Archiv der Kategorie: Jura

Jura 3|3: Etang de la Gruère

Heute war ein etwas trüber Regentag. Gelegenheit für ein alternatives Programm: Besuch der Brasserie BFM in Saignelégier, dann ein gemütlicher Mittagsjass in «unserem» B&B (die Frauen gegen die Männer – sie haben uns gewinnen lassen, hihihi…), am späteren Nachmittag dann die erwartete Wetterbesserung und die Gelegenheit für einen Spaziergang im entzückenden Naturparadies Etang de la Gruère nahe Saignelégier.

Wetterverhältnisse:
Gewitterhaft, wenig Aufhellungen, Temperatur ca. 20°.

Hilfsmittel:
keine

Parameter:
Tour-Datum: 22. Juni 2019
Anforderung: T1
Strecke: 2.8 km, La Theurre (1015 m) – Umrundung Etang de la Gruère
Benötigte Zeit: 40 Min.Tageszeit: 16:15 bis 17:00 Uhr

Jura 2|3: Mont-Soleil 1291 m

Unsere heutige Tour starteten wir direkt ab unserem B&B Gité de Toinette in Saignelégier (981 m). Nach dem sagenhaften Frühstück mussten wir uns etwas nach zehn Uhr richtiggehend zum Start «überwinden». Nahe des Dorfzentrums deckten wir uns in der modernen Boulangerie mit dem Nötigsten ein. Vorbei an der festgeschmückten Halle du Marché-Concours (am 23. Juni feiert der Canton de Jura 40 Jahre Unabhängigkeit, die Festivitäten dauerten von Freitag bis Sonntag). Bald war offenes Gelände erreicht und wir konnten die Schönheiten der Freiberge (Franches-Montagnes) geniessen. Pferdeweiden dominierten die wunderschöne Landschaft. In Nachbardorf Emibois (952 m) war der Besuch der sagenhaften Boulangerie Au Pain d’Antan Pflicht – Gelegenheit für einen Kafi! Über liebliches Gelände weiter in Richtung Le Roselet (1052 m), Standort der bekannten Stiftung für das Pferd. Dann folgte der leichte Abstieg nach Les Breuleux hinunter; hier wurde der Blick zum Tagesziel frei, gut zu erkennen an der vielen Windturbinen, welche auf dem Mont-Soleil und dem benachbarten Mont-Crosin drehen. Ach ja, und dunkle Regenwolken grüssten auch schon. Davon unbeeindruckt, verliessen wir Les Breuleux am westlichen Dorfende bei Les Vacheries in Richtung S. Jetzt führte der unbefestigte Fahrweg durch das wunderbare Weidegelände (Le Pâturage Communal), friedlich «bewohnt» von Pferden, Fohlen und Kühen. In einer Lichtung nutzten wir die wohl letzten Sonnenstrahlen heute, um die Mittagsrast abzuhalten. Gestärkt und gut gelaunt nahmen wir die noch verbleibenden 6 km bis zum Gipfel unter die Füsse. Gut markiert (Trans Swiss Trail Nr. 2) durch lichten Wald und über mooriges Gelände verliessen wir diese Idylle. Die nächsten zwei km bis zum höchsten Punkt, dem Mont-Soleil, waren dann etwas ruppiger und steiler, nie aber wirklich anspruchsvoll. Beim P.1272 ein Übergang, wo der Pfad quasi auf dem Grat zum Gipfel führte. Kurz bevor die höchstgelegene Windturbine erreicht war, war wieder Regenbekleidung gefragt. Etwas zügiger nun der Abstieg vorbei an den Anlagen des Observatoire Astronomique de Saint-Imier. Eigentlich hatten wir Absicht, die 470 Hm Abstieg nach Saint-Imier hinunter zu laufen. Doch unvermittelt standen wir vor der Bergstation der Funiculaire Saint-Imier – Mont-Soleil (1180 m). Den Spass, diesen Abstieg eleganter als geplant zu meistern, liessen wir uns nicht nehmen. Ab Saint-Imier gelangten wir mit dem Postauto (bis Les Breuleux) und ab dort mit der Chemins de fer du Jura in knapp 30 Minuten nach Saignelégier zurück.

Fazit:
Trotz der suboptimalen Witterung eine wiederum sehr lohnende Wanderung durch die Franches-Montagnes.

Wetterverhältnisse:
Etwas launische Witterung, anfänglich etwas Sonne, im Tagesverlauf zunehmend regnerisch, Temperatur ca. 18 bis 22°.

Hilfsmittel:
Regenschutz, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 21. Juni 2019
Anforderung: T1
Strecke: 16.1 km, Saignelégier (981 m) – Emibois (952 m) – Le Roselet (1052 m) – Les Breuleux (1020 m) – Les Vacheries – Le Pâturage Communal – P.1272 – Mont-Soleil (1291 m) – Bergstation der Funiculaire Saint-Imier – Mont-Soleil
Aufstieg: ca. 450 m
Abstieg: ca. -250 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 10:15 bis 15:30 Uhr

Jura 1|3: Doubs – von Soubey nach St-Ursanne

Nach der gemütlichen Anreise am Nachmittag des Vortags trafen wir unsere Freunde Manuela und Thomas mit Miro in Saignelégier. Dann folgte ein Abendspaziergang (6.5 km) zur Auberge de la Couronne im Weiler La Theurre, wo wir vorzüglich gegessen haben.

Heute folgte dann die Flusswanderung entlang des Doubs. Ab Saignelégier (978 m) gelangten wir nach 13 km Fahrt nach Soubey (476 m), dem Startpunkt unserer Wanderung. Bei der Brücke über den Doubs stehen ein paar Parkplätze zur Verfügung. Kurz nach halb elf Uhr starteten wir in den sich abzeichnenden leicht regnerischen Tag – die Pelerinen in Bereitschaft. Am rechten Ufer führte der markierte Weg entlang des ruhig fliessenden Doubs etwas zurückversetzt bei Les Moulins vorbei, wo auch eine grosse Pisciculture steht (hier werden wohl die Doubs-Forellen gezüchtet…). Jetzt wieder in Flussnähe erreichten wir den Hof Le Champois und etwas weiter ein gut verstecktes, idyllisch gelegenes Häuschen, von wo uns der Bewohner zurief, dass demnächst eine Ladung herunterkomme. Wenig später bei La Réchesse, dort wo der Weg vom Hügel Le Chételat (574 m) näher an den Doubs «gedrückt» wird, nutzten wir den waldigen Abschnitt, um unsere Regenhäute überzuziehen. Nach etwas mehr als 5 km – kurz vor La Charbonnière – glaubten wir auf der rechtsliegenden Uferseite zu bleiben. Statt den Aufstieg weg vom Fluss nach Le Poye (554 m) zu laufen, kehrten wir um und wählten den 200 m zurückliegenden Übergang über eine Brücke ans linke Ufer. Hier macht der Fluss eine seiner vielen Kurven (diesmal nach links), und es folgte nun eine fast 3 km lange Strecke in unmittelbarer Ufernähe (Sous le Roches) – schmierig und nass. Hier boten einige schöne Blüten willkommene Farbtupfer im Nassgrau. Kurz vor der nächsten markanten Flussbiegung, bei Tchétevâ, einer Lichtung, präsentierte sich die Sonne und gleich wurde es dampfend heiss. Gelegenheit und ein schöner Platz für unsere Rast. Kurz vor Tariche dann eine weitere Rechtskurve, wo am gegenüber liegenden Ufer ein Restaurant mit Camping lag – zu erreichen mit einer kleinen Barke, welche sich an einem Metallseil und mit Hilfe einer Handkurbel manöverieren lässt. Trotz verlockender Beiz hatten wir keine Lust ans andere Ufer zu wechseln, weil dort eine Fahrstrasse verläuft. Über schönstes Ufergelände gelangten wir zur Plain du-Noyer, wo wir auf eine wegelagernde Mutterkuhherde trafen. Ausreichend Abstand, unser Tollerhund Miro verhielt sich absolut ruhig, und die friedlichen Tiere liessen uns vorbeiziehen. Unterhalb des Weilers Ravines ein besonders idyllischer Ort mit drei Inselchen im Doubs. Auf der Höhe der Brücke zum am anderen Ufer liegenden Montmelon Dessous blieben wir am linken Ufer, vor uns nun der Viadukt der Eisenbahnlinie Porrentruy-Glovelier-Delémont. Bei der am anderen Ufer stehenden Chapelle de Lorette vorbei macht der Doubs nochmals eine markante Kurve um endgültig in Richtung W zu fliessen. Nach der Passage durch ein schmuckes Einfamilienhausquartier die Brücke über den Doubs und ins schmucke, historische Städtchen St-Ursanne. Sehr touristisch halt, aber wirklich sehenswert. Und in einer der zahlreichen Gartenwirtschaften genossen wir unsere Panachés. Abschliessend die Postautofahrt zurück nach Soubey.

Fazit:
Eine längere, aber nicht allzu fordernde Wanderung entlang des kurvigen Doubs – sehr lohnend!

Wetterverhältnisse:
Etwas launische Witterung, anfänglich etwas Regen, im Tagesverlauf zunehmend sonnig und schwülwarm, Temperatur ca. 17 bis 25°.

Hilfsmittel:
Regenschutz, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 20. Juni 2019
Anforderung: T1
Strecke: 16.3 km, Soubey (476 m) – Les Moulins (478 m) – Le Champois (485 m) – La Réchesse (469 m) – P.455 (Brücke über den Doubs) – Tchétevâ (454 m) – Tariche (449 m) – Ravines – La Lomene (439 m) – St-Ursanne (438 m)
Aufstieg: ca. 210 m
Abstieg: ca. -230 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 10:30 bis 15:30 Uhr

Creux du Van – Rundwanderung ab Noiraigue NE

Heute nahmen wir uns eine alte Pendenz vor: der Creux du Van – ein sog. Ausräumungskessel (französisch: cirque) im Jura an der Grenze zwischen den Kantonen Neuenburg und Waadt. Er ist etwa 1200 m breit und 500 Meter tief. Die Gesamtlänge der Felswände, die ca. 160 Meter senkrecht abfallen, beträgt etwa vier Kilometer. Das Gebiet liegt beim Mont Soliat auf 1200 bis 1450 m.ü.M. Seit 1972 ist es unter Schutz gestellt und gehört zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Der Kessel ist wahrscheinlich nach der Eiszeit durch Erosion entstanden. Der Boden ist mit Moränen- und Bergsturzmaterial bedeckt, auf dem Tannen und Buchen wachsen. In der Mitte unter dem oben unbewaldeten Teil des Kessels liegt die Fontaine Froide, deren Wasser das ganze Jahr über gleichmässg 4° C warm ist. An den Felswänden leben Steinböcke und Gämsen. Soviel im Voraus zum heutigen Tagesziel.

Um sechs Uhr Abfahrt, dauerte die ÖV-Fahrt bis Noiraigue im Val de Travers knapp drei Stunden; so starteten wir kurz nach neun Uhr am Bahnhof Noiraigue. Gut ausgeschildert durchquerten wir das kleine Dorf in Richtung S, nach der Überquerung der Areuse bis zum Hof Vers chez Joly (ein ziemlich chaotischer Ort, verunziert mit etwa 30 Autoruinen). Nach dem Hof verliessen wir die zur Ferme Robert hoch führende Strasse um nach rechts abzubiegen. Frost und Nebel motivierten uns zu einem forschen Marschtempo, so dass wir rasch Betriebstemperatur erreichten. Auf der Forststrasse, welche ab ca. 800 m.ü.M. schneebedeckt war erreichten wir bald den Hof Les Oeillons (1014 m). Ab hier begann der mittlerweile doch hochwinterliche Aufstieg durch den Wald, genannt Sentier des
14 Contours
, zu deutsch «Pfad der 14 Kurven» – die 10 bis 20 cm Schnee verlangten etwas Trittsicherheit. Bei Kurve 14 (so markiert) erreichten uns erste Sonnenstrahlen, und im Rücken ging der Blick über die Nebelsuppe zu den naheliegenden Jurahöhen. Auf dem Dos d’Ane auf etwa 1370 m.ü.M. erreichten wir den Pertuis de Bise; damit bot sich ein erster Blick zum monumentalen Kessel des Creux du Van. Der Hof Le Soliat (1382 m) liessen wir rechts liegen, weil das Restaurant Winterschlaf hält. Wir stiegen der Trockenmauer entlang hoch, und überschritten so für eine kurze Distanz die Kantonsgrenze NE/VD. Meist bewegten wir uns nahe dem felsigen Abgrund, also links der Trockenmauer. Hartgefroren der Boden, der windverwehte Schnee ebenfalls – also gut zu machen ohne Schneeschuhe. Am südlichen Ende des Kessels hielten wir auf das auf dem Mont Le Soliat stehende Kreuz zu. Hier auf 1464 m genossen wir das sich über dem Nebelmeer ausbreitende Alpenpanorama, welches vom Titlis bis zum Mont Blanc reichte. Der richtige Ort also, hier auch die mitgebrachten Leckereien zu vertilgen: Vorspeise Cashewnüsse und Dörraprikosen, Hauptgang Sandwiches mit Lachs und Kräuter-Cantadou gefüllt, zum Dessert Biberli und Schoggi – herrlich! Nach ausgiebiger Gipfelrast wieder der Rückweg, leicht abzusteigen bis zum Kesselrand. Wirklich beeindruckend, dieser monumentale felsige Kessel! Immer hart der Kante entlang, begegneten wir an einer besonders windstillen Stelle doch tatsächlich einem weiblichen Steinbock (Steingeiss) – dem einzigen Tier heute. Dazu muss man wissen, dass hier oben eine grosse Kolonie von Steinböcken und Gämsen lebt. Die Tiere sollen angeblich ziemlich zutraulich sein. Zurück zu «unserem» Steinböckli: gesehen und gehört hatte es uns schon, aber beeindrucken liess sich das schöne Tier überhaupt nicht (siehe Bilder). Nach diesem schon nicht mehr erwarteten tierischen Erlebnis entschieden wir uns für den (w-r-w-markierten) Abstieg über den Sentier du Single in Richtung Fontaine froide. Diese steile Strecke war unter 10 bis 20 cm Schnee und gerade noch ohne Leichtsteigeisen (die wir dabeihatten) zu machen, allerdings waren die Stöcke sehr hilfreich. Ab P.1195 standen uns verschiedene Pfade zur Auswahl, alle führen sie zur Ferme Robert (972 m) hinunter – auch hier geschlossen. 250 m über uns die beeindruckend wuchtige Wand des Creux du Van. An der Ferme zogen wir also gezwungenermassen vorbei, um unspektakulär auf der Bergstrasse nach Noiraigue hinunter auszulaufen. Vorbei am schon eingangs beschriebenen Chaos-Hof erreichten wir den Bahnhof. Die halbe Stunde Wartezeit nutzten wir für einen Tee in der Auberge de Noiraigue. Kurz vor drei Uhr Abfahrt nach Neuchâtel hinunter, von dort per ICN zurück nach Zürich.

Fazit:
Dieses «Weltwunder» zu dieser frühwinterlichen Jahreszeit zu besuchen, fanden wir besonders reizvoll, weil sich der hier sonst garantierte Publikumsauflauf in engen Grenzen hielt.

Wetterverhältnisse:
Unten grau, oben blau, ab ca. 1000 m.ü.M. sehr sonnig, ca. -2 bis +7°, im Wald/Schatten frostig-kühl, schwache Bise.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. November 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.1 km
Aufstieg: ca. 784 m
Abstieg:  ca. 773 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 10 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 5 Std. 20 Min. 

Kamera:
DSLR Nikon 7000