckten die Eiskafi vorzüglich. Eilig hatten wir es nicht, und den bereitstehenden Bus liessen wir ziehen. Den Spaziergang von 4 km (ca. 150 Hm) entlang der Seez wollten wir uns nicht entgehen lassen. Zwar benötigten wir noch die Regenjacken – im Schutz des Waldes wurden wir aber kaum nass. Unterwegs vereinten sich die vom Gewitter angeschwellten Bergbäche mit der Seez – vor allem der vom Madchopf herunter stürzende Calanserbach führte viel rotbraun eingefärbtes Wasser. Wir wechselten nun auf die linke Seite der Seez, um die letzten zwei Kilometer zu spazieren – vorbei an vielen Informationstafeln (Steinbocklehrpfad). Kurz vor Weisstannen nochmals über die Seez, dort wo auch der Sardona-Welterbe-Weg Nr. 73 von der Madfurggl herunter einmündet. Von Weisstannen Oberdorf bis ins Unterdorf noch 500 m bis zum Start-/Zielpunkt. Das Bier erwartete uns schon🍻… Und nach der Dusche der gemütliche Grillabend mit anschliessendem 1.-August-Feuer(-werk).

Fazit:
Einmal mehr ein toller Wandertag in Begleitung unserer Freunde Susanne und Richi – danke für den gediegenen Tag!

Wetterverhältnisse:
Ein Hitzetag mit zugehörigem Gewitter, ~18 bis 28°

Ausrüstung:
normale Wanderausrüstung, Stöcke (sehr nützlich)

Parameter:
Tour-Datum: 1. August 2020

Schwierigkeit: T2-3
Strecke: 13.7 km, Weisstannen Unterdorf (987 m) – Weisstannen Oberdorf (1003 m) – dem Gufelbach entlang bis Sässli (Alp Unterlavtina, 1307 m) – Lavtinaruns – Rappenloch (ca. 1700 m) – Horn (1841 m) – Alp Valtnov – Vordersäss (1769 m) – Gula (1426 m) – Vorsiez (Alp Siez 1175 m) – entlang der Seez bis Weisstannen
Aufstieg: ca. 1050 m
Abstieg: ca. -1050 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 7 Std. 50 Min. (inkl. Gewitterpause Alp Siez)
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 15 Min.

Schilt (2298 m) und Tristli (2285 m)

Die Gegend im nahen Glarnerland ist uns gut bekannt. Diesmal zog es uns in die Nachbarschaft des Fronalpstock – Schilt und Tristli waren die Ziele. Auf der Fahrt über die  (sehr!) enge Strasse von Mollis hoch zum Naturfreundehaus Fronalp werden 900 Hm vernichtet. Oben angekommen, ergatterten wir uns einen der wenigen Parkplätze (welche nicht zum Naturfreundehaus gehören). Das Haus hatte geöffnet, was wir auf der Website übersehen haben. Egal, jetzt schleppten wir halt unnötig grosse Trinkreserven mit. Die Einkehr sparten wir uns auf bis zur Rückkehr. Direkt beim Parkplatz beginnt der Aufstieg auf dem Wanderweg (nicht auf der Güterstrasse). Erst nach knapp 100 Hm auf Fellboden nutzten wir die Alpstrasse zur Mittelstafel – herrlich der Ausblick zum Glärnischmassiv, zum darunter liegenden Klöntalersee und zum 32 km weiter südlich kolossalen Tödi, dem höchsten Glarner. Auf der Alp Mittelstafel hielten wir nach rechts um über Läbli und Chlusen aufzusteigen zum Färiboden – zur linken der markante Fronalpstock. Auf dem Färiboden verflacht das Gelände etwas, wunderschöne Stimmung: friedlich weidendes Vieh (mit Hörnern!), die mit Glocken einen tollen Wandertag einläuteten. Vorbei am Färistock (knapp über 2000 m), zogen wir hoch zum Punkt Breitfeld. Vor uns die mächtige Felswand Siwellen, zur linken der mehrgipflige Mürtschenstock, rechts unsere heutigen Gipfelziele Schilt und Tristli. Beim Punkt Charen hielten wir halbrechts, bis zum Schilt noch 45 Minuten. Jetzt steilte das Gelände auf bis auf eine Höhe von 2200 m.ü.M. Unter der Wand der Siwellen querten wir über spannenden Karr – hier sind Stöcke nützlich, um das Gleichgewicht über die Spaltenlandschaft besser zu halten; stolpern definitiv nicht zu empfehlen. Unsere Erwartung, unter den Felsen Steinböcke zu sehen, erfüllte sich leider nicht. Dafür grüssten uns bunte Blümchen, welche aus dem Kalkfels wuchsen. Rasch erreichten wir den Punkt Siwellen (2245 m), von wo der «Angriff» auf den 50 m höherstehenden Schilt fast schon ein Kinderspiel ist. Zu unserem Erstaunen gehörte der Gipfel uns allein. Tolles 360°-Panorama zu den nahen Voralpen und Alpen – nicht ganz klar die Sicht, wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Der starke Westwind hielt uns von einer Gipfelrast ab. Jetzt folgte der kurze Zwischenabstieg und Wiederaufstieg zum Nachbarn, dem skurrilen Tristli – der Gipfelaufbau wirkt wie eine Krone, die Besteigung aber ist nicht ausgesetzt. Oben ist der Platz knapp, etwas ausgesetzt, man sollte darauf achten, sicher zu stehen. Auch hier ein starker Wind, der Federgewicht Doris fast wegblaste😁. Schnell ein Gipfelfoti und Abstieg, nach der Unterquerung des Schilt hat es schöne Plätze für eine windgeschützte Rast. Nach der Stärkung der Weiterweg, an der Verzweigung «Siwellen» vorbei in Richtung Rotärd. Zur linken weidet das Vieh bis hoch zur Wand der Siwellen – eindrückliche Kletterer! Übrigens: die Siwellen wären relativ einfach zu besteigen, 80 Hm Differenz, auf diesen kurzen Trip verzichteten wir, zumal nicht aussichtsreicher. Auf dem Weg zum Punkt 2225 dann die eindrückliche rot gefärbten Planggen (Rotärd = rote Erde?), weiter rechts (SW) die bizarren Kalkformationen (Wisschamm, Chüechamm) und das 2384 m hohe Schwarzstöckli (1 km Luftlinie). Von dort könnte man über die Murgseefurggel zum Murgsee wandern und die dort stehende Murgseehütte erreichen (dort waren wir Juni 2009). Wir hielten links, es folgte der steile Abstieg nach N, die Umrundung der Siwellen schloss sich beim schon bekannten Punkt Charen (2059 m). Weiter unten, beim Punkt Breitfeld (1998 m) hielten wir rechts, um den Färistock östlich zu umrunden und den Fronalppass zu erreichen; auf diesem Teil werden ca. 200 Hm bewältigt, und der Pfad führt an ein paar kniffligen Stellen vorbei, welche von kleineren Rutschen versehrt sind. Auch hier leisteten unsere Stöcke gute Dienste. Rechts unterhalb des Mürtschenstocks der kleine Spanneggsee mit den zugehörigen (bestossenen) Alpen. Hier trifft man auch auf die Besteiger des Fronalpstocks (T4) – heute offensichtlich nicht stark begangen. Der weitere Abstieg zu den Gebäuden der Ober Stafel dann auf gutem Untergrund. Nach der Alp dann der ziemlich unangenehme Abstieg über die geröllige Alpstrasse (Strasse?), steil, zu laufen wie auf Kugellager. Hinweis: ein nächstes Mal steigen wir hier auf und machen diese Tour umgekehrt. Unnötigerweise erreichte uns die Gewitterfront, abgeschwächt zwar, aber Grund genug, die Regenhüllen zu montieren. Mit Erreichen der Alp Mittelstafel war das ganze vorbei, die Sonne hatte uns wieder. Auf dem vom Aufstieg bekannten Strässchen und weiter unten über die Abkürzung erreichten wir das Naturfreundehaus Fronalp, wo wir uns unter Sonnenschirmen erfrischen konnten. Ein wiederum schöner W(a)undertag war das…

Fazit:
Schon wieder zog es uns ins nahe Glarnerland – die 2013 durchgeführte Schneeschuhtour auf den Schilt im Sommer zu erleben, war ein eindrückliches Erlebnis…

Eine Bemerkung:
Erstaunlich, wie wenig Gleichgesinnte heute unterwegs waren, liest man doch vom Corona-bedingten Ansturm in den Wandergebieten. Aber eben: fehlende Bergbahnen halten diesen Ansturm wohl in Grenzen😎.

Wetterverhältnisse:
Ein heisser Hochsommertag, knapp am Gewitter vorbei, ~20 bis 30°

Hilfsmittel:
normale Wanderausrüstung, Stöcke (heute sehr nützlich)

Parameter:
Tour-Datum: 27. Juli 2020

Schwierigkeit: T3
Strecke: 11 km, Parkplatz beim Naturfreundehaus Fronalp (1389 m) – Fellboden (1465 m) – Mittelstafel (1583 m) – Chlusen – Färiboden – Breitfeld (1998 m) – Charen (2059 m) – Siwellen (2245 m) – Schilt (2298 m) – Tristli (2285 m) – Siwellen (2245 m) – P.2225 (Rotärd) – Charen (2059 m) – Breitfeld (1998 m) – Fronalppass (nahe P.1855) – Ober Stafel (1816 m) – Mittelstafel (1583 m) – Fellboden (1465 m) – Naturfreundehaus Fronalp
Aufstieg: ca. 940 m
Abstieg: ca. -920 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std.Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 08:30 bis 14:30 Uhr

Planggenstock (1674 m), Hirzli (1639 m) und Niederurnertäli – (fast) ein Geheimtipp

Bereits von unserem Wohnsitz aus ist der Bergzug mit den markanten Gipfeln auszumachen (Luftlinie 18.7 km, siehe Bild). Die für heute geplante Tour unternahmen wir letztmals im September 2010. Der markante Taleinschnitt oberhalb von Niederurnen fällt auf der A3-Fahrt vom Walensee in Richtung Zürich auf. Heute Montag versprachen wir uns, dass der üblicherweise an Wochenenden (Corona-bedingt) grosse Zulauf ausbliebe – so war es denn auch. Tagesziele waren die Gipfel Hirzli und der 35 m höhere Nachbar Planggenstock.

Doch der Reihe nach: in der 8 Personen fassenden Gondelbahn der LNM überwanden wir in 9 Fahrminuten 520 Hm (Hin- und Rückfahrt Fr. 14.00/RentnerIn😏). Zwar waren wir nicht die Einzigen heute Montag, aber die Bahn verkehrte Nonstop und die kurze Wartezeit kam uns gerade recht um die Masken zu «montieren». Bei der Bergstation Morgenholz (982 m) befinden sich ausführliche Informationstafeln über das Wanderwegangebot im schönen Nieder-urnertäli. Unmittelbar hinter der Bergstation begann der steile Aufstieg auf einem gut unterhaltenem Gütersträsschen hoch bis zur Alp Schwifärch. Hier endete der Fahrweg – unmittelbar oberhalb des Alpgebäudes (Wanderwegweiser) links haltend, führte der gut gepflegte (frisch gemähte) Wanderweg in Serpentinen über saftiges Weideland und durch schönen Wald mit teilweise skurrilen Bäumen. Nach einer knappen Stunde erreichten wir das idyllisch gelegene Forsthaus (Ahornhüttli), auf dessen Vorplatz einige schöne Bänke stehen (Wunderaussicht!). In Serpentinen stiegen wir weiter hoch, vorbei an ersten Nagelfluhwändchen, in den östlichen Kehren immer mit Tiefblicken zum Walensee. Nach weiteren 30 Minuten standen wir unvermittelt auf dem Hirzli. Leichtes Gedränge hier oben, und unglaublich viele Fliegen und Schmetterlinge (siehe Bild), kurze Trinkpause, Gipfelfoto, dann der kurze Abstieg zum P.1573, hier rechts in Richtung Planggenstock haltend. Der schön angelegte Gratweg ist nicht besonders anspruchsvoll; an einer (nicht ausgesetzten) Steilstufe, welche über Nagelfluh führt, ist sogar ein Fixseil angebracht – wer will, kann sich hier festhalten. Lange versteckte sich der Gipfel, unsere Aufmerksamkeit galt vorerst ohnehin dem schön verlaufenden Grätchen und der Wunderaussicht ins Tal (Linthebene, Zürichsee) und nach Hause. Hart an der Kante ist etwas Trittsicherheit (und vielleicht Schwindelfreiheit) gefragt. Nach dem Wanderwegweiser (Verzweigung) ging es direkt hoch zur Nagelfluh. Von hier aus sieht der Gipfel wie ein runzeliger Kopf aus, vielleicht sogar etwas abweisend, weil der Einstieg zum Durchschlupf nicht einzusehen war. Auf den letzten Aufstiegsmetern zum Planggenstock werden die Hände gebraucht, bei trockener Witterung unproblematisch dank guter Tritte und Fixseilen; bei Nässe wäre hier erhöhte Vorsicht geboten. Auch hier das gleiche Bild: gut besuchter Gipfel, aber ausreichend Platz, um auf dem freien Bänkli beim Gipfelkreuz die Rast abzuhalten. Nach ausgedehntem Genuss der tollen 360°-Aussicht stiegen wir in Richtung Westen ab – nach wenigen Abstiegsmetern links haltend (Wegweiser «Ober Planggen»). Relativ steiler, treppenartiger Abstieg über schöne Alpweiden bis Ober Planggen (1434 m). Von dort in Richtung Bodenberg/Morgenholz (Hauptwegweiser). Das Zwischenziel Bergrestaurant Hirzli (unseres Wissens die einzige Gastwirtschaft im Tälchen) hatte heute geschlossen. Wunderschöne Landschaft, und vor uns die immer mächtiger aufragenden Felswände Wageten und Brüggler mit der dazwischen liegenden Wänifurggel, dem Übergang ins Schwändital/Oberseetal. Hier oben wird gheuet was das Zeug hält. Nun erreichten wir den Tierskulpturenweg, wo uns einige Holzfiguren beobachten. Kurz vor P.1105 querten wir den Dorfbach. Vorbei an der heute geschlossenen Bergwirtschaft erreichten wir nach etwa 15 Minuten das Morgenholz, von wo uns die Bahn wieder nach Niederurnen hinunter gondelte.

Fazit:
Nach vierwöchiger Wanderpause (Züglete…) eine Bergwanderung in einer wunderbaren, aber nicht einsamen Umgebung; wir kommen gerne wieder…

Wetterverhältnisse:
Ein klasse Hochsommertag, Sonne pur, ~20 bis 28°

Hilfsmittel:
normale Wanderausrüstung, Stöcke

Parameter:
Tour-Datum: 20. Juli 2020

Schwierigkeit: T3
Strecke: 8.8 km, Bergstation Morgenholz LNM (982 m) – Schwifärch (1174 m) – Forsthaus (1445 m) – Hirzli (1639 m) – Planggenstock (1674 m) – Ober Planggen (1462 m) – Bergrestaurant Hirzli (1061 m) – Morgenholz (982 m)
Aufstieg: ca. 770 m
Abstieg: ca. -760 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 35 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 14:30 Uhr

Wildspitz und Gnipen, Aufstieg über Alplihorn

Heute mal eine Tour auf Felix’ Spuren… Wir fuhren nach Unterägeri, wo wir im Ortszentrum in Richtung «Hürital» abbogen. Nach knapp 3 km erreichten wir die Stutzhütte, wo wir parkierten. Mit Ausnahme einiger HundespaziergängerInnen wenig los hier. Um halb zehn starteten wir beim Punkt 800 direkt nach der Brücke auf dem markierten WW in Richtung Alpli, Wildspitz. Nach wenigen Minuten Anstieg war das relativ flache Blimoos erreicht – von schönen Naturwiesen und einigen Orchideen begrüsst. Im folgenden Waldstück ein steilerer Anstieg auf gerölligem Untergrund. Bei P.1031 Überquerung der Forststrasse vorerst weiter in Richtung Alpli, bis uns ein Wegweiser die Wahl liess, rechts zum Alpli, halblinks der weiss-rot-weisse Bergweg (Alplihorn-Wildspitz über die Leiter) – wir entschieden uns für den Aufstieg über die Leitern. Es folgte ein schön angelegter Waldpfad über Wurzeln und Treppen. Gelegentlich wurde der Blick zum rechts unten liegenden Alpli frei: Fahne gehisst, aber niemand dort (Dienstag Ruhetag). Nach einigen steileren Stufen und Kehren standen wir fast schon unvermittelt vor einer Eisentreppe (ca. 40 Tritte), der dann eine beinahe senkrechte Eisenleiter folgte – beide zusätzlich und sehr vertrauenswürdig mit Ketten gesichert. Für uns reiner Plausch, aber etwas Trittsicherheit war schon gefordert, und schwindelfrei sollte man schon sein… Uns gefallen solche Partien. Der weitere Aufstieg bis zum Alplihorn dann mit einigen knackigen Stellen, wo der Einsatz der Hände gefragt war; bei trockener Witterung nicht problematisch. Bei P.1371 dann eine markierte Verzweigung für den Zu-/Abstieg vom Alpli. Und wenige Meter daneben der unscheinbare Gipfel, mit Bänkli und etwas Weitblick nach Unterägeri hinunter und zum Ägerisee. Hier oben und auf dem weiteren Aufstieg wirkte die Umgebung überraschend alpin; skurrile Föhren, Alpenrosen. Kurz unterhalb des Wildspitz die letzten Kehren, nun etwas ausgetretener, was signalisiert, dass sich viel Gipfelvolk offenbar bis hierhin vorwagte. Bald war der Gipfel des höchsten Zugers (Grenzpunkt ZG/SZ) erreicht; das Wildspitz-Panorama hier oben schon gewaltig, auch dann, wenn sich – wie heute – die hohen Gipfel in Quellbewölkung gelegt haben. Das Berggasthaus heute geschlossen, wohl auch ein Grund für den heute spärlichen Zulauf. Nach dem kurzen Gipfelgenuss zogen wir weiter in Richtung Gnipen über den wenig ausgeprägten Rossberggrat, dessen Bannwald vom Sturmtief «Burglind» vom 2./3. Januar 2018 stark gezeichnet ist (siehe Bilder). 1.4 km weiter, auf dem höchsten Punkt des Gnipen (1566 m.ü.M.) fanden wir direkt an der eindrücklichen Abbruchkante des Goldauer Bergsturzes einen aussichtsreichen Platz für unsere Gipfelrast. Das 240 m weiter westwärts stehende Gipfelkreuz haben wir diesmal nicht besucht, es markiert übrigens ohnehin nicht den höchsten Punkt. Für den Abstieg hatten wir vor, bis Unter Beichli P.1394 abzusteigen, wo wir den alpinen Bergweg zum Alpli hinunter machen wollten. Irgendwie haben wir uns vertan und sind schon vom P.1540 (Ober Beichli) abgestiegen – sehr schön, aber wohl nicht so anspruchsvoll. In diesem Kessel nördlich des Rossberggrats gelangten wir rasch zum 260 Hm tiefer liegenden Oberalpli und weitere 150 Hm weiter unten zur heute wie erwähnt leider geschlossenen Wirtschaft Zuger Alpli. Auf dem WW (nicht auf der ekelhaft steilen Betonstrasse!) weiter bis oberhalb P.1031, wo sich der Kreis unserer Runde schloss. Jetzt «nur noch» die weiteren 300 Hm Abstieg via den bekannten P. 1031 – aufgrund der gerölligen und steilen Unterlage nicht gerade knieschonend. Zufrieden über einen sportlichen Wandertag erreichten wir den Startpunkt bei der Stutzhütte wieder.

Fazit:
Eine herrliche und sehr abwechslungsreiche Runde auf Wildspitz und Gnipen, zur Abwechslung mal von der Nordseite – sehr lohnend und einsam…

Wetterverhältnisse:
Ein herrlich sommerlicher Tag, Temperaturen im Bereich 18 bis 25°, die in den letzten Tagen omnipräsente Bise stark abgeschwächt

Ausrüstung:
Wanderschuhe, Stöcke

Parameter:
Tourdatum: 2. Juni 2020
Schwierigkeit: T3
Strecke: 11.1 km, Stutzhütte P.800 – Blimoos – via Leitern hoch zum Alplihorn (1371 m) – Wildspitz (1579 m) – Gnipen (1566 m) – Ober Beichli (1540 m) – Oberalpli (1371 m) – Alpli (1156 m) – Blimoos – Stutzhütte
Aufstieg: ca. 844 m
Abstieg: ca. -825 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 14:30 Uhr

Schwarzeberg 1293 m – Höchhand 1314 m

Diese Tössbergland-Runde (oder Teile davon) kannten wir sowohl als Sommer- wie auch als Winterwanderung auf Schneeschuhen. Idealer Ausgangspunkt war der TCS-Parkplatz im Fälmis. Zu Beginn flacher Verlauf bis zum Hof Ger, an diesem vorbei über einen begrünten Weidepfad in Richtung Gerwald. Gespenstisch, mystisch, wild der Aufstieg im Wald. Nach einer mit einem Geländer gesicherten Steilstufe verliessen wir den Wald um über Rüti, einer wunderbar besonnten Wiese zu laufen. Nochmals ein kurzes steileres Waldstück hinauf zur Farneralp, wo wir von einer Tafel herzlich willkommen geheissen wurden – heute geschlossen (DI und MI Ruhetag). Aber Selbstbedienung sei Dank: Kafi, Mandelgipfel, alles da! Und sonst niemand hier oben… Nach der Stärkung der Weiterweg, gelb ausgeschildert den Guntliberg diesmal nördlich umgehend. Vor dem Aufstieg zum Schwarzeberg öffnete sich der Blick ins Goldingertal und in die Linthebene. Über den Glarneralpen etwas Quellbewölkung, wir unter klarem Blau und über sattem Grün. Der Gipfel des Schwarzeberg ist keiner, resp. er ist im Wald versteckt und nur an den zwei bekannten Bänkli zu erkennen. Jetzt folgte der Zwischenabtieg zum P.1202 (Botäli, oder auch Bootäli). Jetzt noch 30 Min. Wiederaufstieg zur Höchhand. Vollkommene Ruhe hier oben, nur zwei Wanderer etwas abseits am Rasten. An der höchstgelegenen Stelle könnte jetzt direkt zur Schwämi abgestiegen werden, was nicht unserem Plan entsprach. Der früher einmal offene T3-Abstieg hinunter zur Gratkante in Richtung Hand ist verbarrikadiert; wir erinnern uns, hier einmal sehr steil und mit Fixseilen gesichert direkt aufgestiegen zu sein. Also etwa hundert Meter zurück, um dann weiss-rot-weiss leicht absteigend unterhalb der Höchhand-Wand entlang zu queren, um wenige Meter später den von der Höchhand hinunter führenden  Gratweg zu erreichen. Ab hier noch immer steil (T3), sehr steil sogar – zum Glück trocken, und die vielen Wurzeln boten Füssen und Händen guten Halt. Bis zum P.1078 oberhalb Grossenboden im Wald, vorbei an Nagelfluh in skurrilen Formen. Beim Drehkreuz oberhalb der Alp Grossenboden wieder an der Sonne und der zügigen Bise ausgesetzt. Die Hand (1003 m), dieser Übergang zwischen Höchhand und Habrütispitz, war bald erreicht – Zeit für eine kurze Trinkpause. Jetzt die Richtungsänderung nach West, die Höhe haltend, über Allmeind, Hinder Färch. Im Schwammwald, dann ein mit Treppen ausgestatteter steiler Aufstieg, um kurz vor dem Alpgebäude Schwämi (1085 m) am Fuss des Tössstocks den Wald zu verlassen. Links über uns schönste und steilgelegene Alpen mit friedlich weidenden Viechern, darüber die Höchhand-Nordseite. Jetzt auf der Alpstrasse leicht absteigend, wieder im Wald in Richtung Wolfsgrueb. Im Botäli, nach der Kurve, wo die Vordertöss hinunterplätschert, verliessen wir die Strasse, um links aufzusteigen in Richtung Boalp (10 Min.). Auf etwa 1080 m.ü.M. wieder an der Sonne, jetzt nur noch hundert Schritte bis zur Mittagspause… Bauer Geni ist am heuen und winkte uns zu, und im uns bestbekannten Bergrestaurant Poo-Alp erwarteten uns Wirtin Martina und Ela schon – im Windschatten und bei bester Aussicht auf den Zürisee und zur Alp Scheidegg hinüber warteten wir auf das was kommen musste: Gordonblö (in der Fitnessversion selbstverständlich😉). Nach dieser längeren Mittagspause fiel uns der Restabstieg zum Ausgangspunkt etwas schwerer…

Fazit:
Eine tolle Runde im nahen Tössbergland – immer wieder schön, vor allem wenn das Wetter mitmacht – so wie heute…

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos, sonnig und gute Fernsicht, kaum störende Bise (10 bis 30 km/h), Temperatur ca. 9 bis 22°, sommerliche Verhältnisse

Ausrüstung:
Wanderschuhe, Stöcke (nicht eingesetzt)

Parameter:
Tourdatum: 19. Mai 2020
Schwierigkeit: T2-3
Strecke: 12.5 km, Parkplatz Fälmis (875 m) – Ger (879 m) – Gerwald – Farneralp (1154 m) – P.1286 – Schwarzeberg  (1293 m) – Wirtsberg (1261 m) – Höchhand (1314 m) – P.1078 – Hand (1003 m) – P.1004 – Schwammwald – Schwämi (1085 m) – P.1032 (Verzweigung) – Boalp (1086 m) – P.1047 – Wolfsgrueb (970 m) – Ger – Fälmis
Aufstieg: ca. 758 m
Abstieg: ca. -748 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 50 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 16:00 Uhr

Grosse Scheidegg – Faulhorn 2681 m – Schynige Platte

Grandiose Gipfelparade im Berner Oberland, einer der grossen Wander-Klassiker, Berg-Nostalgie vom Anfang bis zum Schluss – für uns ausreichend Antrieb, einen beruflichen Termin in Meiringen am Freitag um zwei Wandertage zu erweitern. Die Postautofahrt auf der atemberaubend steilen und engen Strasse vorbei am Reichenbachfall ins wildromantische Reichenbachtal bis zum historischen Belle-Epoque-Hotel Rosenlaui dauert 30 Minuten; auf der 12 km langen Fahrt werden die ca. 730 m Höhendifferenz elegant zurück gelegt – Dü-da-do! Wir hatten das Glück, eine Nacht in diesem bald 250jährigen Juwel verbringen zu dürfen! Dem ausgezeichneten Abendmenü im historischen Salle à manger folgte die erholsame Nachtruhe (die sonst üblichen Störfaktoren Handy, TV, Radio, WLAN fehlen und werden nicht vermisst…). Nach dem reichhaltigen Frühstück bestiegen wir um 08:51 Uhr direkt vor dem Haus das Postauto. Die Fahrt bis zur Grossen Scheidegg dauerte 27 Minuten (Umsteigen auf der Schwarzwaldalp). Ankunft um 09:18 Uhr auf dem Übergang, der noch vom Wetterhorn (3692 m) beschattet war.

1. Tag: Grosse Scheidegg 1962 m – First – Faulhorn 2681 m
Bei leichtem Bodenfrost starteten wir nach Ankunft –  warm eingepackt – in Richtung First auf der unbefestigten Alpstrasse über die Alp Scheidegg bis zum Punkt 2006, wo uns nach einer Viertelstunde bereits die Sonne begrüsste. Weg also mit der obersten Wärmeschicht! Weiter auf dem ausgeschilderten und w-r-w-markierten Wanderweg, bei Schafläger Überquerung des Schafgrabens. Ohne nennenswerten Höhengewinn passierten wir die Bergschaft Grindel Oberläger. Auf Chalberboden über den Inner Bärgelbach, rechts über uns das mächtige Schwarzhoren (2928 m). Links ging der Blick unweigerlich zur Wand der Wände, Eigernordwand. Auf dem stolperfrei angelegten Wanderweg kann man sich die nun dauernde Ablenkung leisten. Waren wir bislang fast einsam unterwegs, erreichten wir nach eindreiviertel Stunden die Zuvilisation auf First (2156 m). Schon von weitem war das Geschrei der auf dem First Flieger zu Tal rasenden Mutigen zu hören. Auf der grossen Sonnenterrasse genossen wir den Kafi und die Gipfelparade – Wetterhorn, Schreckhorn, Lauteraarhorn, Finsteraarhorn, Eiger, Jungfrau, Silberhorn, unten im Tal Grindelwald. Bei dieser genialen Aussicht wurde unser Kafi fast kalt. Den First Cliff Walk überliessen wir gerne den anstehenden Asiaten. Uns zog es weiter in Richtung Tagesziel Faulhorn, das bereits zu sehen war. Bis zum offensichtlichen Hotspot, dem auf 2265 m gelegenen Bachsee (50 Minuten), eine richtige «Wanderautobahn». Am angeblich fotogensten Bergsee der Schweiz mühten sich dann dutzende von Spaziergänger mit den Menüs ihrer Digitalkameras ab. Am oberen Ende des wirklich einmalig schön gelegenen Bergsees kehrte Ruhe ein – der See besteht eigentlich aus zwei Teilen, getrennt durch einen kleinen Naturdamm, wobei sein unterer Teil sieben Meter tiefer liegt. Oberhalb des Sees rasteten wir und genossen den Ausblick zum See und auf die Kulisse mit den bereits erwähnten Gipfel-Berühmtheiten. Danach begann der Anstieg (2.3 km, 400 m Höhendifferenz). Vorbei an der Burggihitta (2436 m) war die etwas höher liegende Reetihitta rasch erreicht. Mittlerweile über Schnee (Pflotsch) erreichten wir Gassenboden (2552 m). Hier öffnete sich der Blick in Richtung SW zur Blüemlisalp und weiteren Bekannten (sogar der Wildstrubel war zu erkennen). Hier oben wurde der Wind stärker, also «stürmten» wir in Richtung Faulhorn, resp. zu dessen Gipfel-Berghaus. Diese letzten 120 Hm waren rasch zurückgelegt. Unterwegs hatten wir noch einige Absteiger zu grüssen, meist Kurzhöseler in Turnschuhen (und selbstverständlich ohne Stöcke), welche sich auf Schnee turnend gegen Stürze wehrten. Oben angekommen, war es erst 14:20 Uhr, Zeit für eine wärmende Suppe in der gemütlichen Gaststube. Anschliessend Check-in (wir waren die ersten von ca. 80 Übernachtungsgästen) und Bezug des Nachtlagers – wir hatten grosses Glück, wegen einer kurzfristigen Absage statt im Matratzenlager in einem der wenigen Zimmer nächtigen zu dürfen. Das lange Warten auf das Nachtessen verbrachten wir mit Teetrinken. Langsam füllte sich das Berghotel Faulhorn, das schon etwas in die Jahre gekommen ist und eher eine Berghütte ist (ab Dienstag 16.10.2019 ist Saisonschluss!). Das Team um Christian Garbani & Familie bietet bewundernswerte Gastfreundschaft auf fast 2700 m.ü.M. Dem leckeren Nachtessen folgten ein paar Jassrunden mit netten Tischnachbarinnen. Kurz vor zehn Uhr machten wir uns auf ins sehr kalte (ca. 8°) aber romantische Zimmer. Wärme konnten wir uns gegenseitig nicht spenden (2 Betten), die angebotenen Bettflaschen erwiesen sich aber als Segen. Jedenfalls mussten wir nicht frieren, und wir erlebten eine erholsame Nacht – während es draussen gewaltig stürmte.

Parameter 1.Tag:
Tour-Datum: 12. Oktober 2019
Schwierigkeit: T2
Strecke: ca. 12.6 km, Grossscheidegg (1962 m) – P.2006 Alp Scheidegg – Grindel Oberläger – Chalberboden (2016 m) – P.2083 (Furggi) – First (2184 m) – Gummihitta – P.2276 – Bachsee (P.2271) – Burgihitta – P.2436 – Reetihitta – Gassenboden (2552 m) – Faulhorn (2681 m)
Aufstieg: ca. 841 m
Abstieg: ca. 150 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 30 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 4 Std. 55 Min.

2. Tag: Faulhorn 2681 m – Schynige Platte 1967 m
Kurz vor acht Uhr der phänomenale Sonnenaufgang – alleine schon dieser speziellen Stimmung wegen lohnt sich ein Aufenthalt im Berghotel Faulhorn. Nach dem Frühstück der Abschied vom sehr netten Team und erst noch der kurze Aufstieg zum ein paar Meter höherstehenden Gipfel. 360°-Panorama vom Feinsten (siehe Bilder) – grosses Kino. Auch heute erwartet uns ein sonniger Tag. Um halb zehn Uhr starteten wir auf den Weiterweg mit dem Ziel Schynige Platte. Dem kurzen Abstieg folgte der Abzweiger nach Westen. Trotz der anfänglich etwas bedeckten Wetterlage genossen wir den ca. 2.5 km langen Höhenweg. Links die BO-Gipfelprominenz, rechts der Brienzersee und der dahinter verlaufende Brienzergrat – und im Rückblick das markante Faulhorn. Kurz vor der Winteregg (2571 m) wichen wir dieser nördlich aus. Nun folgte ein grösstenteils schneebedeckter Teil, der bei entsprechender Vorsicht gut zu laufen war (wenig Eis, guter Trittschnee). Bald folgte der Abstieg zum Berghaus Männdlenen, welches nach ca. 100 Hm erreicht war und auf einem Übergang steht. Hier Einkehr und zum Kafi der Genuss eines fabelhaft guten Schoggikuchens (fast schon ein grosses Praliné). War der bisherige Verlauf ohne Gegenverkehr, änderte sich dies nun. Auf der (schattigen) Strecke unterhalb der Felswände Indri Sägissa und Ussri Sägissa kamen uns dutzende Wanderlustige entgegen – meist einheimisch grüssend (grüessech). Bei Egg angelangt, dann wieder an der Sonne, war eine etwas steile, aber nicht ausgesetzte Stufe zu bewältigen. Hier nutzten wir eine besonders ruhige und aussichtsreiche Stelle für eine Rast. Nun folgte ein leichter Abstieg zum Güwtürli (2028 m), dann auf etwa gleichbleibender Höhe die Umrundung des Loucherhorn (2231 m). Anschliessend wenig exponiert in Richtung N und einige Meter aufsteigend zum Louchera Grätli (2020 m). Grandios der Ausblick auf Brienzer- und Thunersee und die nahen voralpinen Höhen (Augstmatthorn, usw.). Jetzt noch die kurze, laut Wegweiser 40 Min. dauernde Strecke bis zum Tagesziel. Der Wanderweg wurde breiter, schliesslich näherten wir uns einem der berühmten BO-Wanderziele. Nach kurzem Wiederaufstieg erreichten wir die Bergstation Schynige Platte. Gerade rechtzeitig, um in einen bereitstehenden (musealen) Zug mit offenen Wagen einzusteigen und eine eindrückliche Talfahrt nach Wilderswil hinunter zu erleben (Abfahrt 14:21 Uhr).

Parameter 2. Tag:
Tour-Datum: 13. Oktober 2019
Schwierigkeit: T2 (wenige Abschnitte T3 Faulhorn bis Berghaus Männdlenen)
Strecke: ca. 12.2 km, Faulhorn (2681 m) – P.2567 – P.2522 – P.2521 – P.2503 – Berghaus Männdlenen (2344 m) – Gotthard P.2276 – P.2213 – Egg P.2126 – P.2066 – Güwtürli (2028 m) – Lauchera Grätli (2029 m) – Oberberg – Schynige Platte (Bergstation, 1967 m)
Aufstieg: insgesamt ca. 223 m
Abstieg: insgesamt ca. 938 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 25 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 4 Std. 25 Min.

Fazit:
Eine mässig fordernde, genussvolle Zweitagestour – ein Muss im Leben eines Bergwanderers…

Wetterverhältnisse:
An beiden Tagen mit ziemlich sonnigem Herbstwanderwetter (Tagestiefsttemperaturen 6 bis 8°, Tageshöchsttemperaturen bis 14°, mässig störender Wind aus W/SW (bis 40 km/h).

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine